Das «scharfe Eck» in Wila ist nun Vergangenheit
Der Trottoir-Abschnitt war in Wila allen bekannt. Wer vom Ortmuseum entlang der Tösstalstrasse Richtung Bahnhof unterwegs war, der musste die enge Stelle bei der Hausnummer 39 passieren.
Immer wieder hat es da in der Vergangenheit Unfälle gegeben. Doch diese Zeiten sind hoffentlich vorbei.
Seit letzter Woche können Fussgängerinnen und Fussgänger das verbreiterte Trottoir passieren. Die Bauarbeiten sind abgeschlossen.
Sicherer Schulweg
Gemeindepräsident Hans-Peter Meier (SVP) freut sich, dass die Verkehrssicherheit besser gewährleistet sei. «Schliesslich ist dieses Trottoir an der Tösstalstrasse auch Teil des Schulweges für viele Kinder.»
«Wir sind in der Vergangenheit schon mehrmals auf den Kanton zugegangen. »
Hans-Peter Meier (SVP), Gemeindepräsident von Wila
Trotzdem wurde lange nichts unternommen. Das Trottoir fällt in die Zuständigkeit des Kantons, da die Tösstalstrasse eine Kantonsstrasse ist.
«Wir sind in der Vergangenheit schon mehrmals auf den Kanton zugegangen, doch erst Anfang 2020 haben wir eine Lösung für das Trottoir gefunden», sagt Meier bei einem Augenschein vor Ort.
Landabtausch macht es möglich
Möglich wurde dies, da die Furrer Liegenschaften und Beteiligungen AG und der Kanton sich auf einen flächengleichen Landabtausch einigten.
Das Gebäude an der Tösstalstrasse gehört der Wilemer Immobilienfirma. «Der Kanton bezahlt sonst wenig bis gar nichts für Land, da Landabtretungen für Trottoir- und Strassensanierungsprojekte oftmals kostenlos oder zu einem sehr tiefen Wert erfolgen», erklärt Mitinhaber Elias Furrer.
Das Haus an der Tösstalstrasse 39 (gelb) und die beiden Wilemer Schulhäuser (violett). (Karte: Google MyMaps)
Der Landabtausch sei deshalb die bessere Lösung für seine Firma. Im Gegenzug wurde auf eine Entschädigung für die Gebäudeverkleinerung verzichtet.
Rechtlich einwandfrei
Der Kanton beauftragte die Architektengruppe 4 mit der Planung für die Trottoirverbreiterung. Bei dieser Firma ist Elias Furrer ebenfalls Mitinhaber.
«Wir mussten das Projekt aber natürlich wie üblich beim Kanton mit Kostenvoranschlägen einreichen», versichert er. Dieses Vorgehen sei rechtlich einwandfrei.
«Wir waren sogar etwas schneller als erwartet.»
Elias Furrer, Projektleiter
Der Kanton rechnete ursprünglich mit Ausgaben in der Höhe von rund 120’000 Franken. «Die Endabrechnung ist noch nicht erstellt, aber wir bewegen uns sicher in diesem Rahmen», sagt Furrer.
Die Bauarbeiten begannen Mitte Oktober und dauerten rund zwei Monate: «Es verlief alles nach Plan, wir waren sogar etwas schneller als erwartet», meint der Projektleiter.
Haus blieb bewohnt
Damit das Trottoir verbreitert werden konnte, musste die Fassade des Hauses zurückversetzt werden. «Zuerst mussten wir innen eine neue Betonbrüstung hochziehen, die Holzständerkonstruktion erstellen und erst dann konnte die alte Fassade zurückgebaut werden.»
Die beiden Bewohner blieben während den Umbauarbeiten im Haus. «Einzig die Stube und ein Schlafzimmer konnten sie wären der Bauzeit nicht benutzen.»
