Abo

Politik

Der verkaterte Weg einer jungen WG zum eigenen Unternehmen

In Greifensee hat eine junge, trinkfreudige WG namens «Turtles» neue Cocktails kreiert, die sie als Paket verschicken. Bis es soweit war, haben die vier viel degustiert und einige Kater durchgeseucht.

In der Tumigerstrasse in Greifensee gibt es einen Arzt, die Feuerwehr und die Turtle-WG. Wer denkt, letzteres seien Mutantinnen und Mutanten, die in den Katakomben der Gemeinde Pizza fressen, ist irgendwo in einer US-Zeichentrickserie der 80er-Jahre hängengeblieben. Die Klingel mit der Aufschrift «Turtelgang» ist jedenfalls ganz überirdisch neben dem Eingang eines modernen Hausteils montiert. Doch klingeln ist unnötig, denn neben der Haustüre wartet bereits Jannik Rauin und raucht eine E-Zigarette. Der 29-Jährige lädt herein, wo schon die anderen drei Turtles warten: Kim Pasche, Nicole Kessler und Mohammed Dlela. Hund Toru ist das jüngste Mitglied der verschworenen Wohngemeinschaft.

Die Stube der WG ist beinahe klinisch sauber, weisse Bodenfliessen, ein Esstisch, ein Fernseher auf drei Paletten gestellt und eine Sofalandschaft, auf dem ein ganzer Kindergarten Platz finden würde. «Das Kriterium für die Wahl eines WG-Sofas war: Es müssen alle darauf Platz haben, um Serien schauen zu können», sagt Nicole Kessler am Esstisch. Und mit alle meint sie auch die anderen beiden WG-Mitglieder, die heute nicht hier sind, aber auch nicht zum eigentlichen Kern der Turtles gehören . «Die eine Hälfte pennt dann jeweils schnell ein», sagt Kim Pasche, «mühsam, dann müssen wir alle Folgen nochmal schauen.»

«Wir haben zwar Brettspiele, aber bei weitem nicht genug für mehr als 20 Tage in Quarantäne.»

Jannik Rauin, Mitglied der «Turtle»-WG

Hinter dem grosszügigen Sofa säumen ein Holzkasten, gefüllt mit hochprozentigem, ein Weinregal – beidseitig mit weiteren Flaschen flankiert – und sechs grosse Holzregale mit allerlei Spirituosen die Wand. Das Angebot an Alkoholika düpiert manch gut geführte Bar. Die Bewohner nennen sie «die wohl grösste Privatbar, welche die Schweiz zu bieten hat».

Abo

Möchten Sie weiterlesen?

Liebe Leserin, lieber Leser

Nichts ist gratis im Leben, auch nicht Qualitätsjournalismus aus der Region. Wir liefern Ihnen Tag für Tag relevante Informationen aus Ihrer Region, wir wollen Ihnen die vielen Facetten des Alltagslebens zeigen und wir versuchen, Zusammenhänge und gesellschaftliche Probleme zu beleuchten. Sie können unsere Arbeit unterstützen mit einem Kauf unserer Abos. Vielen Dank!

Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

Sie sind bereits Abonnent? Dann melden Sie sich hier an

Digital-Abo

Mit dem Digital-Abo profitieren Sie von vielen Vorteilen und können die Inhalte auf zueriost.ch uneingeschränkt nutzen.

Sind Sie bereits angemeldet und sehen trotzdem nicht den gesamten Artikel?

Dann lösen Sie hier ein aktuelles Abo.

Fehler gefunden?