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In Sachen Skilager wird auf Eigenverantwortung gesetzt

Bund und Kanton legen den Schulen nahe, ihre Skilager auch in diesem Jahr nicht durchzuführen. Die Verantwortung liegt jedoch bei den Schulen selbst. Im Zürcher Oberland sind die Entscheide diesbezüglich unterschiedlich ausgefallen.

Die Primarschulen Dübendorf und Fehraltorf haben ihre Skilager abgesagt., Viele Sekundarschüler im Oberland dürfen sich hingegen auf ein Skilager freuen.

Symbolbild: Christian Merz

In Sachen Skilager wird auf Eigenverantwortung gesetzt

«Wir haben unser Schneesportlager tatsächlich für die erste Woche der Sportferien geplant», sagt Karin Zullinger, Bildungsleiterin der Primarschule Dübendorf. «Aufgrund der dringenden Empfehlung, auf Lager im Januar zu verzichten, haben wir das Lager für den Februar schweren Herzens abgesagt.» Die aktuelle Corona-Lage sei in der Schule als zu unsicher eingestuft worden.

Geringer Unterschied zu Normalunterricht

Während die Primarschule Fehraltorf auf ein Skilager verzichtet und stattdessen alternativ zwei Skitage anbietet, wird die Sekundarschule Fehraltorf ihr Lager durchführen. «Ich schätze die Voraussetzungen, unteren denen unser Lager durchgeführt werden kann, als günstiger ein, als dies die Primarschule hätte anbieten könnten», sagt Lagerorganisator Dusan Isaak von der Sekundarschule Fehraltorf.

«Die Teilnehmenden werden in Zweierzimmern untergebracht und werden in Innenräumen Masken tragen, so wie sie es aus dem Schulalltag bereits kennen.»

Dusan Isaak, Lagerorganisator der Sekundarschule Fehraltorf

Das Risiko sei nicht viel grösser als im normalen Unterricht. «Die Teilnehmenden werden in Zweierzimmern untergebracht und werden in Innenräumen Masken tragen, so wie sie es aus dem Schulalltag bereits kennen.»

Zudem verfüge man im Lager über grosse Gemeinschaftsräume, führe regelmässige Tests durch, und draussen auf der Piste sei das Ansteckungsrisiko gering. Des Weiteren sei sein Lehrerteam vor Ort nur halb so gross, wie es in der Primarschule der Fall gewesen wäre.

«Ohnehin ist die Teilnahme am Skilager bei uns freiwillig und jene, die sich angemeldet haben, waren sich bei der Anmeldung bewusst, dass wir in schwierigen Zeiten stecken.»

Dusan Isaak, Lagerorganisator der Sekundarschule Fehraltorf

«Natürlich besteht die Gefahr eines Worst-Case-Szenarios, dass wir vorzeitig abreisen müssen oder im Hause isoliert werden», sagt Isaak. Die Quarantäne werde jedoch nicht mehr so streng angeordnet, wie es noch vor einem halben oder einem Jahr der Fall gewesen sei. «Ohnehin ist die Teilnahme am Skilager bei uns freiwillig und jene, die sich angemeldet haben, waren sich bei der Anmeldung bewusst, dass wir in schwierigen Zeiten stecken.»

Auf dem Boden unterhalb des Kofferraums eines Wagens liegen Ski und Stöcke. Daneben steht ein paar Skischuhe

In Uster herrscht Vorsicht

«Wir haben drei Lager geplant und eines bereits abgesagt», sagt die Ustermer Primarschulpräsidentin Patricia Bernet. «Zwei Lager möchten wir aber durchführen.» Den definitiven Entscheid werde man auf die Weisung abstützen, die der Bundesrat diese Woche noch abgibt. Die Lager seien derweil aber bereits abschliessend vorbereitet.

«Sie brauchen den Austausch mit anderen Kindern und für ihre Entwicklung ist es wertvoll, dass sie Erfahrungen ohne ihre Eltern machen dürfen.»

Patricia Bernet, Ustermer Primarschulpräsidentin

Generell sei es für die Kinder sehr wichtig, dass sie Normalität erleben. «Sie brauchen den Austausch mit anderen Kindern und für ihre Entwicklung ist es wertvoll, dass sie Erfahrungen ohne ihre Eltern machen dürfen», erklärt Bernet. Die Skilager seien sehr beliebt und mit der Durchführung fördere man die psychische und physische Gesundheit der Kinder.

Zweimalige Testpflicht

In Uster müssen sich alle Teilnehmenden vor und nach dem Lager testen lassen. «Die Kinder dürfen nur mit einem negativen Test teilnehmen», so Bernet. Sollte eine Person während eines Lagers dennoch Symptome entwickeln oder positiv getestet werden, müsste diese Person das Lager verlassen. Für weitere Massnahmen wäre dann wiederum das Contact-Tracing verantwortlich.

Keine konkreten Vorgaben

Der Kanton weist die Schulen grundsätzlich an, sich an die Vorgaben des Bundes zu halten. Myriam Ziegler, Amtschefin des Volksschulamts, sagt: «Aufgrund der weiterhin angespannten epidemiologischen Lage empfehlen das Bundesamt für Gesundheit sowie das Bundesamt für Sport im Februar Lager mit Kindern und Jugendlichen nur in kleinen Gruppen von maximal zwei Klassen durchzuführen.»

Für Lager im März könne noch keine definitive Empfehlung abgegeben werden. Diese hänge von der Entwicklung der epidemiologischen Lage ab.

«Wir stellen jedoch aufgrund von Rückfragen fest, dass die Schulen sehr vorsichtig und umsichtig planen, da die Sicherheit der Lagerteilnehmenden das zentrale Thema ist».

Myriam Ziegler, Amtschefin des Volksschulamts

Generell verfüge das Volksschulamt über keine genaue Übersicht, ob und wo Lager angeboten werden, sagt Ziegler. «Wir stellen jedoch aufgrund von Rückfragen fest, dass die Schulen sehr vorsichtig und umsichtig planen, da die Sicherheit der Lagerteilnehmenden das zentrale Thema ist».

Unterschiede zwischen Primarschule und Sekundarschule werden seitens Bund und Kanton nicht gemacht. «In den konkreten Schutzkonzepten müssen sich die Organisatoren aber die Frage stellen, wie sie die Schutzmassnahmen dem Alter der Lagerteilnehmenden anpassen», erklärt Ziegler weiter.

Komplizierte Bedingungen

Was einen «Notfallplan» bei einem möglichen Corona-Ausbruch währen eines Lagers betreffe, so spricht Ziegler von verschiedenen Gesichtspunkten. «Das generelle Vorgehen muss im Schutzkonzept des jeweiligen Lagers geregelt sein. Dies beinhaltet zum Beispiel die Frage, wie die Heimreise organisiert ist, falls einzelne Kinder oder eine ganze Klasse nachhause müssen.»

In einem konkreten Fall würde das Contact-Tracing die Situation überprüfen und entscheiden, wer in Isolation und wer in Quarantäne muss.

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