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Wassertiere können im Herbst ein neues Refugium in Greifensee beziehen

Die Greifenseer debattierten an der Gemeindeversammlung lebhaft über die Revitalisierung des Werrikerbachs. Trotz einiger Gegenstimmen kann das Bauvorhaben nun angepackt werden – ganz zur Freude der Primarschule.

Heute sieht der Werrikerbach so aus. Doch nach dem Entscheide der Greifenseer soll die Natur mehr Platz bekommen.

Foto: PD

Wassertiere können im Herbst ein neues Refugium in Greifensee beziehen

Der Werrikerbach soll in Etappen auf der gesamten Länge in Bezug auf Ökologie, Hochwasserschutz und Erholung aufgewertet werden. Am Mittwochabend konnte die Bevölkerung an der Gemeindeversammlung in Greifensee darüber entscheiden, ob der 335 Meter lange Bachlauf im Abschnitt vom Zentrum Meierwis bis zur Dorfstrasse revitalisiert werden soll. Dies sorgte im Landenberghaus für rege Diskussionen.

Vereinfacht gesagt: Der Gemeinderat will die Böschungen beim Werrikerbach abflachen, dem Gewässer so mehr Platz geben und der Natur mehr Spielraum bieten. Zudem wird bei der Primarschule Greifensee ein Zugang zum Werrikerbach geschaffen. Im Projekt ist das als «Schulzimmer im Freien» vermerkt.

Gemäss Gemeinderat Thomas Honegger (Grüne) war das ein ausdrücklicher Wunsch der Schule. Dort soll ein Platz mit Sitzsteinen mit diversen Bäumen und Sträuchern sowie einem Zaun entlang der Schule entstehen.

Gemeinde kommt günstig weg

Die Baukosten für diese erste Etappe sind auf 755’000 Franken beziffert. Weil Bund und Kanton 374’000 Franken beisteuern und 150’000 aus einem privaten Fond kommen, der solche Projekte unterstützt, muss die Gemeinde voraussichtlich nur noch 231’000 Franken dafür ausgeben.

Bei den 57 Stimmberechtigten waren allerdings weniger die Kosten für Lob und Kritik am Bauunterfangen ausschlaggebend. Ein Votant befürchtete beispielsweise, dass mit dem neu geschaffenen Erholungsraum Lärm und Littering zunehmen würden.

Zudem werde das Hochwasserproblem mit dem vorliegenden Projekt nicht gelöst, weil dazu der ganze Bach revitalisiert werden muss. Thomas Honegger erinnerte daran, dass noch weitere Etappen folgen werden, über die wiederum an Gemeindeversammlungen entschieden werden müssten. Etwa der Abschnitte von der Dorfstrasse bis zum See.

Etappen oder Salamitaktik?

Zudem liegt der Werrikerbach, der insgesamt 2,3 Kilometer lang ist, auch auf Gemeindegebiet von Uster. Die Ustermer Politik wird sich also auch noch mit dem Gewässer beschäftigen müssen. Der Kanton muss ebenfalls noch seinen Teil am Gelingen des gesamten Bauvorhabens beitragen, etwa im Bereich der Dorfstrasse.

«Das ist ein unsinniges Projekt. Es braucht keinen begehbaren Bach.»

Greifenseer Stimmberechtigter

Ein Umstand, der bei einigen Greifenseer für Unmut sorgte. «Das ist doch Salamitaktik», sagte ein Votant. Ein anderer Greifenseer monierte, dass mit dem geplanten Zugang zum Wasser die Sicherheit der Schülerinnen und Schüler in Gefahr sei. Dagegen erzählte ein Vater, wie begeistert seine Tochter zuhause von dem Projekt erzählte, als sie in der Schule von dem Vorhaben erfahren habe.

«Das ist ein unsinniges Projekt. Es braucht keinen begehbaren Bach», sagte dagegen ein anderer Votant. Dies sorge nur dafür, dass Menschen und Hunde mögliche Wassertiere verscheuchten. Die Revitalisierung «unsinnig» zu nennen sei unfair, brachte ein anderer Redner ein. Früher oder später müsse der Hochwasserschutz so oder so realisiert werden.

Ähnlicher Meinung war auch eine Mehrheit der Stimmberechtigten. Mit 44 Ja- zu 13 Nein-Stimmen war das Resultat deutlich. Damit gab die Versammlung grünes Licht für das Unterfangen. Die Bauarbeiten am Werrikerbach sollen im Juni beginnen und bereits im Oktober 2022 abgeschlossen sein.

 

Unumstrittene Geschäfte

Weniger zu reden gaben die weiteren Traktanden. Das Budget 2022 mit einem Minus von 631’000 Franken, bei einem Aufwand von 29,4 Millionen Franken, wurde einstimmig genehmigt. Ebenfalls genehmigt wurde die Einführung des kommunalen Mehrwertausgleichs. Damit gilt in Greifensee bei einer Freifläche von 2’000 Quadratmetern der maximale Abgabesatz von 40 Prozent. Die Stimmberechtigten bewilligten zudem die Bauabrechnung für das Landenberghaus und das Pfarrhaus. Die Gesamtkosten des Umbau- und Sanierungsprojektes belaufen sich auf 13,05 Millionen Franken, was eine Kostenüberschreitung von rund 392’000 Franken ergibt.

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