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Urs Wüst ist der Dübendorfer des Jahres

Urs Wüst hat als ehrenamtlicher Sportchef des EHC Dübendorf entscheidenden Anteil an der Erfolgsgeschichte des Vereins. Im Rahmen der 1-.August-Feier wurde er dafür mit der höchsten Auszeichnung geehrt.

EHCD-Sportchef Urs Wüst (links) wird von Stadtpräsident André Ingold ausgezeichnet., Eigentlich hätte die Verleihung bereits Anfang Jahr stattfinden sollen, doch wegen Corona wurde der Anlass abgesagt. , Der Dübi Award wartet auf seine feierliche Übergabe., Nach 2014 weist die Ehrentafel im Stadthaus wieder einen neuen Namen auf.

PD

Urs Wüst ist der Dübendorfer des Jahres

Herzliche Gratulation, Urs Wüst, Dübendorfer des Jahres wird man ja nicht alle Tage. Was ist das für ein Gefühl?
Urs Wüst:  Es war natürlich erst einmal eine grosse Überraschung, als mich Stadtpräsident André Ingold über die Auszeichnung informierte, damit rechnet man ja nicht. Der Titel ist eine sehr grosse Ehre für mich, auch wenn ich das Rampenlicht nicht suche. Wie im Eishockey: Da steht der Sport, die Mannschaft im Zentrum, und der Sportchef bleibt mit einer Genugtuung im Hintergrund.

Wissen Sie, wer Sie nominiert hat?
Das würde ich auch gerne wissen, aber ich habe keine Ahnung. Vielleicht gibt sich diese Person ja noch zu erkennen.

Eigentlich hätten Sie die Auszeichnung bereits Anfang Jahr im Rahmen des Neujahrsapéros erhalten sollen, doch Corona verunmöglichte dies. Stört es Sie nicht, dass Sie den Titel jetzt nur noch fünf Monate tragen?
Nein, gar nicht. Es ist wie bei einer Goldmedaille oder einem Meistertitel, so etwas bleibt einem das ganze Leben lang.

Wer geehrt wird, bedankt sich in der Regel bei seiner Familie. Werden Sie das auch tun?
(lacht) Ja, das darf ich auf keinen Fall vergessen. Ohne die Unterstützung meiner Familie könnte ich das nicht machen.

«Wenn ich merke, dass ein Thema auf einem guten Level ist, suche ich dann eben ein neues.»

Gab es nie Probleme, weil Sie für Ihre Aufgabe als Sportchef des EHCD viel Zeit aufwenden?
Nein. Als ich und meine Frau uns kennenlernten, war ich aktiver Eishockeyspieler und sie Synchronschwimmerin – Sport gehörte also von Anfang an dazu. Später traten die Tochter und der Sohn in unsere Fussstapfen. Wir fuhren gemeinsam an Wettkämpfe in der ganzen Schweiz und engagierten uns parallel dazu in unseren Vereinen.

Ihre Arbeit als Sportchef entspricht einer 25-Prozent-Stelle, habe ich gelesen. Kommt das etwa hin?
Ja, während der Saison ist es mehr, ansonsten weniger.

Die Arbeit geht Ihnen also nie aus?
Ich will immer optimieren und besser werden. Und wenn ich merke, dass ein Thema auf einem guten Level ist, suche ich dann eben ein neues. Ich kann es einfach nicht lassen, denn das macht ja auch Spass.

Und das alles komplett ehrenamtlich?
(lacht) Alles unbezahlt, auch die vielen gefahrenen Autokilometer. Wenn es – wie aktuell – finanziell gut läuft, findet ein Vorstandsessen statt. Es gab aber auch schon weniger gute Jahre, in denen man darauf verzichtete.

« Solange ich mich noch aufrege, wenn das Team verliert, solange brennt noch das Feuer in mir.»

Wenn man sich umhört und Berichte über Sie liest, dann kommt ziemlich viel Lob zusammen. Man attestiert Ihnen ein sehr gutes Händchen bei der Zusammenstellung von Mannschaften. Was machen Sie richtig?
Ich bin ein Perfektionist: Wenn ich etwas mache, dann richtig. Dazu kommen mittlerweile etliche Jahre Erfahrung. Und dann hilft mir sicher mein Einfühlungsvermögen, meine gute Menschenkenntnis. Denn in einer Mannschaft muss primär das Menschliche stimmen. Ich verzichte lieber mal auf ein Supertalent, wenn man dafür einen Spieler hat, der das richtige Herz hat und von der Einstellung her passt. Letztlich wäre das alles aber nicht viel wert ohne die gute Arbeit der Trainer und des Vorstands.

Gibt es diesen einen, schönsten Moment in Ihrer Karriere als Sportchef?
Nur einen kann ich nicht aufzählen. Die drei Meistertitel gehören sicher zu den Höhepunkten. Aber auch die Konstanz, mit der das Team Erfolge gefeiert hat. Wir sind doch der einzige Amateurverein, der jedes Mal den 16tel-Final des Swiss Eishockey Cup erreicht hat. Einmal haben wir ja sogar den HC Davos rausgeworfen. Schön sind diese Momente, wenn man auf dem Spielerbänkli sitzt, während das Eis voll mit feiernden Menschen ist, und einfach diese innere Genugtuung geniesst, alles richtig gemacht zu haben.

Sie sind jetzt 61 Jahre alt, wie lange machen Sie noch weiter?
Es kommt sicher der Punkt, an dem ich auch mal kürzertreten und hier aufhören werde. Aber wenn man 25 Jahre mit so viel Herzblut und Engagement dabei ist, dann geht man nicht einfach weg, bevor eine geeignete Nachfolge da ist, die die Aufgabe weiterführt. Solange ich mich noch aufrege, wenn das Team verliert, solange brennt noch das Feuer in mir. Wenn das nicht mehr der Fall ist, dann ist es nicht mehr gut.

Zur Person
 

Urs Wüst (61) ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder. Seine Eishockey-Karriere begann er mit zwölf Jahren bei den Junioren des Eishockeyclubs Dübendorf (EHCD). Er war Teil der U18-Nationalmannschaft und spielte zwei Jahre bei Fribourg-Gottéron in der Nati A. Später spielte er für Dübendorf und Wetzikon in der NLB und wechselte schliesslich wegen seines Maschineningenieur-Studiums zu Bülach und in die 1. Liga, wo er in den folgenden Jahren auch als Sportchef tätig war.
 
Seit 25 Jahren ist Wüst nun Sportchef beim EHCD, der in der höchsten Schweizer Amateurliga seit Jahren zur Spitze gehört. Er setzte sich dafür ein, dass der EHC Dübendorf Teil der ZSC-Lions-Nachwuchspyramide wurde und war eine der treibenden Kräfte hinter der MySports League, der dritthöchsten Eishockey-Liga in der Schweiz. Kürzlich wurde er zum Ehrenmitglied des EHCD gewählt.
 
Wüst ist ein Ur-Dübendorfer, der mit Blick auf den Militärflugplatz aufwuchs, wo er auch seine Lehre als Maschinenmechaniker absolvierte. Heute ist er Chef Nutzungssteuerung der Luftfahrzeuge der Schweizer Luftwaffe und damit verantwortlich für die die Bereitschaft und Verfügbarkeit der Jets, Propellermaschinen, Helikopter und Drohnen auf sämtlichen Flugplätzen der Armee.

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