Markus «Leto» Meyle ist ein Künstler, der schafft, und sich weniger um Auflagen kümmert. So ist es auch zu erklären, dass der Ustermer schon jetzt in Kairo wohnt und bereits erste Werke fertiggestellt hat. Denn eigentlich beginnt das halbjährige Atelierstipendium in der ägyptischen Hauptstadt, das ihm die Stadt Uster ermöglicht, erst im Februar (siehe Box).
«Ich habe den Vertrag nicht richtig gelesen», sagt Meyle während dem Videoanruf und lacht. Der 49-Jährige sitzt in einer kleinen Moschee, die ihm als Atelier dient. Auf einer Nil-Insel rund fünf Kilometer vom Tahrir-Platz entfernt, dem Symbol der ägyptischen Revolution 2011, wohnt und arbeitet Meyle.
(Die Markierung zeigt die Insel auf dem Nil, wo Leto derzeit arbeitet und wohnt)
Eine mehrere kilometerlange Insel, die so knapp über den mächtigen Fluss rage, dass sie schnell mal überflute. An einem Ort, wo Bauern ihre Felder bestellen und Kühe, Gänse oder Esel halten. Und auch das omnipräsente Militär nicht weit ist. «Ja, Ägypten ist ein Militärstaat», sagt Meyle. In seiner kleinen Moschee bekomme er aber freilich nicht viel mit von dieser Macht.

