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«Als Holzbauunternehmen können wir keine Halle aus Blech hinstellen»

Der neue Produktionsstandort der Schindler & Scheibling AG in Saland soll Ende Jahr fertig gebaut sein. Für die Angestellten ist die Halle eine Herzensangelegenheit.

Martin Oberholzer, Urs Aeschlimann und Othmar Hasler (von links) vor einer der Säulen in der neuen Fabrikhalle., Aktuell laufen die Aufrichtarbeiten., So soll die Halle bald aussehen., Die Bauarbeiten laufen auf Hochtouren.

Foto: Bettina Schnider

«Als Holzbauunternehmen können wir keine Halle aus Blech hinstellen»

Die Baustelle auf dem Industriegebiet gleich hinter dem Bahnhof Saland ist nicht zu übersehen. Eine imposante Holzkonstruktion ragt in die Höhe und grosse Holzelemente stehen auf dem Boden. Es herrscht Hochbetrieb: Überall schwirren Bauarbeiterinnen und Bauarbeiter herum.

Aktuell laufen die Aufrichtarbeiten für die neue Produktionshalle des Holzbau- und Architekturunternehmens Schindler & Scheibling AG. Seit dem Spatenstich im Februar ist viel passiert.

Die Beton-Arbeiten für das Fundament sind abgeschlossen und die Bodenplatten sind verlegt. Nun nimmt die Halle Form an. «In etwa zwei bis drei Wochen sollten wir mit dem Holzbau fertig sein», sagt Bauleiter Martin Oberholzer auf einem kurzen Rundgang.

Bäume ausgesucht

Dann soll etwa 80 Prozent des Rohbaus abgeschlossen sein. Bisher verlief alles nach Plan. Auch die Regenfälle der letzten Wochen haben zu keiner Bauverzögerung geführt: «Man muss einfach einen Regenschutz anziehen und dann geht es schon», meint Urs Aeschlimann. Er ist als Holzbauleiter für die Aufrichtarbeiten zuständig.

«Es ist wichtig, dass man ortsansässige Unternehmen berücksichtigt.»

Martin Oberholzer, Bauleiter Schindler und Scheibling AG

Die Halle wird – wenig überraschend – aus Holz gebaut. «Natürlich können wir als Holzbauunternehmen keine Produktionshalle aus Blech hinstellen», betont Othmar Hasler, Mitglied der Geschäftsleitung von Schindler und Scheibling.

Der Firma war es ebenfalls ein Anliegen, primär Holz aus der Region zu verbauen. «Für die grossen Säulen haben wir sogar explizit die Bäume ausgesucht, die wir am Schluss verarbeitet haben», ergänzt Aeschlimann. Auch bei der Wahl der Subunternehmer setzte die Firma auf Regionalität, betont Bauleiter Oberholzer. «Es ist wichtig, dass man ortsansässige Unternehmen berücksichtigt.»

Ohne Nägel, Schrauben oder Leim

Nach den Aufrichtarbeiten folgen der Innenausbau und der Einbau der Maschinen. Das Ziel ist weiterhin, dass der Betrieb Ende Jahr in der neuen Halle beginnen kann. Schindler & Scheibling plant, am neuen Standort unter anderem die ganze Produktion von Vollholzelementen abzuwickeln. Diese findet bisher in Hittnau und Uster statt.

Die Vollholzelemente stellt das Unternehmen mittels computergesteuerter Holzzuschnittanlage passgenau her und montiert sie später auf den Baustellen. Nägel, Schrauben oder Leim kommen bei diesen Elementen nicht zum Einsatz. «Wir sind davon überzeugt, dass dies die Holzbauart der Zukunft ist», meint Hasler.

Zweischichtbetrieb

Der Standort Hittnau wird geschlossen. Die sechs Mitarbeitenden dort sollen dann im Tösstal arbeiten. «Das wird aber ein Prozess sein. Einen Standort schliesst man nicht von heute auf morgen», erklärt er.

Insgesamt werden in Saland rund 20 Personen in der Produktion tätig sein. «Wir wollen im Zweischichtbetrieb arbeiten.» Dementsprechend müssen auch neue Leute rekrutiert werden.

«Es waren herausfordernde Jahre.»

Othmar Hasler, Mitglied der Geschäftsleitung Schindler und Scheibling AG

Wenn die Produktion in Saland beginnt, endet damit eine lange Planungs- und Bauphase. Bereits 2012 hat die Schindler und Scheibling AG das Grundstück im Industriegebiet Frauwis gekauft. «Das Areal gehörte vorher dem Bundesamt für Rüstung Armasuisse.»

Auflage um Auflage

Was folgte, war ein langer Behördenmarathon. «Es waren herausfordernde Jahre. Wir mussten Auflage um Auflage erfüllen», sagt Hasler. So zum Beispiel die Altlasten sanieren oder unter der Fabrikhalle einen Kanal bauen. «Damit die Halle bei einem Hochwasser nicht das Wasser zurückhalten würde.»

Erst Ende 2020 sei die Baufreigabe erfolgt. Im Februar war es Zeit für den Spatenstich. «Umso schöner, dass nun alles vorwärts geht», freut sich Hasler. Für die firmeneigenen Arbeiterinnen und Arbeiter sei der Bau der Produktionshalle nicht vergleichbar mit einer gewöhnlichen Baustelle: «Für viele von ihnen ist es ein Herzensprojekt.»

Dieses «Herzensprojekt» möchte Schindler und Scheibling der ortsansässigen Bevölkerung nicht vorenthalten. «Im nächsten Frühjahr wird es voraussichtlich einen Tag der offenen Türe geben.»

Und auch die Gemeinde habe sich natürlich gefreut, dass das Unternehmen wieder in die alte Heimat zurückkehren wird. Der Rechtssitz der Firma befindet sich nämlich seit der Gründung 1989 stets in Bauma.

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