Wila plant zwei Tempo-30-Zonen – im Zentrum und in der Au
Nur rund 20 Personen fanden sich am Donnerstagabend im Saal des Schulhauses Eichhalde in Wila ein. Vor der Gemeindeversammlung wollte der Gemeinderat über die geplante Einführung der Tempo-30-Zonen berichten.
Zu diesem Thema führte die Gemeinde im Frühjahr 2020 eine Umfrage durch. Das Resultat: Eine knappe Mehrheit der Teilnehmenden würde die Temporeduktion in gewissen Gebieten begrüssen.
Am Informationsanlass dabei war auch Bauingenieur Thomas Buhl vom Büro Widmer, das mit der Machbarkeitsstudie beauftragt wurde.
Zu schnell auf der Bahndammstrasse
Im Rahmen der Studie wurden auf dem Gemeindegebiet von Wila verschiedene Tempomessungen durchgeführt.
«Aufgrund dieser Daten haben wir Bereiche definiert, wo Tempo-30-Zonen eingeführt werden könnten.»
Thomas Buhl, Bauingenieur
Dabei wurde festgestellt, dass das Geschwindigkeitsniveau auf einigen Strassen sehr hoch ist. Beispielsweise auf der Bahndammstrasse, wo 85 Prozent der Fahrzeuge bis zu 56 Kilometer pro Stunde fahren.
«Aufgrund dieser Daten haben wir Bereiche definiert, wo Tempo-30-Zonen eingeführt werden könnten», erklärte der Bauingenieur.
Davon gibt es auf dem Gemeindegebiet einige, beispielsweise im Gebiet um das Primarschulhaus Eichhalde, im Gassacker-Quartier oder zwischen der Tösstalstrasse und der Töss.
«In einem ersten Schritt möchte sich die Gemeinde auf das östliche Ortszentrum und die Au konzentrieren», erläuterte Thomas Buhl.
Einengungen und Markierungen
Um die gewünschte Temporeduktion zu erreichen, sind auf der Bahndammstrasse, der Stationsstrasse, der Tablatstrasse und in der Au bauliche Massnahmen notwendig.
Wie das im Endeffekt genau aussieht, ist erst in den Grundzügen bekannt: «Es sind vor allem seitliche Einengungen geplant», erklärte Buhl. Ebenso könnten beispielsweise am Knoten der Stationsstrasse, der Kugelgasse und der Tablatstrasse neue Rechtsvortrittmarkierungen angebracht werden.
Rekurse sind möglich
Nach der Präsentation stellte Gemeindepräsident Hans-Peter Meier (SVP) das weitere Vorgehen vor. «Bis am 30. Januar können Sie zu diesen Plänen Stellung nehmen», forderte er die Anwesenden auf.
«Wir hoffen, dass wir nächsten Sommer mit der Realisierung beginnen können – das ist aber von verschiedenen Faktoren abhängig.»
Hans-Peter Meier, Gemeindepräsident von Wila
Daraufhin werden die Massnahmen allfällig angepasst. «Im Anschluss muss ein Gutachten erstellt werden, die Kantonspolizei muss dieses definitiv beurteilen und der Gemeinderat entscheiden», führte Meier aus. Erst dann werde das Projekt öffentlich aufliegen – und Rekurse seien möglich.
Im Sommer beginnen
Nun durften die Anwesenden Fragen stellen. Einer von ihnen wollte wissen, wie der Zeitplan des Gemeinderats aussieht: «Wir hoffen, dass wir nächsten Sommer mit der Realisierung beginnen können – das ist aber von verschiedenen Faktoren abhängig», erläuterte Meier.
Ein weiterer Anwesender wollte wissen, ob auch grosse Schwellen, sogenannte Berlinerkissen, geplant sind: «Das ist in einem zweiten Schritt möglich», sagte Thomas Buhl. «Die Kantonspolizei wird nach der Einführung weitere Tempomessungen durchführen, und allenfalls braucht es zusätzliche Massnahmen.»
Gemeindeversammlung macht mit
Nach gut 45 Minuten war die Informationsveranstaltung vorbei. Am gleichen Abend wurde jedoch an der Gemeindeversammlung im Rahmen der Budgetdebatte das Thema nochmals aufgegriffen.
Martin Furrer, der Präsident der SVP Wila, stellte den Antrag, dass die budgetierten 100’000 Franken für die Einführung der Tempo-30-Zonen gestrichen werden. «Es ist die Aufgabe des Stimmbürgers, über solche Verkehrsmassnahmen zu entscheiden», argumentierte er.
Sein Antrag wurde jedoch abgelehnt. Folglich steht der geplanten Vernehmlassung nichts im Weg.
