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«Den Gefallen eines Rücktritts aus der SVP werde ich ihnen nicht tun»

Am Dienstag wurde bekannt, dass der Rütner Martin Suter (SVP) aus dem Amt als Parteisekretär der kantonalen Volkspartei scheidet. Für ihn kam der Entscheid «sehr plötzlich».

Steht nach seinem Abgang als Parteisekretär der SVP des Kantons Zürich vor einem «neuen Lebensabschnitt»: Martin Suter.

Foto: PD

«Den Gefallen eines Rücktritts aus der SVP werde ich ihnen nicht tun»

«Auf eigenen Wunsch», «im gegenseitigen Einvernehmen» – Medienmitteilungen strotzen meist nur so vor den immer selben Phrasen, sowohl im Sport als auch der Politik. Auch beim Communiqué der Zürcher SVP vom Dienstag ist das nicht anders. Dort heisst es: «Martin Suter, der das kantonale Sekretariat im Mai 2019 in einer herausfordernden Phase übernahm, verlässt  die Geschäftsstelle im Einvernehmen mit der Parteileitung auf eigenen Wunsch.» Und wie in den meisten Fällen verbirgt sich auch hier hinter diesen Worten über den Abgang des Rütners eine ganz andere Aussage. 

«D ie Art und Weise, wie mit mir umgegangen wurde, frustriert und schmerzt mich »

Martin Suter, Ex-Parteisekretär der SVP des Kantons Zürich

Es liegt viel Frust und Enttäuschung in der Stimme von Suter, der Anfang Mai 2019 innerhalb einer Woche das Amt als Parteisekretär der SVP des Kantons Zürich übernahm und dafür extra die Beteiligungen an seiner Treuhandfirma verkauft hatte. «Es liegt nicht an mir, den Wortlaut der Medienmitteilung zu kommentieren», sagt der Rütner zähneknirschend. Ein Wortlaut, den er gemäss seinem Parteipräsidenten allerdings abgesegnet habe.« Doch die Art und Weise, wie mit mir umgegangen wurde, frustriert und schmerzt mich. Das alles kam sehr plötzlich, vor Dienstag gab es keine Gespräche mit mir, dass ich mich ändern oder bessern müsse», so Suter. Natürlich sei man nicht immer einer Meinung gewesen, sagt der 50-Jährige. Auch um die Ausrichtung der Partei und des Sekretariats habe es Diskussionen gegeben

Fehlender Fokus auf eigentliche Arbeit

Als einen Trennungsgrund habe ihm ein Mitglied die Parteileitung jedoch die Veranstaltung eines Mittelalterspektakels Ende Juli genannt. Ende Juli hatte Suter mit seinem Verein Turnei in Winterthur den Grossanlass organisiert – und hielt sich dabei an die Bestimmungen des Bundes, nur Personen mit Covid-Zertifikat aufs Gelände zu lassen. Auf den sozialen Medien wurde der Rütner beschimpft, sogar mit Adolf Hitler verglichen.

Auf Anfrage stellt der aus Volketswil stammende Benjamin Fischer, Kantonspräsident der Zürcher SVP, zum möglichen Trennungsgrund klar: «Das wurde so nicht sagt. Wenn, dann ging es darum, dass wir in einem Nebensatz kurz von dem Mittelalterfest als Beispiel für Martin Suters nebenparteiliche Tätigkeiten gesprochen haben und unserer Einschätzung, dass er sich eventuell nicht genügend auf seine eigentliche Arbeit konzentrieren konnte.»

«Jetzt ist der richtige Zeitpunkt für einen Wechsel.»

Benjamin Fischer, Präsident SVP Kanton Zürich

Auch hält der 30-jährige fest, dass die Trennung alles andere als plötzlich gekommen sei. «Dahinter steht ein Evaluationsprozess, der bereits im vergangenen Frühling begonnen hat. Und wir kamen in der Parteileitung zur Übereinkunft, dass vor den Kommunalwahlen im nächsten Jahr jetzt der richtige Zeitpunkt für einen Wechsel ist.»

Rückblick auf erfolgreiche Zeit

Was passiert nun aber mit Suter, werde er gar die Partei verlassen, wie der Tages-Anzeiger am Dienstag postulierte? «Diesen Gefallen werde ich ihnen auf gar keinen Fall tun. Seit ich 18 bin, bin ich in der SVP. Und es sollen auch noch ein paar Jahre mehr werden», sagt der in Niederwenigen aufgewachsene Bauernsohn. «In der Covid-Frage ist sich die Partei einfach nicht einig», so Suter. Dies führe zu einer Zerreisprobe für die SVP. Es gebe nicht nur Mitglieder, die den Massnahmen kritisch gegenüberstünden, sondern auch eine andere Seite. Nur sei diese viel leiser. Leise wird Suter auch, wenn er von seiner Zukunft spricht. «Ich stehe ganz schön blöd da. Meine verbliebene Firma habe ich  runtergefahren, doch weiterhin Löhne gezahlt und damit einen wirtschaftlich grossen Verlust eingefahren», so der Vater von vier Kindern.

«Sie haben mir gesagt, wenn es nicht laufe, werde der Trainer ersetzt.»

Martin Suter

Auf die vergangenen zweieinhalb Jahre als Parteisekretär blickt er trotz seines plötzlichen Abgangs zufrieden zurück. «Wir haben sehr erfolgreich gearbeitet und aus den Voraussetzungen das Beste gemacht. Die Neuausrichtung des Sekretariats ist geglückt, wir haben viel umgestellt.» Aber auch in einem guten Team, das sie eigentlich gewesen seien, sei niemand unersetzlich, auch er nicht. Und letztlich fiel eine weitere Floskel: «Sie haben mir gesagt, wenn es nicht laufe, werde der Trainer ersetzt.»

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