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Uster sucht den Supergastronomen

Obwohl die Stadt Uster die nötige Sanierung bei der Unteren Farb noch nicht begonnen hat, sucht sie schon einen Mieter für das geplante Wohnhaus. Dahinter steckt auch politisches Kalkül.

Die untere Farb ist seit Jahren ein Politikum in Uster. Mit der Sanierung soll die ehemalige Blaufärberei neu genutzt werden.

Archivfoto

Uster sucht den Supergastronomen

Seit Jahren wartet die Untere Farb auf die Sanierung, die der ehemaligen Blaufärberei am Aaabach zu neuem Glanz verhelfen soll. Der Stadtrat sucht aber schon jetzt, während die angeschlagene Bausubstanz noch auf eine Auffrischung wartet, einen Mieter für den Wohnhausteil mit Bauerngarten. Wie die Stadt Uster in ihrer Medienmitteilung schreibt, seien Organisationen mit Ideen gesucht, die einen Mehrwert für das Quartier und den Stadtpark schaffen, Haus und Garten einbeziehen und mit dem Denkmalschutz vereinbar seien.

Wer dieser Idealmieter ist, weiss die Stadt heute noch nicht konkret. «Wir wollen erstmal schauen, wer sich von dieser Ausschreibung angesprochen fühlt und welche Bewerbungen eingereicht werden», sagt Stadtpräsidentin Barbara Thalmann (SP). «Im besten Fall identifiziert sich der neue Mieter mit dem historischen Erbe des Gebäudes.» Und idealerweise sei das eine Organisation, die das gesamte Wohnhaus mieten und nutzen wolle.

Auf Bauwünsche eingehen

Darunter fallen das Erdgeschoss für die Gastronomie, die beiden Obergeschosse und der Bauerngarten. Ohne Mietersuche geht dagegen die Nutzung der Scheune vonstatten. Darin wird die städtische Institution «Stadtarchiv und Paul-Kläui-Bibliothek» eingebaut.

Alles Wissenswerte zur «Unteren Farb»

11.05.2019

Uster

Am 19. Mai stimmen die Ustermer zum zweiten Mal über den Gestaltungsplan «Untere Farb» ab. Beitrag in Merkliste speichern Beim Wohnhaus sei der Zeitpunkt der Ausschreibung, die nun schon rund einen Monat läuft, bewusst so früh angesetzt worden, sagt Thalmann. «Wenn wir früh wissen, wer Interesse hat, können wir schon in der Planung auf gewisse individuelle Wünsche eingehen.»  

«Wenn eine Mieterin  oder ein Mieter gefunden ist, ist es konkreter, was mit der Unteren Farb geschieht.»

Barbara Thalmann (SP), Stadtpräsidentin Uster

Zudem habe der Stadtrat mit der frühen Suche nach einer Mieterin  oder einem Mieter auch ein Argument in der Hand, das für das ausgearbeitete Sanierungsprojekt samt Baukredit spreche, über das die Ustermer an der Urne entscheiden müssten. «Wenn eine Mieterin  oder ein Mieter gefunden ist, ist es konkreter, was mit der Unteren Farb geschieht. Das schafft Klarheit für die Ustermer Stimmbevölkerung», sagt Thalmann.

Noch ein langer Weg

Eine künftige Mieterschaft erwartet sowohl Gestaltungsmöglichkeiten als auch Grenzen. So umfasst der Wohnteil ein Erdgeschoss und zwei Obergeschosse. Oben sind Verwaltungs- und Dienstleistungsnutzungen möglich, im Erdgeschoss soll eine Gaststätte mit Aussensitzplätzen realisiert werden, wie es in der Medienmitteilung heisst. Weiter stellt die Stadt die Anforderung, dass der Bauerngarten erhalten werden muss, ebenso wie der Kinderspielplatz. Zudem müsse sich eine künftige Nutzung nach der bestehenden baulichen Substanz richten. Die meisten Räume sind zwischen 15 und 24 Quadratmeter gross und die Geschossfläche beträgt total 466 Quadratmeter.

Wie viele Bewerbungen bereits eingegangen sind, kann Thalmann aufgrund der Ferienabwesenheiten in der Verwaltung derzeit nicht sagen.

Bis am 1. Oktober läuft die Einreichfrist noch. Aus den Eingaben werde die Jury drei Bewerbungen auswählen und zur Ausarbeitung eines detaillierten Dossiers einladen, schreibt die Stadt weiter. Der definitive Entscheid soll Mitte Dezember  vorliegen.

Bevor das Konzept umgesetzt werden könne, müssten als nächster Schritt das Sanierungsprojekt mit einem Baukredit ausgearbeitet werden, zu dem das Volk an der Urne Stellung nehmen müsse. Das Projekt hat also noch einen langen Weg vor sich. Das ist sich auch die Stadt bewusst, wie sie in der Mitteilung abschliessend schreibt: «Die Eröffnung dürfte kaum vor 2025 erfolgen.»

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