Rund um den Greifensee waren im vergangenen Jahr aussergewöhnlich viele Velofahrerinnen, Hundehalterinnen oder Fischer unterwegs. Corona sorgte mit Reisebeschränkungen, Kurzarbeit und Homeoffice dafür, dass sich viele Leute den See als Erholungsgebiet aussuchten, was sich auch auf die Zahl der Verstösse auswirkte. Gemäss dem kürzlich publizierten Jahresbericht der Greifensee-Stiftung wurden 538 Verstösse erfasst, das sind 72 mehr als 2019.
Die Rangerinnen und Ranger der Stiftung haben dabei deutlich mehr Verstösse wegen Betretens der Naturschutzzonen geahndet. Mit 123 Fällen hat sich die Zahl gegenüber 2019 beinahe verdoppelt.
«Viele Menschen reagierten aggressiver in den Zeiten der Pandemie.»
Niklas Göth, Ranger-Leiter Greifensee-Stiftung
«Es war ein sehr anstrengendes Jahr für mein Rangerteam», so das Fazit von Leiter Niklas Göth. Die Leute seien in Massen in die von den Rangern betreuten Naturschutzgebiete und somit auch in das am Greifensee geströmt. «Der Platz in den Erholungszonen wurde vor allem während der Pandemiebedingten Sperrungen knapp. Somit wichen einige in die Naturschutzzonen mit dem höchsten Schutzstatus aus.» Es seien «extrem viel mehr» Velofahrer unterwegs gewesen, was vermehrt zu Konflikten mit Fussgängern geführt habe. «Viele Menschen reagierten aggressiver in den Zeiten der Pandemie. Sie wollten nur raus in die Natur und mussten dort feststellen, dass sie nicht die einzigen mit dieser Idee waren.»
Diese Aggressivität bekam gemäss Göth auch das Rangerteam zu spüren. «Wenn Ihnen dann die Rangerin oder der Ranger sagt, dass leider genau an diesem Ort Picknicken oder Fischen nicht erlaubt ist, stösst das nicht immer auf Verständnis.»

