Baumer sagen Ja zu Tempo 50 im Weiler Seewadel
Gemeindepräsident Andreas Sudler (parteilos) war sehr optimistisch, als er um 20 Uhr die Gemeindeversammlung in der reformierten Kirche in Bauma eröffnete: «Normalerweise sagt man: ‹Zuerst die Arbeit, dann das Vergnügen.› Heute drehen wir das um.»
Sudler berichtete von der letzten Gemeinderatsreise ins Bernbiet, wo die Exekutive unter anderem gemeinsam einen Schriftzug «Bauma» geschmiedet hatte. Zudem zeigte er einen neuen fünfminütigen Imagefilm über die Gemeinde.
Lapsus im Budget
Der formelle Teil der Versammlung begann deshalb rund eine Viertelstunde später. Insgesamt hatten 62 Stimmberechtigte den Weg in die Kirche gefunden.
Ihnen stellte Gemeinderat Flavio Carraro (parteilos) zunächst das Budget vor. Und er musste einen kleinen Lapsus eingestehen: «Wir haben eine IT-Lösung budgetiert, in die wir gar nicht investieren.»
Die Rechnungsprüfungskommission (RPK) habe diesen Fehler jedoch bemerkt und stelle deshalb den Antrag, die Position aus dem Budget zu streichen.
«Dadurch verbessert sich auch unser erwarteter Ertrag um 30’000 Franken», erklärte Carraro. Neu rechne die Gemeinde mit einem Überschuss von 37’000 Franken.
Mehr Geld für den «Halli»-Umbau
Im Namen der FDP Bauma stellte Rudolf Bertels zusätzlich den Antrag, dass die Gemeinde im Budget die erwarteten Grundstückgewinnsteuern um 350’000 Franken erhöht.
«Auf das Ergebnis der Gemeinde hat das keinen Einfluss.»
Rudolf Bertels, Präsident der FDP Bauma
«Diese werden wohl üppiger ausfallen als eigentlich budgetiert», erklärte Bertels. Mit dem Ertrag solle die Vorfinanzierung des Hallenbadumbaus aufgestockt werden. «Und zwar von 350’000 auf 700’000 Franken.»
Damit würde Bauma das Ziel von vier Millionen Franken bereits nächstes Jahr erreichen, anstatt erst 2023. «Auf das Ergebnis der Gemeinde hat das keinen Einfluss», betonte Bertels.
Arbeitslose Stimmenzähler
Ohne zusätzliche Diskussionen wurde über die beiden Anträge getrennt abgestimmt. Die Stimmenzähler mussten dabei nicht zum Einsatz kommen. «Das ist ein deutliches Mehr», stellte Gemeindepräsident Sudler bei beiden Abstimmungen sofort fest.
Im Anschluss wurden auch das Budget und der Steuerfuss von 120 Prozent genehmigt.
Noch zügiger ging die Behandlung des nächsten Traktandums über die Bühne: Die Projekt- und Kreditgenehmigung für den Fussgängerschutz und die Strassenentwässerung auf der Stegstrasse im Weiler Seewaldel.
Hundert Mal erklärt
Das Projekt beinhaltet unter anderem eine Anpassung der erlaubten Fahrgeschwindigkeit. Bereits 2017 hatte die Gemeindeversammlung eine Initiative angenommen, die eine Temporeduktion im Weiler forderte. Und zwar von 80 auf 60 Kilometer pro Stunde. Das neue Projekt sieht nun sogar eine Tempo-50-Zone vor.
«Dies ist jedoch nur möglich, wenn wir Eingangstore, also Inseln in der Strassenmitte, als verkehrsberuhigende Massnahme bauen», erklärte Sudler.
Eine Tafel allein reiche gemäss den Verkehrsexperten nicht. Sonst würden sich die Autofahrer nicht an das Tempolimit halten.
«In der Zwischenzeit haben mir der Kanton und die Polizei das etwa hundert Mal erklärt, jetzt verstehe ich es auch», fügte Sudler lachend hinzu.
Keinen Rappen mehr
Die Umsetzung des Projekts wird im Rahmen der notwendigen Sanierungsarbeiten der Stegstrasse stattfinden. 2018 wurde der Weiler Seewadel wegen der Initiative bei der Strasseninstandsetzung ausgespart.
«Wir bezahlen nur 350’000 Franken für den Fussgängerschutz und die Entwässerung, und keinen Rappen mehr», betonte Sudler. Die übrigen Kosten in Höhe von rund zwei Millionen Franken trage der Kanton. Der Baubeginn ist im Frühjahr vorgesehen.
Eine Diskussion zum Traktandum war nicht gewünscht und die Anwesenden genehmigten das Projekt erneut mit grosser Mehrheit.
Bauabrechnung von 2014
Zuletzt galt es für die Baumerinnen und Baumer, noch Altlasten zu bereinigen und die Schlussabrechnung des Neubaus des Bliggenswilerbachs zu genehmigen.
Hierfür hatte die Gemeindeversammlung 2005 und 2011 zwei Kredite von insgesamt 1,14 Millionen Franken angenommen. Die Bauabrechnung des Ingenieurbüros von 2014 war jedoch nicht der Gemeindeversammlung vorgelegt worden.
Das wurde nun nachgeholt. Trotz einer Kreditüberschreitung von rund 40’000 Franken genehmigten die Anwesenden die Abrechnung.
Neue Website
Die Website der Gemeinde Baum ist gemäss Gemeindepräsident Andreas Sudler in die Jahre gekommen. «Man findet auch nichts auf die Schnelle», meinte er.
Deshalb ist ein Re-Design des Internetauftritts angedacht. Sudler forderte die Anwesenden auf, an der dafür lancierten Umfrage teilzunehmen. Dies ist unter folgendem Link möglich.
