Im Salander Zeughaus kann man bald alte Panzer bestaunen
Es ist eine unscheinbare Bauausschreibung, die auf das neueste Projekt des Fahrzeugmuseums Bäretswil hindeutet: «Umnutzung Zeughaus in Ausstellung und Lager für Fahrzeugmuseum und diverse innere Anpassungen», steht in der Publikation der Gemeinde Bauma.
Die Familie Junod, die bereits das Museum in Bäretswil betreibt, wollte zu ihren Absichten keine Stellung nehmen. Das Betriebskonzept für das geplante Museum ist jedoch Teil der eingereichten Unterlagen für die Baubewilligung und gibt Einblicke in das Vorhaben.
Anderes Kulturgut
Ihm ist zu entnehmen, dass die Ausstellung in Saland diejenige in Bäretswil ergänzen soll, welche die Familie seit 2004 betreibt. «Wir beabsichtigen schwerpunktmässig anderes Kulturgut der Öffentlichkeit zugänglich zu machen», steht im Betriebskonzept. Die Familie Junod wird das Gebäude in Saland voraussichtlich im Baurecht vom Bund erwerben. Eine provisorische Zusage habe sie im August letzten Jahres erhalten.
«In Anlehnung an unser aktuelles Fahrzeug-Museum in Bäretswil konnten wir Erfahrungen sammeln, wie ein optimaler Museumsbetrieb zu führen ist.»
Aus dem Betriebskonzept des Fahrzeugmuseums
Da sich das Untergeschoss mit zwei Hallen auf Naturboden befindet, können dort schwerere Fahrzeuge platziert werden. Hier sieht das Konzept vor, den Besucherinnen und Besuchern vor allem Armeefahrzeuge zu präsentieren. Dazu gehören Panzer, Militärlastwagen und -traktoren aber auch Kanonen und weiteres militärisches Zubehör.
20‘000 Besucher
Auch alte Feuerwehr- oder Landwirtschaftsfahrzeuge sollen dereinst in Saland zu bestaunen sein. Doch nicht alle Räumlichkeiten werden für die Öffentlichkeit zugänglich sein. Vorgesehen ist auch genügend Platz für die Lagerung und die Sanierung von alten Fahrzeugen.
Die Museumsbetreiber rechnen in Saland mit einem regen Ansturm. «In Anlehnung an unser aktuelles Fahrzeug-Museum in Bäretswil konnten wir Erfahrungen sammeln, wie ein optimaler Museumsbetrieb zu führen ist», schreibt die Familie Junod im Betriebskonzept.
Am Standort in Bäretswil können sie jährlich jeweils rund 8000 bis 10’000 Fahrzeuginteressierte begrüssen. «In Saland rechnen wir mit deutlich mehr Besuchern», schreiben sie weiter. Nämlich rund 20‘000 pro Jahr. Das liege unter anderem an der breiteren Palette an Kulturgut und dem gut einsehbaren Standort mit guter Verkehrsanbindung.
WC und Treppenhaus
Wann genau das Museum seine Türen für Besucherinnen und Besucher öffnet, ist noch nicht festgelegt. Jedoch ist bereits klar, dass das Museum im Winter geschlossen bleibt, da die Ausstellungsräume unbeheizt sind.
«Das wird eine Ergänzung und eine Bereicherung in unserem kulturhistorischen Portfolio.»
Andreas Sudler (parteilos), Gemeindepräsident von Bauma
Die Umbauarbeiten sollen gemäss dem eingereichten Gesuch im Januar 2022 starten und rund ein halbes Jahr dauern. Unter anderem wird eine besuchergerechte WC-Anlage und ein Treppenhaus gebaut.
Endlich eine Lösung
Die Gemeinde Bauma freut sich sehr, dass das Fahrzeugmuseum auf Gemeindegebiet eine neue Ausstellung eröffnet. «Das wird eine Ergänzung und eine Bereicherung in unserem kulturhistorischen Portfolio», sagt Gemeindepräsident Andreas Sudler (parteilos) auf Anfrage.
Auch sei die Erleichterung gross, dass nun endlich eine Lösung für das Zeughaus gefunden wurde. Somit endet ein langes Hin und Her, was aus diesem Gebäude wird.
Der Gemeinderat Bauma wollte das Grundstück ursprünglich in die Gewerbezone umzonen. Der Kanton lehnte dieses Vorhaben ab. Das Zeughaus musste in der Zone für öffentliche Bauten und Anlagen verbleiben.
Der Betrieb eines Museums ist darin jedoch gestattet. «Wir sind der Meinung, das dies wohl eine der bestmöglichen Nutzungen ist für ein relativ grosses Areal mit dieser Zonierung», so Sudler.
