Es ist Mittwoch, 16.55 Uhr, und der Typ hinter dem Steuer eines silbergrauen Subaru ist kurz davor, aus der Haut zu fahren. Eigentlich wollte er über die Memphisbrücke ins Dübendorfer Stadtzentrum fahren. Doch ein Lieferwagen blockiert die Fahrbahn, weil er selber stadtauswärts im Rückstau vor dem Lichtsignal der nahen Memphiskreuzung steckt.
Kaum hat sich der Klüngel gelöst, folgt schon der nächste Zwischenfall: Ein schwarzer Ford-SUV fährt etwas gar selbstbewusst auf die Brücke und einem kleinen hellblauen Hyundai entgegen, der eingeschüchtert versucht auszuweichen und dabei mit den Felgen an der seitlichen Brückenbegrenzung entlangschabt.
Verkehr quetscht sich durch
Dutzende solcher Szenen lassen sich jeden Morgen und vor allem am Abend während der Rushhour an Dübendorfs engstem Nadelöhr beobachten. Denn hier quetscht sich ein beträchtlicher Teil des Berufsverkehrs durch, auch wenn die Achse mitten durchs Stadtzentrum eigentlich nicht dazu gedacht ist.
Das Problem verschärft sich dadurch, dass die Signalisation bezüglich Vortrittsrecht offenbar nicht für alle Verkehrsteilnehmer klar ist. Effektiv sind Autofahrer von beiden Seiten her gleichberechtigt, grössere Fahrzeuge haben stadteinwärts Vortritt, damit es nicht zum Rückstau bis auf die nahe Überlandstrasse kommt. Und so fühlt sich so mancher PW-Lenker, der die Zeichen falsch deutet, dazu berechtigt, die Brücke in der Mitte der Fahrbahn zu queren.

