Menschenschlangen sorgen für Irritationen
«Ich bin wirklich positiv überrascht, wie diszipliniert die Leute sind», sagt Hans Peter Maier. Der 66-jährige Schausteller zeichnet verantwortlich für die «Chilbi Light», die seit dem Donnerstag letzter Woche hinter der Eishalle Wetzikon stattfindet und ist mit den ersten Tagen seines Anlasses durchaus zufrieden.
Die Kombination aus Marktständen und Fahrgeschäften ist auch dieses Jahr der Ersatz für die eigentliche Wetziker Chilbi, die in normalen Zeiten bis zu 50’000 Besucherinnen und Besucher anzieht. Doch auch 2021 ist mit dem nach wie vor grassierenden Coronavirus alles andere als normal. Der Lunapark mit seinen Bahnen und Attraktionen? Hinter Zaun und Einlasskontrolle «Aber die Leute haben sich an die Umstände gewöhnt», sagt Maier.
Umsetzung kantonaler Massnahmen
Unter der Woche sind es 500 Personen, am Wochenende maximal 1000 Personen, wie am vergangenen Samstag erreicht, die das eingezäunte Gelände betreten dürfen. Gleichzeitig sammeln sich vor den Essensständen ausserhalb auf dem Markt bisweilen lange Schlangen, eine Kapazitätsbegrenzung gibt es hier nicht – was bereits für zahlreiche Irritationen gesorgt hat. «Wir setzen hier lediglich die Massnahmen des Bundes um, der zwischen Markt und Veranstaltungen unterscheidet », erklärt Roger Kündig, Abteilungsleiter Sicherheit der Stadt Wetzikon auf Anfrage. Für Märkte gebe es keine Vorschriften bezüglich einer Maximalzahl anwesender Personen.
Vorgeschrieben ist hingegen der Einlass zum Lunapark. Rein kommt am Wochenende nur, wer im Besitz eines Zertifikats ist. Für Spontanbesuche gibt es die Möglichkeit, sich vor Ort testen zu lassen. Nur, warum steht das Testzelt gleich vor dem Eingang , wo sämtliche Besucherströme zusammenfliessen? «Wäre die Testmöglichkeit nicht direkt beim Eingang, würden sie die Leute nicht finden. Ausserdem sind die beiden Schlangen selbstverständlich getrennt», so Maier. Am Samstag wurden rund 150, am Sonntag zwischen 40 und 50 Corona-Tests gezählt.
«Wir haben inzwischen einige Anpassungen und Verbesserungen an unserem Konzept vorgenommen.»
Hans Peter Maier, Sommermarkt-Organisator
Dem zweiten Wochenende blickt Maier zuversichtlich entgegen, hält aber fest: «Es ist auch für uns ein Lernprozess. Wir haben inzwischen einige Anpassungen und Verbesserungen an unserem Konzept vorgenommen.» Und so hofft er auf gutes Wetter, schliesslich sei sein Riesenrad am kommenden Samstag und Sonntag das letzte in der Region, wenn Wädenswil und Rapperswil abgerüstet haben. Vielleicht fällt dann sogar auch die Zulassungsbeschränkung, wird doch am Mittwoch mit dem Bund über die Gleichstellung von Schausteller- und Marktgewerbe verhandelt.
