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Demenz als Kunstobjekt veranschaulicht

Die Stiftung Sonnweid verleiht am 22. Oktober in der Nagelfabrik den Preis «Die zweite Realität» an den Wetziker Künstler Peter Bernhard. Dieser leidet an Demenz und hat eine Skulptur angefertigt, die diese Krankheit in künstlerischer Form veranschaulichen soll.

Die Skulptur «Die zweite Realität» soll die Demenzkrankheit in Form eines Objekts darstellen., Stiftungspräsident Urs Fischer überreicht in der Nagelfabrik den Preis «Die zweite Realität» an den Künstler Peter Bernhard, Die Skulptur von Künstler und Bildhauer Peter Bernhard steht ab dem 22. Oktober im Park vom Stadthaus Wetzikon.

PD

Demenz als Kunstobjekt veranschaulicht

Um Personen zu ehren, die sich mit dem Thema Demenz auseinandersetzen, verleiht die Stiftung Sonnweid die Auszeichnung «Die zweite Realität». Der mit 10 000 Franken dotierten Preis wird heute Freitag in der Nagelfabrik Wetzikon dem ortsansässigen Künstler und Bildhauer Peter Bernhard zuteil. Selber leidet er seit 2017 an Demenz. Seit seiner Diagnose hat er sich intensiv mit der Krankheit auseinandergesetzt – und dazu die nun ausgezeichnete Skulptur geschaffen.

Das Heim Sonnweid in Wetzikon ist auf die Betreuung von Menschen, die von der Alzheimer­krankheit betroffen sind, spezialisiert. Laut Urs J. Fischer, dem Präsident der Stiftung Sonnweid, leben in der Schweiz 146 500 Menschen, die an Demenz leiden. Allein im Kanton Zürich seien es rund 24 500 Personen. «Es wird angenommen, dass sich die Anzahl an Demenzerkrankten bis ins Jahr 2050 verdoppeln wird», sagt Fischer. Die Gründe dafür lägen im demografischen Wandel mit immer mehr alten Menschen.

Auf Demenzkrankheit hinweisen

Peter Bernhard stattete das Heim Sonnweid bereits vor ein paar Jahren mit seiner Skulptur «Die Hälfte» aus, die eine Hirnhälfte darstellt und vor dem Eingang des Demenzheims steht. Seine neue Skulptur «Die zweite Realität» schmückt bis zu Ostern 2022 den Park des Stadthauses Wetzikon.

Mit der Skulptur wollen die Stiftung und der Künstler in der Bevölkerung auf die schwerwiegenden Probleme der Demenzkrankheit aufmerksam machen, wie zum Beispiel die geistige Leistungsfähigkeit, den Gedächtnisverlust, die Entfremdung gegenüber Angehörigen. «Dieses künstlerische Teilen der eigenen Erfahrung leistet einen wichtigen Beitrag zur Aufklärung der Öffentlichkeit», erklärt Fischer. «Betrachtern dieser Skulptur sollen Einblicke in die Welt von Demenzkranken auf kreative Weise ermöglicht werden.»

Nachdem Peter Bernhard vor ein paar Jahren die Diagnose erhielt, dass er an Demenz leiden würde, fing er an, seine neue Skulptur anzufertigen.«Da wir als Stiftung bereits eng mit Peter Bernhard verbunden sind, war es für ihn naheliegend, seine Krankheit in Form eines Kunstobjekts zum Ausdruck zu bringen», sagt Fischer.

Schleichende Krankheit

Bei Demenz handelt es sich um eine Erkrankung, die zumeist schleichend auftritt. «Die Krankheit kann ganz verschiedene Verläufe haben, allerdings tritt sie nicht von einem auf den anderen Tag auf», sagt Fischer. Die Verläufe können sich über Jahre hinziehen. Es gäbe aber auch schwerere Verläufe, welche in bedeutend kürzerer Zeit in viel stärkerer Form auftreten würden. «Das Heim Sonnweid verfügt entsprechend über Stationen, um auf die unterschiedlichen Bedürfnisse in den verschiedensten Stadien der Krankheit einzugehen.»

Auch die Pflege von demenzerkrankten Menschen gestalte sich schwieriger als jene von Altersheimbewohnern. «Die Betreuung ist intensiver. Sie erfordert ein sanftes Eingehen und Erfühlen von Bedürfnissen und Wünschen», sagt Fischer. Viele Betroffene würden ihre Angehörigen nicht mehr erkennen. «Wir vermuten jedoch, dass sie die Kontakte trotzdem schätzen.» Während der Corona-Pandemie war auch die Sonnweid über lange Zeit für Besuche geschlossen, was die Bewohnerinnen und Bewohner wie auch die Pflegenden besonders gefordert habe.

Ängste abbauen

Das Hauptziel der Preisverleihung in der Nagelfabrik sei, die Bevölkerung auf dieses schwerwiegende Krankheitsbild aufmerksam zu machen, für Aufklärung zu sorgen und Ängste abzubauen.«Wir wollen auf Fachstellen hinweisen, Erfahrungen von Betroffenen teilen und uns mit der Bevölkerung austauschen», sagt Fischer. Es habe sich angeboten, als Kickoff für noch folgende Veranstaltungen das Kunstwerk von Peter Bernhard möglichst prominent vor dem Stadthaus zu platzieren. «Die Stadt Wetzikon hat uns dabei sehr unkompliziert Hand geboten.»

An der Preisverleihung werden deshalb auch der Stadtpräsident Ruedi Rüfenacht und Stadtrat Remo Vogel als Gesundheitsvorstand teilnehmen. Remo Vogel: «Wir freuen uns sehr, dass wir die preisgekürte Skulptur auf dem Rasen zwischen dem Restaurant Krone und dem alten Stadthaus temporär zentral in Wetzikon aufstellen können.»

Die Verleihung des Preises «Die zweite Realität» findet am 22. Oktober um 18.30 Uhr in der Nagelfabrik Wetzikon statt. Die Veranstaltung bildet nebst der Preisverleihung an den Künstler und Bildhauer Peter Bernhard den Auftakt zu verschiedenen Informationsveranstaltungen zum Thema Demenz, welche die Stiftung Sonnweid in den kommenden Monaten veranstalten möchte. (lda)

 

 

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