«Das neue Hochhaus wird ein Leuchtturm für Effretikon»
In Effretikon gibt es erst drei Hochhäuser. Warum wurde der Entscheid gefällt, hier im Zentrum ein Hochhaus zu bauen?
Ueli Müller: Es geht aus städtebaulicher Sicht darum, auf der Westseite der Gleise eine bewegte Silhouette zu errichten und das Zusammenspiel von Hochhäusern mit niedrigen und mittelgrossen Häusern zu erreichen. Dies war ein Resultat des Masterplanverfahrens. Des Weiteren geht es gemäss unserem städtischen Leitbild darum, mittels verdichtetem Bauen im Zentrum massvoll zu wachsen – und nicht ins Grüne zu bauen.
Welche Bedeutung hat das neue Wohn- und Geschäftshaus Rosenweg?
Es wird ein Markstein, ja ein Leuchtturm für Effretikon. Hier kommen viele Leute an, dank Bahnhof und neuem Bushof wird es hier eine neue Drehscheibe des öffentlichen Verkehrs geben.
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Es hätte die Möglichkeit gegeben, Bushof und Hochhaus aus der Feder desselben Architekturbüros zu erhalten. Jetzt hat sich die Wettbewerbsjury dagegen entschieden und es gibt zwei Projekte von zwei verschiedenen Büros. Ein Risiko?
Nein, ich denke nicht. Man muss einfach die Schnittstellen gut lösen, wo die beiden unterschiedlichen Projekte zusammengeführt werden. Aus meiner Sicht wird das funktionieren.
Zwei Projekte, zwei Bauherren, doch ein Gestaltungsplan. Wie hoch ist die Gefahr, bei einer Ablehnung des Gestaltungsplans durch die Bevölkerung mit Hochhaus aber ohne passenden Bushof oder umgekehrt dazustehen?
Das könnte natürlich auch passieren, wenn der Baukredit für den Bushof vom Volk abgelehnt würde. Es ist so angedacht, dass beide Projekte unabhängig voneinander realisiert werden könnten. Natürlich würde in beiden Fällen etwas fehlen. Es gilt allerdings anzumerken, dass der Bushof abhängig ist vom Baustart des Hochhauses beziehungsweise dem Abriss des bestehenden Gebäudes, dies wegen des benötigten Platzes für einen Teil des Bushofs.
16 Jahre begleitet Sie als Politiker und Stadtpräsident von Illnau-Effretikon die Zentrumsplanung. Was bedeutet es Ihnen, dass die Planung jetzt langsam zu einer Realisierung kommt?
Ich finde es gut, dass man endlich soweit ist. Natürlich ist es noch nicht das neue Zentrum, aber es ist eine Genugtuung, dass einzelne Mosaikteilchen des Masterplans Zentrumsentwicklung Bahnhof West nun umgesetzt werden können. Und ich finde es richtig, dass wir bei der Erstellung des Masterplans nicht ein einziges grosses, sondern sechs kleinere Baufelder konzipiert haben. Dies bringt den Vorteil mit sich, dass etappenweise Projekte umgesetzt werden können. Zudem konnte Rücksicht auf Grundbesitzer genommen werden, die sich den Entwicklungen nicht anschliessen wollten.
Die Fertigstellung werden Sie nicht mehr als Stadtpräsident erleben. Macht Sie das wehmütig?
Ein bisschen vielleicht, aber es ist meistens so am Ende von Legislaturperioden, dass nicht alles abgeschlossen ist. Ich vertraue auch meinem Nachfolger und dem Hochbauvorstand, dass sie das Projekt zu einem guten Ende bringen.
Ueli Müller ist seit 2006 Stadtpräsident von Illnau-Effretikon. Der SP-Politiker ist seit 2011 Präsident der Stadtplanungs- und seit 2015 zudem Präsident der Ortsplanungskommission.
