Bald müssen auch die Lindauer fürs Parken in die Tasche greifen
Parkieren soll in Lindau bald kostenpflichtig werden, wenn auch nicht überall. Der Gemeinderat will sein Parkierungsreglement entsprechend anpassen. Sicherheitsvorsteherin Pia Lienhard (FDP) sagt, dass die Gemeinde schon länger ein neues Parkierungsreglement vorgesehen habe.
Zudem sei das Autoabstellen im letzten Jahr aufgrund der Pandemie zu einem grossen Thema geworden. «Weil die Leute vermehrt im Homeoffice arbeiten, haben einige tagelang in den Quartieren geparkt. Das hat für Unmut gesorgt .» Denn bei Neubauten müssen nach heutigem Stand eine gewisse Anzahl Parkplätze für die Mieterschaft zur Verfügung stehen , während Anwohner und Mitarbeitende gratis auf der Strasse parkieren können, so Lienhard.
Wobei es in Lindau schon heute gewisse Regeln gibt. So ist etwa bei der Sportanlage Grafstal die Parkzeit auf vier Stunden begrenzt und beim Gemeindehaus auf zehn Stunden. Ansonsten dürfen Fahrzeuge bis zu 72 Stunden ununterbrochen auf öffentlichem Grund abgestellt werden.
Wie Lienhard sagt, habe die Gemeinde einen privaten Sicherheitsdienst mit der Kontrolle der 72-Stunden-Regel beauftragt. «Aber es ist klar, dass sie dabei nicht die ganze Woche jedes einzelne Auto kontrollieren können.»
Tages-bis Jahreskarte
Das neue Parkreglement bringt einige Änderungen mit sich. Erarbeitet hat es die Gemeinde zusammen mit einem privaten Raumplanungsbüro. Dieses schlägt eine Reihe von Massnahmen vor. So soll auf den Lindauer Strassen neu nur noch eine Abstelldauer von maximal vier Stunden möglich sein. Autofahrer, die ihr Fahrzeug länger parkieren wollen, müssten eine Parkkarte kaufen. Dabei ist angedacht, Tageskarten für 10 Franken, Monatskarten für 50 und Jahreskarten für circa 500 Franken anzubieten.
«Wir wollen, dass für Familien ein Tag in der Badi bezahlbar bleibt.»
Pia Lienhard (FDP), Gemeinderätin Lindau
Anders sähe es auf den offiziellen Parkplätzen aus, wie etwa bei der Grafstaler Badi und der Sportanlage oder beim Gemeindehaus. Dort könnten Autofahrer ihre Fahrzeuge bis zu 24 Stunden stehen lassen. Dafür bezahlen sie bis zu 10 Franken.
Dabei will die Gemeinde etwa für die Badi und den Sportplatz Ausnahmen schaffen. Lienhard sagt dazu: «Wir wollen, dass für Familien ein Tag in der Badi bezahlbar bleibt.» Fünf Franken soll die Parkgebühr für einen Tag kosten. Lienhard macht aber auch klar, dass die Bevölkerung mit dem kostenpflichtigen Parkieren zur Nutzung des ÖV oder des Velos animiert werden soll. Schliesslich wolle die Gemeinde auch ihrem Energiestadt-Labels gerecht werden.
Der Souverän entscheidet
Die neuen Gebühren sind in Lindau aber noch nicht in Stein gemeisselt. An der Infoveranstaltung im Januar soll gemäss Lienhard die Meinung der Bevölkerung miteinbezogen werden. «Die Lindauerinnen und Lindauer haben dann Gelegenheit mitzureden und mit dem Gemeinderat über die Änderungen zu diskutieren.»
Die besagte Infoveranstaltung zum Thema «Parkieren im öffentlichem Strassenraum und auf Parkierungsanlagen» wird am 24. Januar virtuelle durchgeführt. Ein Link zur Teilnahme wird auf der Internetseite der Gemeinde demnächst publiziert.
Für die Umsetzung des neuen Reglements rechnet das Raumplanungsbüro nach heutiger Planung mit Kosten von rund 124’000 Franken für die Gemeinde. Das letzte Wort haben die Stimmberechtigten dann voraussichtlich an der Gemeindeversammlung im Juni 2022.
