Bezirk Hinwil

Bezirk Pfäffikon

Bezirk Uster

Tösstal

Themen

Specials

Services

ZO Portale

Abo

Politik

Gemeinde strauchelt über 50-jährige Vereinbarung

In Greifensee erlitt die Sanierung und Erweiterung der Schulanlage Breiti jüngst wegen einer Jahrzehnte alten Vereinbarung mit Anwohnern einen erneuten Dämpfer. Doch nun zeigt sich der Gemeinderat zuversichtlich, dem Stimmvolk bald eine Lösung präsentieren zu können.

Die Schulanlage Breiti in Greifensee ist in die Jahre gekommen und muss saniert und ausgebaut werden.

Archivfoto: Nicolas Zonvi

Gemeinde strauchelt über 50-jährige Vereinbarung

In Greifensee arbeitet die Bevölkerung seit einiger Zeit bei wichtigen Projekten mit. So sollen Pläne breiter abgestützt und verhindert werden, was im Dezember 2018 geschehen ist. Damals lehnten die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger an der Gemeindeversammlung einen Planungskredit über 475‘000 Franken für die umfassende Sanierung und Weiterentwicklung der Schulanlage Breiti ab.

Der Gemeinderat sah sich dadurch zu neuen Massnahmen gezwungen: Mit zwei sogenannten Mitwirkungskonferenzen sollte im vergangenen Jahr ein Projekt gefunden werden, das bei einer nächsten Abstimmung von einer Mehrheit befürwortet wird. Etwa 50 Personen fanden sich damals gemäss Angaben der Gemeinde zu den beiden Konferenzen ein und erkoren eine Variante aus, über die die Stimmbevölkerung eigentlich im Juni hätte entscheiden sollen.

Doch es kam alles anders. Kurz vor der Abstimmung informierte der Gemeinderat, dass aufgrund einer fast 50 Jahre alten privatrechtlichen Vereinbarung mit Anrainern der Schulanlage «eine rechtliche Unsicherheit bezüglich der Realisierbarkeit der favorisierten Variante mit einem Hortanbau an den bestehenden Trakt» bestehe. «Je nach Ausgang der laufenden Verhandlungen mit den Nachbarn ist allenfalls eine Projektanpassung erforderlich», hiess es weiter.

In den 70er-Jahren entstanden

Gemeinderat Bruno Schaerli (Aktion G) erklärt es auf Anfrage so: «Grundproblem sind eine Dienstbarkeit und zwei Vereinbarungen, welche auf dem gesamten nördlichen Teil der Schulhausanlage lasten und in den Jahren 1973 und 1974 entstanden sind.» Damals seien den 14 Grundstücken nördlich des Schulareals Baubeschränkungsrechte eingeräumt worden. Im Gegenzug verzichteten die 14 Grundeigentümer auf Einsprachen gegen das damals wohl nicht ganz zonenkonforme Erweiterungsprojekt der Schulanlage.

Denn früher lag das Schulhausareal noch in der «Landhauszone». Heute steht es in der Zone für öffentliche Bauten. «Je nach Interpretation dieser rechtlichen Grundlage kann diese nordseitige Baubeschränkung somit als faktisches Bauverbot auf diesem Arealteil beurteilt werden», sagt Schaerli.

«Die Gespräche mit den Anwohnern sind gut verlaufen…»

Bruno Schaerli (Aktion G, Gemeinderat Greifensee)

«Einerseits waren wir uns bewusst, dass das nun auserkorene Projekt einen Konflikt mit der Baubeschränkung darstellen kann.» Aber andererseits sei die Planungsgruppe der Ansicht gewesen, dass dieser räumlich «sehr moderate Hortanbau» für die Anwohner keine wesentliche objektive Beeinträchtigung darstelle und daher gute Chancen für eine einvernehmliche Lösung vorhanden seien. «Um diesbezüglich Rechtssicherheit zu erlangen, gingen wir aktiv auf die Anwohner zu», so Schaerli.

Vorsprechen bei den Anwohnern

Offenbar war das aber viel Arbeit für die Behörden. «Aufgrund der grossen Anzahl Grundeigentümer und deren unterschiedlichen Vorstellungen und Ansprüche waren und sind die Verhandlungen sehr zeitaufwändig und anspruchsvoll», sagt Schaerli.

Dennoch zeigt sich der Gemeinderat optimistisch: «Die Gespräche mit den Anwohnern sind gut verlaufen und wir sind zuversichtlich in den nächsten Wochen über die notwendige Rechtssicherheit für die Weiterplanung zu verfügen.» Seitens Gemeinde werde angestrebt, den Projektierungskredit über die Horterweiterung und die Sanierung der verschiedenen Abschnitte im besten Fall bereits der nächsten Gemeindeversammlung am 6. Oktober vorzulegen. Am 22. September sei zuvor noch eine Infoveranstaltung zum Projektierungskredit geplant.

Von der Vereinbarung mit den Anwohnern nicht tangiert sind dagegen die Sanierung und Erweiterung des Kindergartens Müllerwis. Diese Planungsarbeiten sind laut Schaerli im Gang. Ziel sei es, der Bevölkerung direkt einen Ausführungs-/Baukredit an der Gemeindeversammlung vom 9 März 2022 vorzulegen.

Abo

Möchten Sie weiterlesen?

Liebe Leserin, lieber Leser

Nichts ist gratis im Leben, auch nicht Qualitätsjournalismus aus der Region. Wir liefern Ihnen Tag für Tag relevante Informationen aus Ihrer Region, wir wollen Ihnen die vielen Facetten des Alltagslebens zeigen und wir versuchen, Zusammenhänge und gesellschaftliche Probleme zu beleuchten. Sie können unsere Arbeit unterstützen mit einem Kauf unserer Abos. Vielen Dank!

Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

Sie sind bereits Abonnent? Dann melden Sie sich hier an

Digital-Abo

Mit dem Digital-Abo profitieren Sie von vielen Vorteilen und können die Inhalte auf zueriost.ch uneingeschränkt nutzen.

Sind Sie bereits angemeldet und sehen trotzdem nicht den gesamten Artikel?

Dann lösen Sie hier ein aktuelles Abo.

Fehler gefunden?

Jetzt melden.

Kontakt

Inserieren

Abo

Services

Über uns