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Der Streit um den Wilemer Höhenweg geht in die nächste Runde

Gegen die Asphaltierung des Höhenwegs in Wila haben Anwohnerinnen und Anwohner eine Aufsichtsbeschwerde eingereicht. Auch eine ausserordentliche Gemeindeversammlung ziehen sie in Betracht.

Bei der Asphaltierung des Höhenwegs liegt der Ball nun beim Bezirksrat.

Foto: Milena Gähwiler

Der Streit um den Wilemer Höhenweg geht in die nächste Runde

Die geplante Sanierung des Höhenwegs in der Nähe des Wilemer Friedhofs erhitzt weiter die Gemüter. Am 23. Juli hat die Gemeinde zu einer Begehung eingeladen. Rund 30 I nteressierte nahmen teil. «Ausserdem waren die beiden Gemeinderäte Sandro Turcati und Fredi Waldvogel dabei», sagt Angelika Studer.

Sie gehört zu den Anwohnerinnen und Anwohnern, die sich gegen die geplante Asphaltierung des Höhenwegs wehren. Aus diesem Grund hat sie zusammen mit weiteren Mitstreitern im Juli eine Petition eingereicht. Mit dieser wollten sie erreichen, dass der Gemeinderat die Asphaltierung nochmals überdenkt und den Höhenweg nur als Naturweg saniert.

Studers Fazit nach der Begehung ist gemischt: «Die Gemeinderäte haben zugehört, wir konnten Fragen stellen, doch sie sind überhaupt nicht von ihrer Position abgewichen.» Die Exekutive stelle sich weiterhin auf den Standpunkt, dass eine Asphaltierung nötig und sinnvoll sei.

Mehr als 200‘000 Franken?

«Für uns ist klar, dass wir uns weiter wehren wollen», betont Studer. Aus diesem Grund hat sie in Zusammenarbeit mit weiteren Anstössern beim Bezirksrat einen Antrag auf eine Aufsichtsbeschwerde mit aufschiebender Wirkung eingereicht. Dieses Schreiben liegt der Redaktion vor.

«Es kamen Informationen ans Licht, die in unseren Augen problematisch sind», erklärt Studer. Eine betrifft die Finanzkompetenz des Gemeinderats. Über Ausgaben bis 200‘000 Franken kann dieser selber befinden.

Die Sanierung des Höhenwegs wird voraussichtlich rund 185‘000 Franken kosten. «Es hat sich herausgestellt, dass bereits 2019 Geld für die Planung ausgegeben wurde», so Studer. Gemäss dem Schreiben an den Bezirksrat seien insgesamt 22‘500 Franken abgerechnet worden.

«Ein Belagswechsel mit neuer Entwässerung hat nach unserer Auffassung keine untergeordnete Bedeutung.»

Aus dem Antrag für eine Aufsichtsbeschwerde 

«Es ist nicht klar, ob die 22’500 Franken in der Kostenschätzung enthalten sind oder ob diese zusätzlich zur Kostenschätzung geleistet wurden, was eine Kompetenzüberschreitung (maximal 200’000 Franken) zur Folge hätte», steht in der Beschwerde.

Keine Planauflage

Ausserdem stellen die Beschwerdeführer das Verfahren in Frage. Es habe keine Planauflage stattgefunden. Das sei nur bei untergeordneten Projekten erlaubt. «Ein Belagswechsel mit neuer Entwässerung hat nach unserer Auffassung keine untergeordnete Bedeutung», schreiben sie in ihrer Beschwerde.

Die Entwässerung stellt für die Anwohnerinnen und Anwohner ein weiteres Problem dar. Das Regewasser soll in den Lochbach abgeleitet werden. Bei einem Hochwasser würde dies die Situation am Bach verschärfen, heisst es in der Beschwerde weiter. Deshalb sei dies nicht konform mit dem Wasserschutzgesetz.

«Mit dem Geld, das die Sanierung kostet, könnte man den Weg rund 40 Jahre unterhalten.»

Angelika Studer, Beschwerdeführerin

Ebenso bringen die Beschwerdeführer vor, dass der Höhenweg im Inventar Historischer Verkehrswege sei. Gemäss ihrem Schreiben habe aber keine Abklärung stattgefunden, ob eine Asphaltierung des Weges trotzdem möglich sei.

Fair und anständig

Die Gemeinde Wila wollte aufgrund des laufenden Verfahrens keine Stellung nehmen. Studer und ihre Mitstreiterinnen und Mitstreiter hoffen, dass sie auf diesem Weg die Asphaltierung des Höhenwegs verhindern können. «Es ist uns aber ein Anliegen, dass die Diskussion weiterhin fair und anständig bleibt», betont sie.

«Mit dem Geld, das die Sanierung kostet, könnte man den Weg rund 40 Jahre unterhalten», meint sie weiter. «Das ist nicht verhältnismässig. Denn auch den Asphaltbelag muss man ja irgendwann wieder instand stellen.»

Sollte das Projekt auf diesem Weg nicht gestoppt werden, ist bereits ein nächster Schritt geplant: «Wir schliessen die Einberufung einer ausserordentlichen Gemeindeversammlung nicht aus.»
 

In die Jahre gekommen

Anfang Juni informierte der Gemeinderat Wila, dass er für die Sanierung des Höhenwegs einen Kredit von rund 185‘000 Franken bewilligt hat. Der Weg sei in die Jahre gekommen und die Entwässerung funktioniere nicht mehr. Man entschied sich für eine Asphaltierung aufgrund der relativ geringen Mehrkosten und der höheren jährlichen Unterhaltskosten eines Kieswegs. (bes)

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