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Turbenthal rechnet mit schwarzer Null und senkt die Steuern

Vor einem Jahr haben die Finanzaussichten der Gemeinde Turbenthal noch düster ausgesehen. Jetzt kann die Gemeinde sogar die Steuern senken. Gemäss Gemeindepräsident Georg Brunner habe die Gemeinde zu pessimistisch budgetiert.

Die Turbenthalerinnen und Turbenthaler könnten bald weniger Steuern bezahlen.

Archivfoto: Züriost

Turbenthal rechnet mit schwarzer Null und senkt die Steuern

Die Gemeinde Turbenthal rechnet für die Erfolgsrechnung 2022 mit einem Gewinn von 13‘600 Franken. Dies teilt der Gemeinderat in seinem neusten Verhandlungsbericht mit.

Auch werden voraussichtlich die Steuern sinken. Der Gesamtsteuerfuss aller drei Güter soll um zwei Prozentpunkte auf 124 reduziert werden. Die Steuersenkung erfolgt bei der Politischen Gemeinde. Die Steuerfüsse der Primar- und Sekundarschulgemeinde bleiben unverändert.

Positive Entwicklung der Steuererträge

Diese Anpassung kommt überraschend. Denn noch vor einem Jahr war Gemeindepräsident Georg Brunner (FDP) skeptisch und warnte sogar vor eine Steuererhöhung und einem strukturellen Defizit – ein Steuerfuss von 128 Prozent drohte : «Erfreulicherweise haben sich die Steuererträge nicht wie allgemein wegen der Corona-Pandemie befürchtet reduziert», erklärt er nun auf Anfrage.

«Die Differenz lässt sich damit erklären, dass das Kantonsmittel der relativen Steuerkraft 2020 gesunken ist.»

Georg Brunner (FDP), Gemeindepräsident von Turbenthal

Die Steuererträge der natürlichen Personen in Turbenthal hätten sich 2021 gegenüber den Budgetannahmen sogar um fast 200’000 Franken verbessert. «Aufgrund der positiven Entwicklung der Steuererträge konnten wir auch für das Budget 2022 höhere Steuererträge budgetieren», erläutert der Gemeindepräsident.

Weniger Geld aus dem Finanzausgleich

Zudem kann die Politische Gemeinde laut Brunner auch im kommenden Jahr mit überdurchschnittlich hohen Erträgen bei den Grundstückgewinnsteuern rechnen. Jedoch fällt der Finanz- und Lastenausgleich gegenüber diesem Jahr um rund 500’000 Franken tiefer aus.

«Die Differenz lässt sich damit erklären, dass das Kantonsmittel der relativen Steuerkraft 2020 gesunken ist und sich die relative Steuerkraft der Gemeinde Turbenthal aufgrund der hohen Steuererträge 2020 erhöht hat», so Brunner. Die durch den Kanton nächstes Jahr auszugleichende Steuerkraft habe sich deshalb verkleinert.

Gesundheit wird teurer

Im Finanzvermögen ist ein Landverkauf im Grund an die Genossenschaft Alterssiedlung Turbenthal vorgesehen. Dabei entsteht ein Buchgewinn von etwa 470‘000 Franken.

Dieser wird für eine Einlage in die finanzpolitischen Reserven genutzt. Damit soll verhindert werden, künftige Sonderbelastungen durch eine Erhöhung des Steuerfusses decken zu müssen. 

«Das liegt unter anderem daran, dass der Kanton seine Beiträge an die Zusatzleistungen zur AHV und IV erhöht.»

Georg Brunner 

Im Schlossguet wiederum ist die Renovation der Wohnung geplant, welche zirka 300‘000 Franken kosten wird.

Im Bereich Gesundheit ist mit viel höheren Aufwendungen zu rechnen. Die Nettobelastung steigt gemäss dem Verhandlungsbericht um 300’000 Franken, das ist ein Zuwachs von mehr als 20 Prozent gegenüber dem diesjährigen Budget.

Demgegenüber verringert sich der Nettoaufwand im Bereich soziale Sicherheit um rund 830‘000 Franken. «Das liegt unter anderem daran, dass der Kanton seine Beiträge an die Zusatzleistungen zur AHV und IV erhöht», sagt Brunner.

Eigene Haushalte für die Zweckverbände

Die drei Zweckverbände Feuerwehr Turbenthal-Wila-Wildberg, Zivilschutz Tösstal und Schwimmbad Neuguet werden ab 2022 vermögensfähig.

Die Umwandlung der Vermögenswerte führt gemäss den Angaben aus dem Verhandlungsbericht zu einmaligen Abschreibungen von etwa 80’000 Franken.
 

Grosse Investitionen vorgesehen

Im kommenden Jahr sind im Verwaltungsvermögen grosse Investitionen geplant. Im steuerfinanzierten Bereich ist die Erstellung des Feuerwehrgebäudes in der Aussenwacht Schmidrüti mit Kosten von 575‘000 Franken vorgesehen.

Die Zivilschutzanlage Breiti muss umfassend saniert werden. An den Erneuerungskosten von zirka einer Million beteiligt sich der Bund mit einem Anteil von etwa 870‘000 Franken. Im Bereich Strassenverkehr sind Investitionen von knapp 2,2 Millionen Franken geplant, wobei rund eine Millionen für den ersten Teil der Erneuerung der Tösstalstrasse und die Anpassungen beim Parkplatz Mühleweg vorgesehen sind.

Im gebührenfinanzierten Bereich sind die Sanierung der gemeindeeigenen Kleinkläranlagen für rund eine Million Franken und der Ersatz der Wasserleitung Vorderauli, Kellersacker und Freckmünd für etwa 450‘000 Franken erwähnenswert. (bes)

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