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Der Umbau der EMK-Kapelle in Turbenthal zieht sich in die Länge

Seit bald zweit Jahren saniert die Evangelisch Methodistische Kirche (EMK) ihre Kapelle in Turbenthal. Auflagen machen der Baukommission das Leben schwer. Doch nun soll bald ein neuer Zeitplan vorliegen.

Von aussen ist sofort ersichtlich, dass die Kapelle saniert wird., Zu Verzögerungen kam es unter anderem, weil der Kanton den Gewässerraum des Chämibachs neu festlegte., Obwohl die Sanierung viel Energie kostet, möchte die EMK ihr aktives Gemeindeleben – z.B. im Gottesdienstraum – vorantreiben.

Foto: PD

Der Umbau der EMK-Kapelle in Turbenthal zieht sich in die Länge

Die Evangelisch-Methodistische Kirche (EMK) in Turbenthal ist seit Monaten eingehüllt. Anstatt der Fassade sieht man Gerüste und Schutzblachen. Doch die Renovationsarbeiten am Gotteshaus im Dorfzentrum scheinen nicht voran zu gehen.

«Die gegenwärtige Situation ist für die EMK-Gemeinde Turbenthal und insbesondere für die Bewohnerin der Kapellenwohnung eine grosse Belastung», sagt Matthias Koch von der EMK Turbenthal-Russikon für die Baukommission.

Finanzierung ist gesichert

Die Bauarbeiten an der Kapelle begannen bereits im Sommer 2020. Geplant ist, unter anderem die Gebäudehülle samt Fenster zu sanieren und die Heizung durch eine ökologischere Wärmepumpe zu ersetzen.

Auch soll ein Anbau an die Stelle vom bisherigen Eingang kommen, und so einen barrierefreien Zugang zum Gottesdienstraum und zu den neuen sanitären Anlagen ermöglichen. Die Sanierung sei zwar aufwendig, doch «die Finanzierung für das gesamte Projekt ist gesichert», betont Koch.

Warten auf den Kanton

Vor einiger Zeit sind die Arbeiten nun zum Erliegen gekommen. Aber schon vorher hatten die Verantwortlichen mit Schwierigkeiten zu kämpfen.

Es  habe sich herausgestellt, dass das Erneuern und Erweitern eines denkmalgeschützten Gebäudes mitten im Dorf für eine durch Spenden finanzierte Freikirche sehr herausfordernd sei, erklärt Koch. «Ganz unterschiedliche Bedürfnisse mussten berücksichtigt werden.»

«Das führte zu einem baulich ungenutzten Sommerhalbjahr.»

Matthias Koch, Sprecher der Baukommission der EMK Turbenthal-Russikon

So gab es beispielsweise Anforderungen der Denkmalpflege oder des Kantons. Das Grundstück, auf dem die Kapelle steht, grenzt an den Chämibach. Um das Bauprojekt planen zu können, musste die EMK erst die neue Festsetzung des Gewässerraums durch die kantonale Behörde abwarten.

Das wiederum brachte Anforderungen des Grund- und Hochwasserschutzes mit sich, die es in Bezug auf die Parzelle zu erfüllen gilt. Laut der Baukommission verzögerte sich so die Eingabe der Baubewilligung. Und dann kam auch noch Pech hinzu. Im Sommer 2021 erkrankte der Architekt. «Das führte zu einem baulich ungenutzten Sommerhalbjahr», so Koch.

Man sieht eine wohl von Hand gezeichnete Visualisierung, wie die Kapelle dereinst aussehen soll. Vorne sieht man den neuen Eingang via einen Pavillon.

Trotz der Schwierigkeiten wurden bereits einige bauliche Massnahmen umgesetzt. «Bisher konnten wir erst die Riss- und Schadensanierung der Fassade beenden und die Innenfenster im Kapellraum entfernen», erklärt das Kommissionsmitglied.  Vieles habe man aber noch nicht in Angriff nehmen können. «An der Aussenhülle sind witterungsbedingt gegenwärtig auch keine Bauarbeiten möglich.»

Derzeit ist offen, wann und wie die Arbeiten weitergehen. Die Kapelle gehört der Evangelisch-Methodistischen Kirche Schweiz. Deren zuständiges Gremium habe die Problematik besprochen, sagt Koch. «Nun werden wir zusammen vor Ort die nächsten Schritte anschauen.»

Ursprünglich wäre geplant gewesen, die Arbeiten in rund anderthalb Jahren abzuschliessen. Im Verlauf des Monats soll nun die weitere Stossrichtung bekannt werden.

Andere Prioritäten

Da das Kirchgebäude 1902 erbaut wurde, hat auch die Denkmalpflege noch ein Wörtchen mitzureden. Von Beginn weg seien deren wesentliche Auflagen bekannt gewesen, gibt Koch zu. «Allerdings kamen nach Beginn des Bauprozesses weitere Konkretisierungen und Anforderungen dazu, die erfüllt werden mussten, damit weitere Teilbaufreigaben erfolgen konnten.»

Eigentlich war gemäss der Baukommission ein vollständiger Ersatz der bestehenden Kapellen- und Vorfenster durch neue, den heutigen energetischen Anforderungen entsprechende Isolierglasfenster vorgesehen.

«Ziel ist es, die Spendengelder für ein funktionelles Zuhause für eine lebendige Freikirchengemeinde zu verwenden. »

Matthias Koch

Die Denkmalpflege verlangte aber den Erhalt der inneren Fenster inklusive Verglasung. Gegen aussen liess sie lediglich eine Aufdoppelung durch Isolierglaselemente zu. Zudem verfügte sie detaillierte Auflagen zur Art der Renovation der Fenster und zur Farbgestaltung.

Das sorgte für zusätzliches Hin und Her, obwohl die Gemeinde eigentlich andere Prioritäten hätte, wie Koch betont: «Ziel war und ist es, die zusammengelegten Spendengelder für ein funktionelles Zuhause für eine lebendige Freikirchengemeinde zu verwenden – und nicht für ein historisches Denkmal.»

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