Auf das «Industry» folgt «d’Garage»
Motorenteile, halbe Autos und ein ganzes Motorrad, alte Benzinbehälter, Nummernschilder aus den USA, eine Werkbank und ein Wandtelefon. In der Bar an der Wässeristrasse 25 in Hinwil sieht es aus wie in einer Garage.
Bis im September prangte zwei Jahre lang der Namen «Industry» an der Wand des Lokals in der Nähe des Strassenverkehrsamtes. Seither wurde dieses umgebaut und kommt nun mit frischem Anstrich, Namen und Konzept zurück.
Garagen-Konzept durchgezogen
«Bei einer Wiedereröffnung kannst du nicht mit etwas Altem starten», sagt Barbara Eichenberger, Geschäftsführerin und Mitbesitzerin des Bar- und Restaurantbetriebes «d’Garage». «Deswegen musste etwas total Neues her.»
Mit «total neu» meint sie die auffällige Dekoration, die sich durch die ganze Bar hindurchzieht. Das Ambiente stelle definitiv das Highlight dar.
Küchenbetrieb draussen
Ein Food-Truck mit abwechselnden Menus ergänzt die Getränkekarte. Er steht vor dem Eingang und ist sowohl für Gäste drinnen und draussen als auch für Take-Away-Kundschaft gedacht. Wer im Inneren essen möchte, kann sich beim Food-Truck in die Schlange stellen oder sich bedienen lassen.
Essenswägen schossen angesichts der coronabedingten Restaurantschliessungen mancherorts wie Pilze aus dem Boden. Und heute profitieren Personen ohne Zertifikat davon.
«Das war jedoch nicht ausschlaggebend für die Idee», erklärt Eichenberger. Vielmehr habe die fehlende Küche im Innenbereich eine Rolle gespielt.
Vorerst ist das Lokal nur abends offen. Erst ab 2022 werden sie und ihr Team auch ab dem Mittag Leute bedienen. «Lieber fahren wir alles langsam hoch, anstatt alles wieder runterfahren zu müssen», sagt die 54-Jährige und spielt damit auf die immer wieder ändernden Beschlüsse des Bundesrates an.
Vorfreudige Stammkundschaft
Darauf angesprochen, dass es ein schwieriger Zeitpunkt für die Eröffnung eines Gastrobetriebs ist, bleibt die Geschäftsführerin entspannt.
Die Stammgäste aus der Zeit vom «Industry» würden sich freuen, wenn sie ihr Feierabendbier wieder in ihrer bekannten Beiz trinken könnten, sagt sie. «Zudem geht es jedem Gastrobetrieb gleich. Wir müssen uns überraschen lassen, was auf uns zukommt.»
Wegen der vom Bundesrat vorgeschlagenen Massnahmen, darunter eine Sitzpflicht bei der Konsumation, hat sie jedoch keine Bedenken. «Wir haben genug Tische. Sogar an der Bar kann man sitzend trinken.» Zwischen 50 und 60 Sitzplätze stehen im Raum zur Verfügung.
Über den Apéro hinaus
Weiter soll das neue Konzept eine Chance sein, ein anderes Publikum anzuziehen. Darunter natürlich «Klütterer», wie Eichenberger die Garagenfanatiker nennt. Ebenso erhofft sie sich, dass die Gäste länger verweilen. Früher sei nach dem Apéro bald einmal Flaute gewesen. Das soll sich jetzt ändern.
Klar bleibt: «Wir sind hier im Industriegebiet und haben viele Firmen um uns herum.» Ob sich «d’Garage» abgesehen von den Feierabendgästen als Begegnungsort etablieren kann, wird sich zeigen.
«Für die Eröffnung am Samstag ist etwas Spezielles geplant», kündigt Eichenberger an und schmunzelt. Mehr will sie nicht verraten.
Barbara Eichenberger ist eigentlich im Wallis zuhause, das Gebäude in Hinwil gehört jedoch ihr. Dort hatte sich ihre Firma befunden, bevor der Sitz verlagert wurde und einer ihrer Mitarbeiter das «Industry» eröffnete. Nach etwa einem Jahr übernahmen Markus und Rahel Künzli das Lokal und auch Eichenberger kam bald dazu. In dieser Formation führen sie auch heute «d’Garage».