Fast schon filigran, mit viel «Fingerspitzengefühl», packt der 2,5 Tonnen schwere Sortiergreifer die metallene Dachverkleidung über dem Torbogen. Ein scheppernder Klang, das Dach fällt zu Boden. Das Kreischen von Ketten auf Asphalt durchschneidet die Luft, als sich der Abbruchbagger in Bewegung setzt. Eine Bewegung, ein Reissen, der Greifer frisst sich in den Beton der Jahrzehnte alten Mauer. Und mit einem lauten Krachen fällt diese zu Boden. Eine graugelbe Staubwolke senkt sich über das Gelände in Hinwil, wo bis Anfang dieses Jahres die grosse Halle der traditionsreichen Bührer Traktorenfabrik AG stand.
177 Tage sind vergangen, seit am 3. März im Gebäude der 92-jährigen Firma ein gewaltiges Feuer ausbrauch. Von überall war an jenem Tag die dutzende Meter hohe, dichte, schwarze Rauchsäule zu sehen. Drei Stunden dauerte es, bis die Feuerwehren aus der Umgebung die Flammen unter Kontrolle hatten. Verletzt wurde bei dem Grossbrand zum Glück niemand, doch mehrere eingemietete, kleine Gewerbebetriebe, darunter ein Kosmetikstudio und eine IT-Firma, wurden durch das Inferno zerstört. Auch nach einem knappen halben Jahr ist die Brandursache immer noch nicht geklärt. Auf Anfrage bei der Kantonspolizei Zürich sagt Mediensprecher Stefan Oberlin, dass erst in gut vier Wochen mit einem Resultat der Untersuchungen gerechnet werden könne.
Im Zeitplan
Martin Weinmann sitzt im Führerstand des 65 Tonnen schweren Abbruchbaggers und verrichtet seine Arbeit. Seit dem 10. Juni verantwortet der Baumaschinenführer der Toggenburger Unternehmungen aus Winterthur gemeinsam mit seinem Kollegen die Abriss- und Rückbauarbeiten auf dem Areal, die Bührer rund eine halbe Million Franken kosten werden – sie sind von der Gebäudeversicherung gedeckt.

