Um Personen zu ehren, die sich mit dem Thema Demenz auseinandersetzen, verleiht die Stiftung Sonnweid die Auszeichnung «Die zweite Realität». Der mit 10 000 Franken dotierten Preis wird heute Freitag in der Nagelfabrik Wetzikon dem ortsansässigen Künstler und Bildhauer Peter Bernhard zuteil. Selber leidet er seit 2017 an Demenz. Seit seiner Diagnose hat er sich intensiv mit der Krankheit auseinandergesetzt – und dazu die nun ausgezeichnete Skulptur geschaffen.
Das Heim Sonnweid in Wetzikon ist auf die Betreuung von Menschen, die von der Alzheimerkrankheit betroffen sind, spezialisiert. Laut Urs J. Fischer, dem Präsident der Stiftung Sonnweid, leben in der Schweiz 146 500 Menschen, die an Demenz leiden. Allein im Kanton Zürich seien es rund 24 500 Personen. «Es wird angenommen, dass sich die Anzahl an Demenzerkrankten bis ins Jahr 2050 verdoppeln wird», sagt Fischer. Die Gründe dafür lägen im demografischen Wandel mit immer mehr alten Menschen.
Auf Demenzkrankheit hinweisen
Peter Bernhard stattete das Heim Sonnweid bereits vor ein paar Jahren mit seiner Skulptur «Die Hälfte» aus, die eine Hirnhälfte darstellt und vor dem Eingang des Demenzheims steht. Seine neue Skulptur «Die zweite Realität» schmückt bis zu Ostern 2022 den Park des Stadthauses Wetzikon.
Mit der Skulptur wollen die Stiftung und der Künstler in der Bevölkerung auf die schwerwiegenden Probleme der Demenzkrankheit aufmerksam machen, wie zum Beispiel die geistige Leistungsfähigkeit, den Gedächtnisverlust, die Entfremdung gegenüber Angehörigen. «Dieses künstlerische Teilen der eigenen Erfahrung leistet einen wichtigen Beitrag zur Aufklärung der Öffentlichkeit», erklärt Fischer. «Betrachtern dieser Skulptur sollen Einblicke in die Welt von Demenzkranken auf kreative Weise ermöglicht werden.»

