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Politik

Als sich ein Reformierter und eine schwangere Katholikin das Ja-Wort gaben

Vor ihrer Hochzeit vor 70 Jahren lebten Ernst und Maria Bühler für kurze Zeit in wilder Ehe. Gar keine Freude daran hatte der Präsident der Wilemer Kirchenpflege.

Es war 1948 an der Chilbi in Oberwinterthur. Da lernte Ernst Bühler, damals Lehrling bei der Firma Sulzer, Maria Della Valle kennen. Sie war eine Gastarbeiterin aus dem Veltlin und arbeitete auf einer Hühnerfarm.

Bühler war 16 Jahre alt, seine zukünftige Freundin knapp 18. Die beiden kamen sich näher und wurden ein Paar. Dann kam das Frühjahr 1951 und Maria wurde schwanger. «Da wusste ich, dass wir heiraten müssten», erinnert sich Ernst Bühler.

Eine Stange Zigaretten

Das Problem: Er war erst 19 und noch nicht volljährig. Die Grenze lag damals bei 20 Jahren, in Italien für Maria sogar bei 21. «Wir mussten uns darum kümmern, dass wir für ehemündig erklärt werden.»

Damit auch seine schwangere Freundin diese Erlaubnis bekam, reisten die beiden im August 1951 ins Veltlin. «Ich gab dem Gemeindepräsidenten eine Stange Zigaretten und eine Woche später hatten wir die Bewilligung aus Rom», sagt Bühler. Der Zürcher Regierungsrat hingegen liess sich Zeit.

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Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

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