«Braucht es die Verschärfung des Covid-19-Gesetzes?» - diese Frage stand bei einer Podiumsdiskussion zum Covid-Gesetz im Wetziker Kronensaal im Mittelpunkt. Die Organisatorin Aktionsbündnis Aargau-Zürich (ABAZ) wollte mit der Veranstaltung Raum für eine möglichst offene Diskussion in Bezug auf den Abstimmungskampf für das Referendum vom 28. November bieten.
Moderiert wurde die Runde von Martin Boos, Konfliktberater und Mediator aus Wetzikon, der sich aufgrund widersprüchlicher Informationen seit Beginn der Corona-Pandemie mit der Thematik beschäftigt. Auf dem Podium sassen Bigi Obrist, Gemeinderätin der Stadt Wetzikon, Christian Labhart, Regisseur aus Wetzikon als Befürwortende sowie Josef Ender, Sprecher vom Bündnis «Urkantone» und David Trachsel, Präsident der Jungen SVP, als Gegner des Covid-19-Gesetzes.
Die anwesenden Mitglieder des ABAZ, Margrith Widmer und Robert Blarer, nahmen an diesem Abend keine persönliche Stellung ein und wollten mit dem Anlass lediglich dafür sorgen, dass der kritische Dialog im Zentrum stand. Aus Ihrer Sicht ein kleiner Beitrag gegen die Spaltung der Gesellschaft. «Am wichtigsten ist, dass wir trotz der Unstimmigkeiten weiterhin miteinander reden», so Widmer. Pöbeleien und persönliche Angriffe sollten trotz dem zu erwartenden, hitzigen Diskurs, bewusst vermieden werden. Für den Notfall waren gar zwei Polizisten vor Ort.
Unvereinbare Ansichten
Für Bigi Obrist ist die Corona-Pandemie eine Momentaufnahme. Eine Art Katalysator für Probleme, die in der Gesellschaft schon lange vorhanden waren: «Die Probleme wie zum Beispiel die Ungleichheit der sozialen Schichten kommen nun nur verstärkt an die Oberfläche. Wir wissen zum Beispiel längst, dass die Pflegeberufe schlecht bezahlt und enorm belastend sind.» Es wundere sie deshalb nicht, dass in der Pandemie ein akuter Personalmangel herrsche.

