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Paketboten sind im Dauerstress

Wer in der Weihnachtszeit ein Paket aufgibt, darf damit rechnen, dass dieses auch pünktlich ankommt. Welcher Aufwand dahinter steckt, zeigt sich während Frühschichten im Logistikzentrum der Post in Hinwil.

Im Logistikzentrum in Hinwil arbeiten in der Adventszeit 110 Paketbotinnen und Paketboten., Die Pakete in den vollgepackten Gitterwagen müssen erst einmal alle den Weg in den korrekten Lieferwagen finden., Das Einladen in die gelben Lieferwagen wird stets von zwei Boten erledigt.

Bild: Roger Hofstetter

Paketboten sind im Dauerstress

Schon um 6 Uhr früh herrscht im Logistikzentrum der Post in Hinwil reger Betrieb. Der Schlussspurt der letzten Woche vor Weihnachten ist im Gange. Für die 110 Paketbotinnen und Paketboten bedeutet dies: Arbeit unter Hochdruck. In der Adventszeit werden täglich 20 Pakettouren mehr als in den restlichen Monaten geleistet. Üblicherweise sind es 90 Touren pro Tag.

Regionale Sondierung

In der sogenannten «Distributionsbasis» in Hinwil werden die Pakete aus den grösseren Sondierzentren angeliefert. Dann wird die Verteilung für die umliegende Region vorbereitet. Im Gebäude an der Studbachstrasse 11, in dem die Briefpost wie auch die Paketpost untergebracht sind, ist der Arbeitstag kurz nach 6 Uhr längst angebrochen.

Frühmorgens treten hier Berge von Paketen ihre Reise zu ihrem Bestimmungsort im Zürcher Oberland an. Dafür müssen zuerst vollgepackte Gitterwagen durch die Betriebshalle geschoben, ausgeladen und die Pakete in die Lieferwägen gefüllt werden.

Der ganze Prozess von der Sortierung, der Verteilung zu den entsprechenden Lieferwägen, bis hin zum Einladen und losfahren, dauert durchschnittlich eineinhalb Stunden. Pro Lieferwagen sind jeweils zwei Mitarbeiter mit dem Beladen beschäftigt.

Hektische Zeit

Pünktlich um 7.30 Uhr 30 fahren die 110gelben Lieferwägen dann in alle verschiedenen Himmelsrichtungen los, damit jedes einzelne Paket am geplanten Zielort pünktlich ankommt. Selbst am 23. Dezember können noch «Priority-Pakete» aufgegeben werden, die an Heiligabend dann schon unter den Weihnachtsbäumen liegen.

«In dieser Phase arbeiten die Mitarbeitenden Hand in Hand.»

Markus Werner, Postsprecher

In der Vorweihnachtszeit sind schweizweit insgesamt rund 4’400 Mitarbeitende in den Sortierzentren und 3’700 Paketpöstlerinnen und Paketpöstler auf den Strassen im Einsatz. Dazu kommen 10’000 Briefpöstlerinnen und Briefpöstler, von denen mehr als die Hälfte auch kleine Pakete zustellt. «In dieser Phase arbeiten die Mitarbeitenden Hand in Hand», sagt Postsprecher Markus Werner

Anspruchsvoll und intensiv

Laut Werner, ist der Job in der Paketzustellung körperlich sehr anspruchsvoll. «Die Pakete sind zum Teil bis zu 30 Kilogramm schwer. Zudem leisten die Mitarbeitenden bereits seit Monaten Schwerstarbeit.»

«Die Pakete sind zum Teil bis zu 30 Kilogramm schwer. Zudem leisten die Mitarbeitenden bereits seit Monaten Schwerstarbeit.»

Markus Werner, Postsprecher

Bereits während der pandemiebedingten Lockdowns sei ständig so viel gearbeitet worden, wie sonst jeweils nur während Vorweihnachtszeiten. «Diese Zeiten sind und waren alle sehr intensiv», sagt Werner. Der jeweilige Jahreshöchststand an Paketmengen sei bereits Mitte Dezember erreicht worden.

Gegenseitige Unterstützung

Damit die Zustellung in der Vorweihnachtszeit aufrechterhalten werden könne, sei seitens der Mitarbeiter viel Flexibilität gefragt. «Das Personal der Briefpost unterstützt seit Beginn des letzten Jahres die Paketpöstler», sagt Werner. Das bedeutet, dass auch Briefträgerinnen und Briefträger kleinere Pakete auf ihre Touren mitnehmen und verteilen müssen. Zudem gelte im Monat Dezember ein Ferienstopp für alle Mitarbeitenden.

Technisches Hilfsmittel in Probephase

In der Paketverarbeitung ist sehr viel Handarbeit gefragt, doch eine neue Technologie ist in Sichtweite. So kommen sogenannte «Exoskelette» zum Einsatz. «Das sind Stützgeräte, welche die Mitarbeitenden mit Bändern, Gelenken und Leitschienen unterstützen, wenn sie schwere Pakete heben müssen», erklärt Werner.

Ein Exoskelett vermindere die Last um zirka 20 bis 30 Prozent. Diese Hilfen wurden in einzelnen Postzentren bereits getestet. Die Ergebnisse seien laut Werner vielversprechend. «Schweizweit wurden 50 solcher Traghilfen in enger Begleitung von Betriebsphysiotherapeuten eingesetzt.» Diese Woche wurde zum ersten Mal ein Exoskelett auch im Logistikzentrum in Hinwil getestet.

Florierender Onlinehandel

Die Mitarbeitenden der Schweizerischen Post verarbeiten aufgrund des zunehmenden Onlinehandels immer mehr Pakete. Zudem stiegen die Paketmengen wegen der Corona-Pandemie im vergangenen Jahr noch zusätzlich an. «2020 zählte die Post über 191 Millionen Pakete auf ihren Sortieranlagen», sagt Werner. Das sei ein Anstieg von 23 Prozent gegenüber dem Jahr 2019. «Ein absoluter Rekord», meint Werner.

«Derzeit liefern wir schweizweit jeden Tag mehr als eine Million Pakete aus.»

Markus Werner, Postsprecher

Und die Zahlen steigen weiter an. «Derzeit liefern wir schweizweit jeden Tag mehr als eine Million Pakete aus.» Allein in der Woche um den «Black Friday» und den «Cyber Monday» habe die Post 7,4 Millionen Pakete sortiert und in Haushalte geliefert. Man gehe davon aus, dass man bis Ende dieses Jahres schweizweit erstmals mehr als 200 Millionen Pakete zugestellt haben wird, so Werner. «Die Post stellt aktuell so viele Pakete zu wie noch nie zuvor in ihrer Geschichte.»

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