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«Unter Milliarden von Sternen» erhält eine Fortsetzung

Das Comedy-Ehepaar Marisa und Walti Dux veröffentlichen ein neues Lesebilderbuch. Mit diesem wollen sie Kinder zum Denken anregen, ohne die Moralkeule auszupacken.

Marisa und Walti Dux präsentieren den zweiten Band ihres Lesebilderbuches «Unter Milliarden von Sternen».

Foto: Bettina Schnider

«Unter Milliarden von Sternen» erhält eine Fortsetzung

Es ist schwarz-weiss mit einer leichten Spur von grau, sitzt auf einem Ast und grinst den Leser verwegen an. Die Rede ist vom Chamäleon, welches das Cover von Marisa und Walti Dux‘ neuestem Lesebilderbuch ziert. «Das Chamäleon wollte einfach zu uns», sagt Marisa Dux.

Das Tier ist eines der Protagonisten der insgesamt zwölf Kurzgeschichten in «Unter Milliarden von Sternen Band II». So heisst das neue Werk des Baumer Comedy-Ehepaars, das unter dem Künstlernamen S’Duxe bekannt ist. 

Benannt ist das Buch nach dem Weihnachtslied, das Walti Dux 2003 für das Ustermer Adventssingen – und gleichzeitig auch für seine Frau, die damals an Brustkrebs erkrankt war – komponiert hatte. «Wie bereits im ersten Band bezieht sich die letzte Geschichte auf das Lied», erklärt der Baumer, der wie seine Frau Teilzeit unterrichtet.

Die falsche Schachtel

Im Büro in ihrem Haus in Bauma steht eine grosse Schreibtafel. «Dort sammeln wir die Ideen», sagt Walti Dux. Alle Geschichten bauen auf persönlichen Erlebnissen auf. So auch die des Chamäleons. «Ich liebe schöne Dekorartikel und wollte eigentlich eine Schale mit einem Papagei kaufen», erzählt Marisa Dux.  

«Unsere Grosskinder geben uns sehr schnell Feedback, ob ihnen etwas gefällt oder nicht.»
Marisa Dux

Doch daraus wurde nichts. Denn die Verkäuferin hatte aus Versehen die falsche Schachtel aus dem Lager geholt. «Das Malheur bemerkten wir erst zu Hause. Anstatt eines Papageis befindet sich nun ein Chamäleon auf der Schale.» Und natürlich musste dieses Tier im neusten Band eine Rolle einnehmen.

Auch wenn die Inspiration auf alltäglichen Erlebnissen ihrer «Erwachsenen-Welt» beruht, sind die Geschichten für Kinder geschrieben. «Wir wollen sie zum Denken anregen», sagt Walti Dux. In jeder Erzählung habe es deshalb auch eine erzieherische Komponente. «Diese ist in der Geschichte aber gut integriert. Die Moralkeule packen wir also nicht aus.»

Bilder per WhatsApp

Ist eine Geschichte schliesslich ausgereift, wird sie von einem strengen Publikum einem Härtetest unterzogen. «Unsere Grosskinder geben uns sehr schnell Feedback, ob ihnen etwas gefällt oder nicht», meint Marisa Dux lachend. Ursprünglich war im neusten Band eine Geschichte über einen Raubvogel geplant gewesen: «Doch diese Idee kam bei ihnen gar nicht gut an.» Also strichen S‘Duxe die Figur wieder.

Marisa und Walti Dux bezeichnen ihr Werk als «Lesebilderbuch». Zu jeder Geschichte gehören zwei Seiten Text und zwei Illustrationen. Es sei kein reines Bilderbuch, aber eben auch nicht nur ein Buch mit Text, betonen die beiden.

Für die Illustrationen haben sie wie bereits beim ersten Band mit dem Künstler Charlie Weibel zusammengearbeitet. «Wir schicken ihm jeweils eine Geschichte und einige Illustrationsvorschläge und er macht sich dann an die Arbeit», erklärt Marisa Dux. Der Austausch mit Weibel findet per WhatsApp statt. «Bei manchen Geschichten stehen die Bilder sehr schnell, bei anderen dauert es länger und es braucht mehrere Versuche.»

Layout im wahrsten Sinne des Wortes

Die Zeichnungen schneidet der Künstler dann mit der Schere aus, bevor sie digitalisiert werden. «Das gibt einen wunderbaren 3D-Effekt», sagt Walti Dux. «Bei uns bedeutet dann Layout im wahrsten Sinne des Wortes ‹Auslegen›.»

Stehen die Zeichnungen, wird die Gestaltung des Buches in Angriff genommen. Für diese arbeiten die Autoren mit einer Zürcher Grafikerin zusammen. «Die Bilder sind schwarz-weiss und grün.» Die Farbe des Buchumschlages finde sich wie bereits beim ersten Band in jedem der Bilder.

Dem Umschlag angepasst

Aktuell geben S‘Duxe ihr Buch selber heraus. «Das gibt uns auch die Kontrolle über das ganze Design», betont Marisa Dux. So haben sie sich für ein besonders Format entschieden. «Wir wollten nicht A4 aber sicherlich auch nicht die Form eines normalen Bilderbuches. Etwas, das im Bücherregal auffällt», sagt Walti Dux.

«Viele Kunden wünschen sich zudem eine persönliche Widmung.»
Walti Dux

Und seine Frau ergänzt, wie sie die richtige Grösse gefunden haben: «Wir fanden gute Umschläge für den Versand. Und wir wussten, das Buch muss dort hineinpassen.» Die Grafikerin sei ab dieser Antwort etwas überrascht gewesen. «Ihr sei noch niemand begegnet, der das Format eines Buches dem Versandmaterial anpasste.»

Die Bücher verpacken und versenden sie ebenfalls selber. «Viele Kunden wünschen sich zudem eine persönliche Widmung», sagt Walti Dux. Trotzdem seien sie zurzeit in Verhandlung mit einem Verlag. «Doch abgemacht ist noch nichts.»

Im Herbst ausgebremst

Mit dem Verkaufserfolg sind die beiden bisher sehr zufrieden: «Wir haben kaum Werbung gemacht und trotzdem wurden schon viele Exemplare bestellt», meint Maris Dux begeistert. In der Zwischenzeit haben die beiden herausgefunden, dass ihre Geschichten nicht nur bei jüngeren Menschen Anklang finden: «Auch viele Seniorinnen und Senioren haben Freude daran.» Viele Leserinnen und Leser würden das Werk gar als ein «Buch der Hoffnung» bezeichnen.

Als Nächstes stehen bei S’Duxe und ihrem Chamäleon eine Vernissage und Lesungen auf der Agenda: «Hier müssen wir aber noch schauen, wie sich die Corona-Lage entwickelt», sagt Walti Dux. «Im letzten Herbst wurden wir durch Corona ausgebremst.»

Besonders gerne treten die beiden Lehrpersonen, die zusammen über 80 Jahre Unterrichtserfahrung haben, an Schulen auf: «Es ist wunderbar, wie die Kinder durch die Geschichten ins Grübeln kommen, es entstehen immer wunderbare Diskussionen.»

Eine bunte Trilogie

Die beiden sind davon überzeugt, dass es nochmals ein Lesebilderbuch geben wird: «Die Ideen werden uns nicht so schnell ausgehen.» In zwei Jahren werden die beiden pensioniert: «Dann haben wir beide sicherlich genug Zeit», meint Marisa.

Seit sie mit der Arbeit begonnen hätten, schwebe ihnen nämlich eine bunte Trilogie vor Augen. «Zuerst hatten wir ein blaues Buch, nun ein grünes und als nächstes dann wohl ein rotes.»

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