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«Die Gemeinden werden in die Enge getrieben»

Die Gemeinde Wildberg hat auch dieses Jahr den Nationalfeiertag auf der Oberen Luegeten gefeiert. Die Festrede von Therese Schläpfer war dabei überaus politisch.

SVP-Nationalrätin Therese Schläpfer war Festrednerin auf der Oberen Luegeten in Wildberg., Das Festzelt war gut gefüllt., Ausnahmsweise wurden nur die ersten beiden Strophen der Nationalhymne gesungen., Für die musikalische Unterhaltung sorgte die «Meelton Band»., Zwei jüngere Besucher sind mit ihren Lampions bereit.

Fotos: Bettina Schnider

«Die Gemeinden werden in die Enge getrieben»

Während viele Gemeinden im letzten Jahr die 1.-August-Feier abgesagt hatten, hielt Wildberg an der Durchführung fest. So auch dieses Jahr: «Trotzdem muss ich Sie ermahnen, sich an die Corona-Regeln zu halten», erinnerte Gemeindepräsident Dölf Conrad (SVP) in seiner Begrüssung.

Da das Wetter nicht mitspielte, habe man sich entschieden, die Nationalhymne für einmal im Festzelt zu singen. «Dafür aber nur die ersten beiden Strophen», erklärte Conrad. Das solle die Aerosol-Belastung geringer halten. «Und achten Sie darauf, ihrem Sitznachbarn nicht ins Gesicht zu singen.»

Gemeinschaft, die die Werte pflegt

Der neue Pfarrer der Kirche Wildberg, Arnold Steiner, richtete im Anschluss einige Worte an die Anwesenden. In etwas ungewohntem Rahmen: «Ich gebe zu, das Rednerpult ist nicht die optimale Kanzel», gab Dölf Conrad in der Überleitung zu.

Steiner nahm in seiner kurzen Ansprache auf das Kreuz in der Schweizer Flagge Bezug. «Dieses hat seinen Ursprung im Christuskreuz und hat seine Bestimmung im Roten Kreuz», mahnte der Pfarrer.

Er erinnerte daran, dass der soziale Rechtsstaat durchaus mit der Entwicklung des Christentums verknüpft sei. «Ein Staat braucht dabei immer eine Gemeinschaft, die die Werte pflegt.»

Nach Steiners Worten an die Anwesenden übernahm nochmals die «Meelton Band» das Zepter. Danach trat Dölf Conrad erneut an das Rednerpult und kündigte den Höhepunkt des Abends an: Die Festrede der SVP-Nationalrätin Therese Schläpfer aus Hagenbuch.

Der zweite Geburtstag

Schläpfer dankte für die Einladung und wünschte, wie am 1. August üblich, zuerst der Schweiz einen frohen Geburtstag. Der 730. seit der Verfassung des Bundesbriefes. Doch während viele andere Politikerinnen und Politiker am 1. August das Parteibüchlein zu Hause lassen und sich eher auf gemeinsame Werte besinnen, wählte Schläpfer einen anderen Weg.

Ihre Rede war durch und durch politisch. So sei der 1. August für sie persönlich dieses Jahr bereits der zweite Geburtstag der Schweiz. Der erste sei bereits am 26. Mai gewesen: «Dann ist nämlich das Rahmenabkommen mit der EU begraben worden.»

«Ohne Freiheit gibt es keine Selbstbestimmung.»

Therese Schläpfer, SVP-Nationalrätin

Die Schweiz passe auch nicht zur EU, in der die Staaten nur wenig mit bestimmen können: «Unser Land funktioniert erfolgreich mit unserer weltweit einzigartigen direkten Demokratie, von unten nach oben», konstatierte Schläpfer.

Nicht homophob

Als Beispiel nannte sie dabei Ungarn, das aktuell unter Beschuss steht, weil es mutmasslich nicht heterosexuelle Menschen diskriminiere. Die EU Kommission hatte deswegen rechtliche Schritte eingeleitet. Zu Schläpfers Unverständnis: «Die Regierung von Ungarn ist nicht homophob. Sie will sich einfach dem EU-Diktat nicht beugen.»

Diese Freiheiten zu wahren, ist für Schläpfer zentral: «Ohne Freiheit gibt es keine Selbstbestimmung», betonte sie. Zentrale Schweizer Werte müssten verteidigt werden.

«Unvergleichliche Schweiz»

Gleichzeitig müsse man auf der Hut sein vor der Bevormundung durch den Staat. Und den schleichenden Zentralismus, diktiert durch den Kanton: «Durch immer mehr und kompliziertere Gesetze werden die Gemeinden in die Enge getrieben und brauchen ständig mehr Hilfe von Juristen.»

Diese Worte verband Schläpfer mit der Aufforderung an die Anwesenden, sich politisch zu betätigen. «Nicht nur bei Abstimmungen, sondern auch in den Behördenämtern.» Das sei Teil der Arbeit, die alle zusammen mit den Vorfahren für die «unvergleichliche Schweiz» getan haben. «Das geben wir nicht einfach auf. Da bleiben wir, auch für unsere Nachfahren, dran.»

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