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Idewe-Areal steht kurz vor dem Verkauf

Die ehemalige Strumpffabrik Idewe in Medikon ist ein markantes Gebäudeensemble. Jetzt soll es in neue Hände gehen. AW-Gemeinderätin Bigi Obrist spricht von Pralinéstücken, die der Stadt durch die Lappen gehen.

Zum Ensemble des Idewe-Areals gehören Fabrikgebäude, ein Kleinkraftwerk und ein Weiher., Derzeit sind die Räumlichkeiten zumeist vermietet., Unter anderem ist auf dem Areal eine Musikschule und ein Brockenhaus eingemietet., Das Idewe-Areal liegt an bester Verkehrslage in Unterwetzikon., Jetzt kommt die ehemalige Strumpffabrik in neue Hände.

Manuel Reimann

Idewe-Areal steht kurz vor dem Verkauf

Bigi Obrist wirkt angesäuert. «Wir verstehen nicht, wie Stadtentwicklungsprojekte durchgeführt werden können und die Stadt trotzdem keine Kenntnis von einem solchen Verkauf hat», sagt die Parlamentarierin der Alternative Wetzikon (AW) an der Gemeinderatssitzung vom Montag, 6. September.

Grund ihres Ärgers ist das Idewe-­Areal in Medikon. Über 150 Jahre lang ratterten dort die Maschinen. Strickwaren und Wirkwaren wurden hier produziert. Vor allem aber die Idewe-­Strümpfe. 1998 lief die Strumpfproduktion in Medikon aus, und 2008 ­wurde auch die Färberei geschlossen.

Seit 2010 ist die ­Idewe eine reine Immobilienfirma. Heute sind in den Gebäuden in Medikon unter anderem ein Gitarrenshop mit Musikschule, das Remar-Brockenhaus, ein Modelleisenbahngeschäft sowie verschiedene weitere Geschäfte und Kleingewerbler eingemietet.

Geblieben ist der Charakter des Ensembles, zu dem neben mehreren Fabrikationsgebäuden auch die obligate Fabrikantenvilla, ein Weiher, ein Kleinwasserkraftwerk und Kanäle ­gehören.

Von Aktualität eingeholt

In diesem Sommer hat Obrist erfahren, dass das Areal der J. Dürsteler & Co. AG, das im Besitz von André Sax steht, verkauft werden soll und dass es offen­bar bereits Verhandlungen mit einer Interessentin gibt. Aber auch, dass Sax es sich vorstellen könnte, mit der Stadt über das Objekt in Austausch zu treten. 

In einer Interpellation erkundigen sich Obrist und Robin Schwitter (ebenfalls AW), wie sich die Stadt in die Entwicklung dieses Areals einbringen könnte. In diesem sehen sie nämlich grosses Potenzial. Um es voll ausschöpfen zu können, braucht es aus ihrer Sicht eine städtebaulich relevante Nutzungsstrategie sowie Entwicklungs- und Sanierungskonzepte. 

Obrist und Schwitter meinen, dass hier zum Beispiel die Möglichkeit bestehen würde, Teile des Areals im Baurecht weiterzugeben. Oder dass mit einer künftigen Käuferschaft ein Gestaltungsplanverfahren durchgeführt und die Idewe nach ­einem abgeschlossenen Verfahren wieder verkauft würde. «Im Minimum muss mit einer anderen Käuferschaft ein gemeinsames Vorgehen zur Entwicklung des Areals angestrebt werden», schreiben sie im Postulat. Sogar ein Kauf des Areals durch die Stadt wäre für sie denkbar.

Nur: Obrist und Schwitter wurden von der Aktualität quasi überholt. «Heute Morgen haben wir erfahren, dass der Verkauf der Idewe vor dem Abschluss seht», sagt Obrist, als sie ihre Interpellation vor dem Gemeinderat erläu­tert.

Und weiter: Da könne man schon die Wirksamkeit von Standortförderung und Vernetzungsveranstaltungen wie Apéros hinterfragen, wenn dann solche zen­trale Infos wie der offenbar geplante Verkauf eines Areals dieser Grösse nicht fliessen würden. «Es ist von zentraler Wichtigkeit, dass dem Stadtrat solche Pralinéstücke nicht durch die Lappen gehen.»

Wichtiger Geschichtsträger

Für Obrist ist das Idewe-Areal ein wichtiger Geschichtsträger für Wetzikon. «Geschichte und Erinnerung sind identitätsstiftend.» Ihre Interpellation habe mit der jüngsten Entwicklung nicht an Bedeutung verloren, betonte sie. Der Einfluss auf die Entwicklung dieses Areals sei nach wie vor wichtig. «Nun muss die Stadt eben Private um Kooperation bitten.»

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