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Tausende neue Impftermine vergeben

Weniger als 24 Stunden nach Ankündigung der Zertifikatspficht zeigen sich erste Folgen des Entscheids. Besonders Apotheken in der Region werden mit Anfragen für Impfungen und Tests überhäuft.

Die TopPharm Apotheke in Hinwil verzeichnete heute Morgen mehr als 70 Anfragen für Corona-Tests., Eine Kundin wartet in der Apotheke auf die Ergebnisse ihres Corona Antikörper-Schnelltests, In der Region wird aufgrund der Zertifikatspflicht vermehrt getestet., Der gestrige Entscheid des Bundesrats hat die Nachfrage nach Impfungen und Tests in der Region befeuert.

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Tausende neue Impftermine vergeben

«Sie können froh sein, dass ich das Telefon abnehme», sagt Sabine Meyer von der TopPharm Apotheke in Hinwil.  Der gestrige Entscheid des Bundesrats bezüglich der Zertifikatspflicht sei für sie sofort spürbar gewesen: Bei ihr klingele das Telefon beinahe pausenlos. «Ab 8 Uhr ohne Unterbruch», sagt Meyer.

Allein am Donnerstagmorgen hatte die Apotheke 70 Anfragen für Corona-Tests. «Wir sind vollständig ausgebucht.» Laut Meyer würde es die Kapazität des Personals und der Apotheke übersteigen, wenn sie auch noch Impfungen durchführen müssten. «Wir bleiben bei den Tests.»

1’000 Buchungen innert vier Stunden

Auch beim Impfzentrum Uster, das die Kapazitäten wegen rückläufigen Terminbuchungen in den vergangenen Wochen noch reduzieren musste, wurden regelrecht die digitalen Türen eingerannt: « Innert vier Stunden wurden 1‘000 neue Termine gebucht. In den letzten 24 Stunden total über deren 2‘000 » , sagt Joel Meier, Projektleiter des Impfzentrum Uster. In den Tagen zuvor verzeichnete man durchschnittlich nur rund 250 Impf-Buchungen, plus 150 Spontan-Impfungen.

Trotz des grossen Ansturms sei man aber gut vorbereitet, so Meier. « Allerdings sind wir nun täglich ausgebucht, was bei Spontan-Impfungen zu sehr langen Wartezeiten führt. » Entsprechend habe man die Kapazitäten inzwischen bereits ausgebaut: « In der letzten Woche haben wir die Öffnungszeiten auf fünf Tage erhöht. Sollte das nicht ausreichen, könnten wir kurzfristig auf sechs Tage pro Woche erhöhen. »

Beim Blick auf die Website des Impfzentrums fällt auf, dass « per sofort » nach medizinischem Personal gesucht. Hat man im Buchholz genügend Angestellte? « Ja, wir verfügen über genug Personal » , sagt Meier. Bei den Ärzten hingegen sei man « eher knapp besetzt » . « Da würden wir uns freuen, wenn sich noch ein, zwei Pensionierte bei uns melden würden. »

«An der Belastungsgrenze»

Eine Nachfrage bei der Apothekenkette Apodro zeigt, dass in den Filialen in der Region zwar reichlich Personal vorhanden ist. Man arbeite zurzeit gar « in dreifacher Besetzung wie vor der Pandemie » , sagt Apotheker Bruno Rüegg.

Doch viele der Angestellten scheinen wie die Pflegerinnen und Pfleger auf Intensivstationen allmählich am Ende ihrer Kräfte zu sein: « Wir sind müde und arbeiten seit vielen Monaten im erhöhten Normalbetrieb mit teilweise unglaublichen Spitzen » , sagt Rüegg.

Der durch die Ankündigung der Zertifikatspflicht ausgelöste Ansturm hat den Angestellten der Filialen noch zusätzliche Energie abverlangt: Rüegg: « Wir wurden regelrecht überrant und alle Impftermine sind bereits ausgebucht. »

Trotzdem versuche man noch Termine für Spontan-Impfungen zu ermöglichen. Dies besonders für Personen ohne Computerkenntnisse oder Zugang für eine Online-Registrierung. « Wir bieten an, was wir können  – an der Belastungsgrenze. »

Besonders ältere Menschen rufen an

Die Medbase Apotheke Pfäffikon bietet Impfungen an, jedoch keine Tests. «Wir hatten schon immer viele Anfragen, ob man sich bei uns impfen lassen kann.» Laut Lea Broggini, der Geschäftsführerin der Medbase Apotheke, habe sich seit dem gestrigen Entscheid des Bundesrats nicht viel geändert. «Da wir keine Impfdosen wegwerfen wollen, bieten wir nur noch an zwei Nachmittagen pro Woche Impfungen an. Dann jeweils im 15-Minuten Takt.»

Fixe Impf-Nachmittage gebe es jedoch nicht. Meist würden sie telefonische Anrufe von älteren Menschen erreichen, die Mühe damit haben, sich online für die Impfung zu registrieren. Sie verweist auf die Homepage der Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich, auf der ersichtlich ist, wo es noch verfügbare Plätze zum Impfen gibt.

Offizielle Zahlen vom Kanton zur Impfbereitschaft gibt es seit dem gestrigen Entscheid allerdings noch nicht. Auch weitere Apotheken, die sich allerdings nicht offiziell in der Zeitung zitieren lassen wollen, bestätigen eine steigende Anzahl Anfragen.

Allerdings hatten die meisten auch vor dem gestrigen Entscheid des Bundesrats bereits Mühe, den vielen Anfragen gerecht zu werden. Schon nach den Sommerferien sei die Nachfrage für Tests und Impfungen wieder deutlich angestiegen. (Luca Da Rugna/ Laurin Eicher)

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