Mönchaltorf nimmt Leuchtreklame unter die Lupe
Der Naturschutzverein Mönchaltorf hatte am vergangenen Mittwoch an seinem Infoanlass zum Thema Lichtverschmutzung Notizkarten im Publikum verteilt. Darauf sollten die circa 60 anwesenden Mönchaltorferinnen und Mönchaltorfer ihre Wünsche, Eindrücke und Meinungen zu den Emissionen in ihrer Gemeinde aufschreiben. Theo Sutter, Präsident des Naturschutzverein Mönchaltorf, zieht nun daraus eine erste Bilanz. «Als problematisch erachten die Teilnehmenden die Lichtverschmutzung im Gewerbe- und Industriebereich.»
Dieser Meinung sei er auch, sagt Sutter. «Es gibt zu viele Firmen, die ihre Vorplätze zu hell beleuchten. Zudem lassen einige ihre Werbebeleuchtungen über Nacht brennen.» Die Werbungen seien oft zu hell oder schlecht eingestellt, was die Lichtemissionen verstärke. «Die dominierende Lichtverschmutzung geht aber von den Strassenlampen der Esslingerstrasse aus. Das ist wohl eine der hellsten Flächen Mönchaltorfs», sagt Sutter.
Wie und ob der Naturschutzverein gegen die Lichtemissionen kämpft, ist derzeit noch unklar. «So weit sind wir noch nicht. Erst werten wir die Rückmeldungen aus der Veranstaltung aus und entscheiden danach über das weitere Vorgehen.» Das Thema der Lichtemissionen werde der Verein aber sicherlich in seinem Projekt «Meh Läbesruum – mach mit!» weiterverfolgen. In diesem wollen die Naturschützer mit Flyern oder Exkursionen auf die Lichtverschmutzung aufmerksam machen.
Nicht Finger verbrennen
Auch Gemeindepräsident Urs Graf (FDP) war am besagten Anlass im Mönchhof dabei. «Das Thema interessiert mich grundsätzlich – und die Veranstaltung war in der Nähe.» Er habe den Grundsatz «Zuhören und Lernen» befolgt, sagt Graf. Im Vortrag hat ihm besonders die Strassenbeleuchtungen mit Bewegungssensoren Eindruck gemacht. «Technologisch geht es in grossen Schritten vorwärts. Das Ganze ist ausgereifter und wirtschaftlicher als früher.»
Graf erinnert sich an das Beispiel einer Gemeinde im Zürcher Unterland, die vor Jahren einen sechsstelligen Betrag für eben ein solches «intelligentes Beleuchtungssystem» ausgegeben und riesige Probleme damit bekommen habe. Danach habe die Behörde die neuen Leuchten wieder teuer abbauen müssen. «Für mich war damals klar: So will ich mir nicht die Finger verbrennen.»
Wie er aber seit der Infoveranstaltung wisse, sei heute eine solch intelligente Lampe günstiger als die herkömmlichen. Für Graf sind solche Strassenbeleuchtungen, die auf Bewegung reagieren, und deren Lichtstärke eingestellt und zeitlich gesteuert werden kann, nun «wirklich intelligent». Denn damit spiele die Verringerung der Lichtverschmutzung mit einem positiven Effekt in Sachen Wirtschaftlichkeit zusammen.
Werbelichter im Visier
Graf lässt durchblicken, dass nun auch die Gemeinde in Sachen Strassenbeleuchtung über die Bücher gehen will. Heute werde in Mönchaltorf jede Lampe, die ausgetauscht werden muss, durch ein LED-Licht ersetzt. Dass damit aber die Lichtverschmutzung nicht zurückgeht, sei ihm bewusst. Deswegen gelte nun: «Wollen wir die Lichtverschmutzung eliminieren, müssen wir künftig den Einsatz dieser intelligenten Beleuchtung vermehrt in Betracht ziehen.»
«Bei uns werden die Strassenlampen – auch auf Kantonsstrassen – von 1 Uhr bis 5 Uhr abgeschaltet.»
Urs Graf (FDP), Gemeindepräsident Mönchaltorf
Auch die nächtlichen Werbebeleuchtungen hat die Gemeinde bereits vor der Veranstaltung auf dem Schirm. «In unserem Reglement steht, dass die Reklamebeleuchtungen zwischen 22 Uhr und 6 Uhr nicht eingeschaltet sein dürfen.» Ausnahmen seien für die unbewohnten Gebiete wie der Industrie- und Gewerbezone Ausgangs Mönchaltorf zwar vorgesehen. Doch weil dort zwei Wohnblöcke gebaut wurden, müsse die nächtliche Werbebeleuchtung in dem Gebiet jetzt neu geprüft werden. «Die Gemeinde ist ohnehin daran, die Firmenbeleuchtungen in der Nacht zu überprüfen.»
Mönchaltorfer Nacht
Was die hell erleuchteten Kantonsstrassen anbelangt, ist der Gemeinde allerdings weitgehend die Hände gebunden. Graf ist zwar der Meinung, dass die Gemeinde bei einer Neugestaltung der Strassenbeleuchtung Einfluss auf den Kanton nehmen müsste, doch das Beispiel von Gemeinderat Rolf Schatz (GLP) aus Langnau am Albis habe ihm gezeigt, dass dies nicht immer funktioniert. Dieser hatte ihm am Infoanlass über die Erfahrungen aus seiner Gemeinde berichtet. Gemäss Graf habe Schatz versucht beim Kanton eine teilweise Abschaltung der Strassenlampen zu erreichen, doch die Regierung habe sich diesbezüglich «unflexibel» gezeigt.
Zumindest Mönchaltorf scheint sich beim Kanton Gehör verschafft zu haben, so sagt Graf: «Bei uns werden die Strassenlampen – auch auf Kantonsstrassen – von 1 Uhr bis 5 Uhr abgeschaltet. Nur in der Nacht von Samstag auf Sonntag brennen sie aus Sicherheitsgründen durch.»
