Wenn auf dem Gebiet des Werriker-/ Glattenrieds Bagger auffahren, erschaudern Ustermer Umweltschützer. Um diese Landschaft haben sie jahrelang gekämpft und schliesslich verhindert, dass hier die Umfahrungsstrasse Uster West mitten durchs Grün gebaut wird. Nachdem die Stadt Uster und der Kanton das Projekt unter dem Jubel der Naturschützer vor gut einem Jahr aufgegeben haben, gibt es nun aus Sicht des Umweltschutzes noch mehr erfreuliche Nachrichten. Die Baumaschinen, die kommende Woche hier sein werden, sollen das Gebiet nämlich für die Tier-und Pflanzenwelt aufwerten. Was heute Wiese ist, soll zum Flachmoor umgestaltet werden, so zumindest will es der Kanton.
Beatrice Vögeli, Leiterin des Bereichs Arten- und Biotopschutz beim Kanton Zürich, sagt, dass für die Umwandlung zur Riedlandschaft der Wasserhaushalt des Areals instand gesetzt werden müssen. Hierfür müssten die Jahrzehnte alten Drainagen entfernt werden, die früher das Land entwässerten, damit es von den Bauern bestellt werden konnte.
Kampf gegen Löwenzahn
Die landwirtschaftliche Nutzung sei denn auch ein wesentlicher Grund, weshalb der Boden heute so nährstoffreich sei. Dies soll nun geändert werden, denn: «Je tiefer der Nährstoffanteil im Boden, desto eher können sich konkurrenzschwache Pflanzen durchsetzen», sagt Vögeli. Genau solche Pflanzen wolle man haben. Dazu gehören seltene Arten wie die Zwiebelorchis, der Sonnentau, die Sibirische Schwertlilie, der Lungenenzian oder der grosse Wiesenknopf. Diese würden auf einer stark gedüngten Wiese gegen «Generalisten» wie dem Löwenzahn keinen Lebensraum finden.

