Wila wünscht sich bessere Kommunikation vom Kanton
Das kantonale Projekt zur Revitalisierung der Töss in Wila bewegt die Gemüter. Unlängst haben Landbesitzer und -bewirtschafter, Anwohner und Vertreter anderer Interessengruppen eine Petition mit 126 Unterschriften beim Gemeinderat Wila gegen das Projekt eingereicht.
Sie hegen die Befürchtung, dass die breite Bevölkerung zu wenig in das Vorhaben involviert und vor vollendete Tatsachen gestellt werden könnte. Der Grund: Eine Revitalisierung kann gegebenenfalls grossen Einfluss für verschiedene Landbesitzer haben und mit einem Landverlust einhergehen.
Kommunikation ist Kantonssache
Ende letzter Woche hat der Gemeinderat von Wila die Petition beantwortet. Er betont in seinem Schreiben, dass er volles Verständnis für das Anliegen habe.
Durch die Korrektion vor über 100 Jahren sei der Töss viel Raum genommen worden. Einen Teil davon solle sie durch das Hochwasserschutz- und Revitalisierungsprojekt wieder zurückerhalten.
Der Gemeinderat stimmt zu, dass der Verlust an landwirtschaftlich und gewerblich nutzbarem Boden minimiert werden soll. Diese Haltung vertrete der Gemeinderat schon seit Projektbeginn, heisst es weiter.
«Der Gemeinderat setzt sich dafür ein, dass die Kommunikation seitens des Awel optimiert und aktiver als bis anhin angegangen wird.»
Gemeinderat Wila, Auszug aus dem Antwortschreiben
Gleichzeitig erläutert die Behörde, dass es um ein kantonales Projekt im gesetzlichen Auftrag des Bundes handle. Deshalb obliegt die Hoheit beim Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (Awel). Und dieses legt auch die Kommunikationspolitik nach Aussen fest – und nicht der Gemeinderat.
«Der Gemeinderat setzt sich jedoch dafür ein, dass die Kommunikation seitens des Awel optimiert und aktiver als bis anhin angegangen wird», steht weiter in der Antwort. Es sei für den Gemeinderat unerlässlich, dass die ganze Bevölkerung über den vorgesehenen Prozess informiert sei.
Kein Grundsatzentscheid ohne Dialog
Ebenso teilt der Gemeinderat die Meinung, dass kein Grundsatzentscheid gefällt werden dürfe, bis ein Dialog mit den Betroffenen stattfinde. Dieser solle aufgrund der Tragweite des Projekts mit der ganzen Bevölkerung, und nicht nur mit den betroffenen Landbesitzern geführt werden.
«Denn betroffen sind nicht nur diejenigen, die Land abtreten müssen, sondern beispielsweise auch diejenigen, die heute der Hochwassergefahr der Töss ausgesetzt sind und dank dem Projekt geschützt werden.» Der Gemeinderat hält ausserdem fest, dass die ganze Bevölkerung und die Natur von der Aufwertung der Töss als Erholungsraum profitiere.
Deshalb setze er sich beim Kanton dafür ein, dass die Lösungen, die derzeit noch in Arbeit seien, mit der Bevölkerung diskutiert würden, sobald sie ausgereift seien. «Bei diesem Projekt wird es also darum gehen, eine faire, verträgliche Balance für alle zu finden.»
Aus diesem Grund werde der Gemeinderat neu vor seinen Stellungnahmen beziehungsweise Entscheidungen zuhanden des Awel die Teilnehmenden der Anspruchsgruppen zu konsultieren.
