Benjamin Fischer, Sie haben bereits in jungen Jahren eine politische Karriere eingeschlagen und sind mittlerweile Kantonsrat und Präsident der Zürcher SVP. Wieso wollen Sie eigentlich erst jetzt Gemeinderat werden?
Benjamin Fischer: Ich habe meine politische Karriere nie bewusst geplant. Ich bin eingesprungen, wenn mich die Partei in einer Funktion oder einem Amt gebraucht hat. Oder wenn mich ein Mandat interessiert hat.
Ist es im jetzigen Fall Eigeninteresse oder will Sie die Partei unbedingt als Nachfolger für Ihre demissionierende Parteikollegin Regina Arter in den Gemeinderat hieven?
Vor rund eineinhalb Jahren hatte ich nach der Aufgabe des Ortsparteipräsidiums eher daran gedacht, mich aus der Kommunalpolitik zurückzuziehen. Damals hätte ich mir das Gemeinderatsamt überhaupt nicht vorstellen können. Ich habe aber schnell gemerkt, dass mich die Kommunalpolitik nicht in Ruhe lässt und das Interesse eben doch da ist. Als mich dann die parteiinterne Wahlkommission anfragte, habe ich zuerst verschiedene Gespräche mit den Kommissionsmitgliedern geführt, bis ich dann den Beschluss gefasst habe: Ok. Wenn die Partei mich will, stelle ich mich für das Amt zur Verfügung. Aber natürlich muss mein Wahlvorschlag noch an der Mitgliederversammlung der Volketswiler SVP abgesegnet werden.
Was spricht denn nun aus Ihrer Sicht für das Gemeinderatsamt in Volketswil?
Es ist wahrscheinlich die interessanteste Ebene in der Kommunalpolitik. Man hat oft direkt mit der Bevölkerung zu tun und wird mit konkreten Problemen vor Ort konfrontiert. Die Gemeindepolitik ist weniger abstrakt als die kantonale oder nationale. Ausserdem bin ich hier verwurzelt, kenne Volketswil und die Leute. Die Gemeinde ist mir wichtig.
Was sind Ihre Hauptsorgen, wenn Sie sich die Gemeinde Volketswil anschauen?
Es stehen wichtige Herausforderungen bevor. Der dörfliche Charakter von Volketswil geht leider immer mehr verloren. Wir müssen uns fragen, wohin es mit der Gemeinde gehen soll. Wir wollen mehr sein als nur eine Agglomerationsgemeinde, die zerdrückt zwischen Uster und Dübendorf steht. Vielmehr müssen wir unsere Standortattraktivität behalten. Lange haben wir das mit einem tiefen Steuerfuss geschafft. Seit den Steuererhöhungen wird es schwieriger, dass sich attraktive Firmen hier ansiedeln. Hier muss die Gemeinde entgegenwirken. Auch die Entwicklung des Ortsbildes müssen wir im Auge behalten. Nicht zuletzt gehört das Littering-Problem gelöst.

