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Massnahmen-Gegner mobilisieren nach Uster

Uster wird am Samstag zum Epizentrum der Massnahmen-Kritiker. Dies, weil die verantwortlichen Köpfe der grössten Gruppierungen zur Demonstration in die drittgrösste Stadt des Kantons Zürich aufrufen. Ein Lokalpolitiker probt den Widerstand.

Die Polizei wird auch an der Kundgebung am Samstag in Uster zu tun haben., Statt ein paar hundert Gegner der Corona-Massnahmen..., ... wie an der letzten Kundgebung in Uster, erwartet die Polizei am Wochenende ein paar tausend.

Archivfotos: Christian Brändli

Massnahmen-Gegner mobilisieren nach Uster

Eigentlich wollten die Gegner der Corona-Massnahmen heute wieder in Bern demonstrieren, doch die Berner Stadtregierung machte deutlich, dass sie unbewilligte Demonstrationen nicht mehr tolerieren werde. Dies vor dem Hintergrund, dass es am vergangenen Donnerstag zu Ausschreitungen vor dem Bundeshaus gekommen war. Damals setzte die Polizei Wasserwerfer, Tränengas und Gummischrot ein, nachdem Massnahmenkritiker die Absperrungen durchbrechen wollten.

Stattdessen wurden den Organisationen «Mass-Voll», «Freiheitstrychler» und «Freunde der Verfassung» eine bewilligte Platzkundgebung auf dem Bundesplatz angeboten. Doch diese gingen nicht darauf und publizierten ein Video in den sozialen Medien. Darin rufen sie: «Kommt alle nach Uster!»

Denn in Uster war schon im Vorfeld für diesen Samstag eine Kundgebung angekündigt worden. Es wäre bereits die zweite. An der letzten Kundgebung im Juni nahmen bloss 150 Personen teil. Folgen jedoch die Demonstranten der Aufforderung, könnten es nun aber – analog zu Bern oder Winterthur – schnell mehrere tausend werden.

Polizei im Fokus

Das wirft die Frage auf, wie die Polizei auf den Aufmarsch reagieren wird. Die Einsatzleitung für den Anlass liegt bei der Kantonspolizei. Mediensprecher Florian Frei sagt, dass die Kapo Kenntnis von den neuesten Entwicklungen habe. Sie stehe mit der Stadt Uster im Austausch. «Inwiefern der Aufruf der Bewegung die Situation nun verändert hat, müssen wir jetzt zusammen mit der Stadt analysieren», sagt Frei. Über detaillierte Massnahmen könne er jedoch keine Auskunft geben.

Die Stadtpolizei Uster sei ins Dispositiv der Kapo integriert, schreibt Sicherheitsvorsteher Jean-François Rossier (SVP) auf Anfrage. Auch aus dem Stadthaus heisst es, dass aus taktischen Überlegungen keine Angaben zum Einsatz der polizeilichen Mittel gemacht werden. Es gehe darum, die sichere Durchführung der Kundgebung zu gewährleisten und die Sicherheit auch unbeteiligter Personen zu gewährleisten. Die Polizei werde mit einem «adäquaten Aufgebot» vor Ort sein.

Tausende erwartet

Wie gross der Aufmarsch der Demonstranten am Samstag sein werde, sei sehr schwierig abzuschätzen, so Rossier. «Unter Berücksichtigung der Erkenntnisse vom letzten Wochenende in Winterthur ist mit ein paar Tausend Kundgebungsteilnehmenden zu rechnen.» 

«Stadt und Polizei gehen davon aus, dass der Anlass am Samstag friedlich verlaufen wird.»

Jean-François Rossier (SVP), Sicherheitsvorsteher

Wie der Sicherheitsvorsteher schreibt, hat die Stadt Uster bereit vorgängig die Demonstration des Vereins «Stiller Protest» bewilligt. Allerdings sind damit einige Auflagen verknüpft. So hat die Stadt die Püntwiese als Start und Ziel des Protestmarsches festgelegt. Weiter seien unter anderem die Routenführung und die zeitlichen Abläufe definiert worden, schreibt Rossier, ohne weitere Details zu nennen. «Stadt und Polizei gehen davon aus, dass der Anlass am Samstag friedlich verlaufen wird.»

Ustermer Widerstand

Unabhängig davon möchte  SP-Gemeinderat Florin Schütz für Samstag eine Gegenbewegung ins Leben rufen. In einer Mitteilung schreibt er, dass er zusammen mit weiteren Bürgerinnen und Bürgern aus Uster «der radikalen Corona-Bewegung» nicht einfach tatenlos eine Plattform überlassen wolle. Kurzerhand hat er das Flugblatt «Uster zeigt Haltung! Helfen Sie mit?» verfasst, das an Anwohnerinnen und Anwohner verteilt werden soll.

Darin fordert er diese auf, am Samstag ein beschriftetes Plakat oder Ähnliches an den Balkon oder das Fenster  zu hängen. Schütz gibt gleich auch ein paar Beispiele, was auf diesen Transparenten stehen könnte: «Wissenschaft statt Verschwörungstheorien!», «Nur die Impfung bringt uns aus der Pandemie!» oder «Gesundheitspersonal entlasten, impfen lassen!». Die Botschaft soll mit dem Hashtag «#UsterzeigtHaltung» als Gesamtaktion gekennzeichnet werden.

 

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