Frau Fink, wem gehört der öffentliche Raum?
Alexandra Fink: Der gehört allen.
Aber wenn jemand eine Statue von sich auf den Stadthausplatz stellt, wird die weggeräumt und er bekommt eine Busse.
Wie leben hier alle zusammen, und deshalb muss das Verhalten des Einzelnen im öffentlichen Raum für alle tragbar sein. Es gibt Werte und Normen, ungeschriebene Gesetze, und die sind in Südspanien auf der Piazza anders als bei uns.
Täuscht der Eindruck, dass der öffentliche Raum auch bei uns immer mehr für die Freizeit genutzt wird?
Es gibt diese Entwicklung, die sich in Dübendorf durch das starke Wachstum verstärkt. Immer mehr Leute halten sich im öffentlichen Raum auf, man trifft sich, trinkt nach der Arbeit ein Bier zusammen – Dübendorf ist kein Dorf mehr, sondern eine Stadt mit all den Begleiterscheinungen.
«Unsere Aufgabe ist es, eine gemeinsame Kultur des Zusammenlebens zu entwickeln.»
Die Verantwortlichen in der Stadt sind gerade daran, den öffentlichen Raum aufzuwerten. Verschärfen sie damit nicht die bereits vorhandenen Nutzungskonflikte?
Durch die Aufwertung des Glattquais wurde die Aufenthaltsqualität im Stadtzentrum enorm verbessert. Dass es dabei auch zu Nutzungskonflikten kommen kann, ist in einer Stadt mit 30‘000 Einwohnern völlig normal. Unsere Aufgabe ist es, eine gemeinsame Kultur des Zusammenlebens zu entwickeln.

