Bezirk Hinwil

Bezirk Pfäffikon

Bezirk Uster

Tösstal

Themen

Specials

Services

ZO Portale

Abo

Politik

Arzt kämpft gegen Bau einer 5G-Antenne

Ein Kritiker des geplanten Baus des 5G-Antennenmasts an der Sonnenhofstrasse in Hinwil hat um Auskunft des baurechtlichen Entscheides beim Bauamt Hinwil gebeten. Ob ein allfälliger Rekurs zustande kommen wird, ist noch unklar.

Dr. Ralph Bircher, hier in seiner Praxis in Wetzikon, ist ein bekennender 5G-Antennen-Kritiker., Eine Mobilfunkantenne wie hier im Aathal soll auch in Hinwil installiert werden.

Archivbild: Christian Brändli

Arzt kämpft gegen Bau einer 5G-Antenne

Der Verfasser, Dr. med. Ralph Bircher aus Hinwil, schreibt in seinem Aufruf an die Nachbarschaft: «Für alle diejenigen unter uns, die noch glauben, nur Sichtbares, Greifbares oder chemisch-molekular Übertragbares könne relevant gesundheitsschädigend sein, habe ich zwar – wie eigentlich für alle Menschen – Verständnis. Dann lege man dieses Blatt einfach mal weg und darf ruhig weiterschlafen». Bircher ergänzt: «Ebenso wenig, wie das Phänomen der Liebe greifbar oder messbar zu erklären ist, wir es alle aber wahrhaftig erleben.» Letzten Endes hänge alles zusammen. Sowohl auf der Erde als auch in der Gesundheit.

Noch laufendes Bewilligungsverfahren

Laut Ralph Bircher wären bei einer erteilten Baubewilligung für die Swisscom 5G-Antenne in seiner Nachbarschaft bis zu 150 Personen von diesem Entscheid betroffen. Als Gegner des geplanten Baus ist der Arzt dennoch positiv gestimmt: «In Hadlikon hat sich vor einiger Zeit auch eine Gemeinschaft formiert, um den Bau einer 5G-Antenne zu verhindern. Weshalb sollte ich es nicht auch versuchen?» Generell hoffe er darauf, dass die Bevölkerung betreffend solchen Installationen allgemein wachsam bleibe und darauf achte, was um sie herum alles gebaut werde.

 

«In Hadlikon hat sich vor einiger Zeit auch eine Gemeinschaft formiert, um den Bau einer 5G-Antenne zu verhindern. Weshalb sollte ich es nicht auch versuchen?»

Dr. Ralph Bircher, Arzt für Naturheil- und Komplementärmedizin

Kritiker der Digitalisierung

Dr. Bircher arbeitet seit vielen Jahren als Arzt in Wetzikon. Zuletzt spezialisierte sich der 78-Jährige auf Naturheil- und Komplementärmedizin. Im kommenden Herbst schliesst er seine Praxis. Er kritisiert nicht nur die geplante Antennen-Errichtung an seinem Wohnort in Hinwil. «Ich bin generell kritisch eingestellt, was die Digitalisierung betrifft.»

Durch die Digitalisierung und die damit verbundene, immer stärker werdende Bestrahlung, würden die Leute unter Dauerdruck gesetzt. «Es ist ja heutzutage und speziell durch die Pandemie noch vermehrter Brauch geworden, dass man sich nicht mehr real, sondern virtuell trifft. Das kann für die Gesellschaft auf Dauer nicht gut sein».

Auch Ralph Bircher besitzt ein Smartphone, das er auch nutzt. Persönlich diene es ihm vor allem als Computer für seine Praxis. «Ich schränke den Gebrauch jedoch auf ein Minimum ein. Ich nutze das Handy nicht als Zeitvertreib, um darauf sinnlos herum zu scrollen und Neuigkeiten zu konsumieren, die mir per se nicht nützlich sind». Er kritisiert auch den medizinischen Bereich: «Für die Patienten bleibt immer weniger Zeit.» Dafür werde der medizinische Bereich immer mehr auf die Technik ausgerichtet.

Keine formierte Gegnerschaft

Laut des Hinwiler Gemeindeschreibers Roger Winter sind bisher 29 Begehren um Zustellung eines baurechtlichen Entscheides eingegangen. Eine Organisation von «5G-Antennenmastgegnern» habe sich jedoch noch nicht gemeldet. Nach einer möglichen Baubewilligung, die für die Mobilfunkantenne zurzeit noch ausstehend ist, bleibt für die potentielle Gegnerschaft noch eine Rekursmöglichkeit mit dem Baurekursgericht als Rekursinstanz, die innerhalb von 30 Tagen zu nutzen wäre.

Das Phänomen «Elekrosensibilität»

Der Begriff «Elektromagnetische Hypersensibilität» (EHS) geht bis in die 1980er Jahre zurück, als Büroangestellte über gesundheitliche Probleme im Zusammenhang mit der Bildschirmarbeit klagten.

Als elektrosensibel werden Menschen bezeichnet, die elektrische, magnetische oder elektromagnetische Felder (EMF) wahrnehmen. Sie reagieren darauf mit gesundheitlichen Symptomen. Dies erwähnt zumindest die Stiftung Institut für biologische Elektrotechnik Schweiz «IBES» auf ihrer Homepage, die für ein Leben ohne Elektrosmog kämpft.

Die ständige Strahlung bringt gemäss «IBES» manchen Körper an seine Grenzen. Bei zu hoher Strahlung bestehe die Gefahr für eine bleibende Elektrosensibilität. Persönlich stuft sich Ralph Bircher jedoch nicht als «elektrosensibel» ein.  Aus seiner Sicht sei es aber verständlich, dass Elektrosmog zu einem chaotisierenden, krankmachenden Faktor werden könne.

 

Abo

Möchten Sie weiterlesen?

Liebe Leserin, lieber Leser

Nichts ist gratis im Leben, auch nicht Qualitätsjournalismus aus der Region. Wir liefern Ihnen Tag für Tag relevante Informationen aus Ihrer Region, wir wollen Ihnen die vielen Facetten des Alltagslebens zeigen und wir versuchen, Zusammenhänge und gesellschaftliche Probleme zu beleuchten. Sie können unsere Arbeit unterstützen mit einem Kauf unserer Abos. Vielen Dank!

Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

Sie sind bereits Abonnent? Dann melden Sie sich hier an

Digital-Abo

Mit dem Digital-Abo profitieren Sie von vielen Vorteilen und können die Inhalte auf zueriost.ch uneingeschränkt nutzen.

Sind Sie bereits angemeldet und sehen trotzdem nicht den gesamten Artikel?

Dann lösen Sie hier ein aktuelles Abo.

Fehler gefunden?

Jetzt melden.

Kontakt

Inserieren

Abo

Services

Über uns