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Neue Führung und alte Sorgen

Mönchaltorf hat eine neue Kirchgemeindeordnung. Die Stimmberechtigten zeigten sich im Gegensatz zur Abstimmung im Sommer zufrieden mit der Arbeit der Kirchenpflege. Eine Hauptsorge der Kirche bleibt aber.

Hinter den Mauern der Kirche wurden diese Woche entscheidende Geschäfte beschlossen – und Personalsorgen bekanntgegeben.

Foto: Nicolas Zonvi

Neue Führung und alte Sorgen

15 Stimmberechtigte haben an der Kirchgemeindeversammlung in Mönchaltorf der neuen Kirchgemeindeordnung zugestimmt. Dass sich nur 15 Leute und ein paar wenige ohne Stimmrecht am Mittwochabend in der Kirche einfanden, ist überraschend.

Denn das Geschäft sorgte noch an der Versammlung im Juni für ordentlich Feuer in der Debatte zwischen Kirchgemeindemitgliedern und dem damaligen Kirchpflege. Stein des Anstosses war die Informationskultur der Exekutive, die in den Augen der Mitglieder ungenügend war. Mit einer Einzelinitiative wollten vier Mitglieder die Kirchenführung zu einer besseren Publikation verpflichten.

Das Ganze endete mit einer beinahe einstimmigen Rückweisung der Kirchgemeindeordnung und damit einer deutlichen Niederlage der Kirchenexekutive. Die Teilnehmerzahl war verglichen mit gestern über dreimal so hoch.

Verantwortlich für das geringe Interesse war nicht zuletzt die Arbeit des neuen Interimspräsidenten Bernhard Neyer – im positiven Sinn. Er und die verblieben kirchlichen Exekutivmitglieder haben sich schon im Vorfeld mit den Verfassern der Einzelinitiative getroffen.

Rückzug der Initiative

Das Anliegen der Initianten: ein Informationsmedium, das alle Mitglieder der Kirchgemeinde erreicht, und Klarheit bezüglich des amtlichen Publikationsorgans.

Beim Treffen mit den Initianten habe sich die Kirchenpflege bereit erklärt, «verschiedene Lösungsmöglichkeiten ernsthaft zu prüfen», wie es auf der Internetseite der Gemeinde heisst. Die Folge: Die drei Initianten zogen ihr Begehren zurück.

«Wir bleiben aber am Ball und schauen, dass unser Anliegen weiterverfolgt wird.»

Peter Wettstein, Kirchgemeindemitglied Mönchaltorf

Mitinitiant Peter Wettstein sagt auf Anfrage zum Rückzug der Einzelinitiative: «Noch sind unsere Forderungen zwar nicht erfüllt, aber die Kirchenpflege hat klar signalisiert, wie sie die amtliche Publikation handhaben will.» Dies hätten sie sich schon von der alten Führung der Kirchenpflege gewünscht, doch die habe das Anliegen einfach ignoriert.

Information verbessern

Von der aktuellen Führung der Exekutive fühlt sich Wettstein dagegen ernst genommen. So habe diese gesagt, dass sie künftig ein Informationsblatt verfassen wollen. Dieses Schreiben mit den wichtigsten Neuigkeiten der Gemeinde soll jeweils an alle Mitglieder verschickt werden.  «Der Wille der Kirchenpflege ist da, die Informationspflicht zu verbessern.»

Wann das geplante Informationsblatt ins Leben gerufen wird, sei zwar noch nicht klar, doch Wettstein zeigt sich zuversichtlich: «Wir bleiben aber am Ball und schauen, dass unser Anliegen weiterverfolgt wird.»

Luft nach oben

Es gebe aber sicherlich noch Verbesserungspotential bei der Information, sagt Wettstein. So wünsche er sich, dass die Kirchenpflege für alle Kirchgemeindeversammlungen briefliche Einladungen verschickt. An der ausserordentlichen Versammlung im November habe die Kirchenpflege das noch gemacht. «Deswegen kamen wohl auch viel mehr Leute.»

Zwar sei nach der Weisung zur neuen Kirchgemeindeordnung nur ein Versand bei ausserordentlichen Kirchgemeindeversammlungen vorgesehen, aber in Sinn einer regen Anteilnahme sei generell eine briefliche Einladung anzustreben.

Was sonst noch neu an der Kirchgemeindeordnung ist, erläuterte Interimspräsident Bernhard Neyer am Mittwochabend in der Kirche. Neuerdings müssen Kirchenpflegemitglieder nicht mehr zwingend in Mönchaltorf wohnen. Alle Mitglieder der Kirchenpflege müssen aber ihre Interessensbindungen wie Verein- oder Verbandsmitgliedschaften offenlegen . Geschäfte über 500’000 Franken kommen nun an die Urne und können nicht mehr an der Kirchgemeindeversammlung beschlossen werden. 

Weitere Geschäfte und neue Sorgen

Die Abstimmungen waren letztlich eine klare Sache. Neben der Kirchgemeindeordnung stimmte die Versammlung auch dem Verpflichtungskredit für die Strassensanierung Im Widenbüel 2 in der Höhe von rund 67‘000 Franken und dem Budget 2022 einstimmig zu. Bei letzterem rechnet die Kirchenpflege mit einem Minus von 70‘600 Franken, dies bei einem Aufwand von 651‘800 Franken.

Mit der Absegnung der Kirchgemeindeordnung hat die Kirche Mönchaltorf eine wichtige Reform abgeschlossen. Doch die Behörde steht schon vor der nächsten Herausforderung, nämlich der Suche nach geeigneten Nachfolgern. Die Kirchenpflege ist arg dezimiert. Neben Interimspräsident Bernhard Neyer, sind nur noch Elsbeth Müller, Benjamin Sauder und Uwe Naujoks Teil der einst siebenköpfigen Exekutive. Letzterer wird sich für die neue Amtsperiode nicht mehr zur Wahl stellen . Ebenso hat Pfarrerin Rebecca Giselbrecht demissioniert. Sie wird nach den Festtagen die Kirche verlassen.

Mit den Personalsorgen dürfte somit vorerst der Kirchenpflege die Arbeit nicht ausgehen.

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