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Oberländer Altersheime gehen voran

Seit November können sich über 65-Jährige die Boosterimpfung verabreichen lassen. Die Alters- und Pflegezentren in der Region haben ihre Bewohnerinnen und Bewohner schon weitgehend mit der dritten Impfung geschützt.

Das Thema «Boostern» haben viele Alters- und Pflegezentren im Oberland bereits hinter sich gebracht., Im Alterszentrum «Am Wildbach» gilt generell keine Impfpflicht, da befürchtet wird, dass man Personal verlieren könnte., Das Zentrum «Sunnegarte» in Bubikon hat die Drittimpfung betreffend eine Quote von 100 Prozent erreicht.

Archivbild: Seraina Boner

Oberländer Altersheime gehen voran

Laut der Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich hat rund die Hälfte der Personen über 65 Jahren inzwischen eine Boosterimpfung erhalten. In den vier Altersheimen, die sich gegenüber dieser Zeitung äusserten, ist die Quote noch höher.

«Alle, die es wollten, haben sich in unserem Heim bereits die Boosterimpfung verabreichen lassen», sagt Markus Schaaf, der Geschäftsführer vom Zentrum Rämismühle in Rämismühle-Zell. Es gebe nur wenige Bewohner im Altersheim, die sich nicht haben boostern lassen wollen. «Es sind über 80 Prozent zum dritten Mal geimpft», sagt Schaaf.

«Alle, die es wollten, haben sich in unserem Heim bereits die Boosterimpfung verabreichen lassen.»

Markus Schaaf, Geschäftsführer Zentrum «Rämismühle»

Auch schon beinahe alle Pflegekräfte seien zum dritten Mal geimpft, wobei man einen gewissen Teil von ihnen erst zu Beginn des neuen Jahres boostern lassen könne, da deren zweite Impfung noch kein halbes Jahr zurückliege. «Wir sind auf einem guten Weg», meint Schaaf.

Trotzdem hätte er sich die Freigabe von Swissmedic für die dritte Impfung früher gewünscht. Rückblickend habe man zu spät damit begonnen, alle die es wollten, boostern zu lassen. «Mittlerweile können sich immune Personen in unseren öffentlichen Innenbereichen dafür nun ohne Masken bewegen», erklärt Schaaf. Nicht immune Personen seien jedoch nach wie vor verpflichtet, überall eine Maske zu tragen.

Fast hundertprozentige Quote

Noch weiter ist man die Boosterimpfung betreffend im Alters- und Pflegezentrum Rosengasse in Russikon. Dort wurden am 17. November 31 der 32 Bewohnerinnen und Bewohner zum dritten Mal von einer engagierten Ärztin geimpft.

«Eine neueingetretene Person erhielt erst die erste Impfdosis, sodass die Impfquote der Bewohnenden bei praktisch 100 Prozent liegt», erklärt der Leiter Maurizio Ciardo. Alle anderen Bewohnenden seien bereits zweimal geimpft gewesen. Die Quote der geimpften oder genesenen und teilweise schon geboosterten Mitarbeitenden liege derweil zwischen 85 und 90 Prozent.

«Am Wildbach» setzt auf Freiwilligkeit

Im Alterszentrum Am Wildbach in Wetzikon wird was Corona-Impfungen betrifft generell auf Freiwilligkeit gesetzt. Im Haus gibt es keine Impfpflicht. «Die impfwilligen 182 Bewohnerinnen und Bewohner wurden schon Ende November zum dritten Mal geimpft», sagt Retus Giger, der Leiter des Alterswohnheims. Verweigerungen habe es keine gegeben.

«Die impfwilligen 182 Bewohnerinnen und Bewohner wurden schon Ende November zum dritten Mal geimpft.»

Retus Giger, Leiter Alterswohnheim «Am Wildbach»

Was das Personal betreffe, so werde dieses im Verlauf dieser Woche geboostert. «Auch hier gibt es nur eine Empfehlung auf freiwilliger Basis», erklärt Giger. Man könne es sich nicht leisten, das Personal unter Druck zu setzen. Die Fluktuation von Pflegepersonal sei schon immer ein aktuelles Thema gewesen und habe sich während der Corona-Pandemie noch verstärkt. «Wir wollen nicht aufgrund von Druck oder einem Zwang Pflegekräfte verlieren.»

70 von 70 geboostert

Die höchstmögliche Impfquote hinsichtlich des Boosters wurde im Zentrum «Sunnegarte» in Bubikon Anfang Dezember erreicht. «Allen unserer 70 Bewohnerinnen und Bewohnern wurde die Drittimpfung verabreicht», sagt der Leiter Peter Grossholz. Alle Geimpften seien zuvor befragt worden, ob der Wille vorhanden sei. Dies war offensichtlich der Fall gewesen.

«Allen unserer 70 Bewohnerinnen und Bewohnern wurde die Drittimpfung verabreicht.»

Peter Grossholz, Leiter Zentrum «Sunnegarte»

Etwas niedriger ist die Impfquote betreffend der Boosterimpfung beim Personal. «Diese liegt zwischen 75 und 80 Prozent», meint Grossholz. Als die erste Impfung im Frühling 2021 auf den Markt kam, habe die Quote beim Personal anfangs gerade einmal bei 45 Prozent gelegen.

Für eine Boosterimpfung muss ein Termin vereinbart werden. Personen im Alter von 16 bis 65 Jahren werden seit dem 29. November im Kanton Zürich per SMS oder Brief kontaktiert, sobald ihre Grundimmunisierung mindestens sechs Monate zurückliegt. Nach wie vor sind auch Erst- und Zweitimpfungen möglich und dringend empfohlen. Gemäss Angaben der kantonalen Gesundheitsdirektion gibt es derzeit ausreichend freie Termine. In den Monaten Dezember und Januar haben rund 500’000 Personen die Möglichkeit, eine Boosterimpfung zu buchen. Die Impfhotline 0848 33 66 11 steht für Fragen zur Boosterimpfung täglich von 7 bis 23 Uhr zur Verfügung.

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