Ein Hauch Sizilien in Wetzikon
Erst vor fünf Jahren sind Alessia Lanza und ihr Mann Angelo Sarva in die Schweiz gekommen. «In Sizilien gibt es keine Arbeit und keine Zukunft für uns», sagt die 25-Jährige. Ein mutiger Schritt: Die beiden liessen alles zurück: Ihr altes Leben, Freunde und Familie.
Da Alessia Sprachen studierte, konnte sie ein wenig Deutsch sprechen. Angelo kam ohne Deutschkenntnisse hierher. Auch heute spricht sie besser als er. «Aber es kommt», sagt sie und lacht.
Ätna und Liebe
Er arbeitete anfangs in einer Bäckerei, sie in einer Cafeteria. «Wir wollten etwas zusammen machen», erklärt sie die Idee eines eigenen Cafés. «Und wir wollten italienische Sachen in die Schweiz bringen.»
Weil das Paar in Glattbrugg wohnt, hätten sie zuerst dort in der Umgebung nach einem Lokal gesucht. «Im Facebook sahen wir dann den Laden hier ausgeschrieben», erzählt Lanza.
Am 5. Juni feierte das Café Etnamuri Eröffnung. Der Name setzt sich aus dem Vulkan Ätna und «Amuri» zusammen – was in sizilianischem Dialekt Liebe bedeute. Das Café hat täglich geöffnet.
Im Angebot hat das Paar italienisches Gebäck wie Cannoli und Sfogliatelle, salzige Spezialitäten wie Arancini und Sandwiches sowie 18 verschiedene Glacésorten. An der Eingangstür hängt ein Plakat, das für Brioche mit Glacékugeln drin wirbt. «Das wird tatsächlich bestellt», sagt sie.
Ausserdem bietet Etnamuri einen Partyservice an, zu Weihnachten gibt es Panettone und Pandoro zu kaufen, auf Bestellung kann man auch Torten haben. Das Essen wird von Sarvas Onkel Alfio Tomasello hergestellt.
Zufrieden in Wetzikon
Getränke wie Coca Cola und Sinalco sucht man im Kühlschrank vergebens. Dafür gibt es sizilianischen Eistee und Limonaden. «Cola findet man überall. Aber wir wollen speziell sein.»
Das Café stosse auf grossen Anklang. «Es kommen viele Italiener, vor allem aus Kalabrien.» Sie hätten Kunden, die extra aus Rüti oder Rapperswil nach Wetzikon kämen. «Aber es kommen auch andere Nationalitäten. Viele schätzen einfach einen guten italienischen Kaffee.»
Das Heimweh plagt die beiden immer mal wieder. «Es ist manchmal schon nicht so einfach», sagt sie. Zurück nach Italien zu gehen, das könne sie sich trotzdem nicht vorstellen. «Für Ferien ist es schön, aber dann ist auch wieder gut. Wir sind sehr zufrieden hier.»