Robert Rauschmeier steht vor dem Eingang des «Kentucky Fried Chicken» in Volketswil und tut etwas, was er normalerweise nicht macht – nämlich nichts. Wenn er sich für gewöhnlich einem Fastfoodrestaurant nähert, das vorwiegend Fleischmenüs verkauft, marschiert er zusammen mit zehn bis zwanzig weiteren Aktivisten ins Lokal, hält Schilder mit verendeten Tieren und Schlachtszenen hoch, drückt Konsumenten Flyer in die Hand oder ruft kurze Slogans wie «human liberation – animal rights».
Moderat im Vergleich zu früher, als Rauschmeier zusammen mit anderen Veganern «Fleisch ist Mord» gerufen hat. «Run in» nenne sich eine solche unbewilligte Aktion, sagt Rausschmeier. «Damit unterbrechen wir Leute beim Essen und in ihrem Alltagstrott. Die provokanten Aktionen sollen sie zum Nachdenken anregen.»
Der 50-jährige Volketswiler trifft mit solchen Auftritten nicht nur auf sinnierende Fastfood-Konsumenten, sondern auch auf aggressive Restaurant-Manager oder die alarmierte Polizei. Und mit einer Stallbesetzung im Kanton Baselland sorgte er jüngst für Aufruhr bei den Bauern.
Zwischen Spott und Gleichgültigkeit
Zum Interview setzt sich der 50-Jährige an einen Aussentisch von Kentucky Fried Chicken mit Blick auf eine Mc Donald’s-Filiale auf der anderen Strassenseite. Während drinnen die Fritteusen für die zu Geflügel verarbeiteten Hühner warmlaufen, erzählt der Volketswiler, dass sie den Fastfoodgiganten Mc Donald’s schon öfters in Visier genommen hätten. Aber auch andere Restaurants, die Fisch und Fleisch anbieten, verschonen sie nicht. Oft seien sie dafür in den grossen Städten unterwegs. Eine Aktion in Volketswil fehle bis anhin. Grund dafür sei, dass die Gruppierung eher in Zürich, Bern oder Basel aktiv sei.

