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Fische auf Kiesplätzen, Polizeipatrouillen und eine alarmbereite Feuerwehr

Der hohe Wasserstand des Greifensees hält die Ustermer Einsatzkräfte auf Trab. Die Stadtpolizei ermahnt die Bevölkerung zur Vorsicht. Vereinzelte wollen dennoch die Gunst der Stunde nutzen.

In Uster ist der Bootssteg unter Wasser. , Die Boote sind noch da, doch der Steg ist unter Wasser., Oft ist nur noch wenig von der Infrastruktur zu sehen., Auf der Surferwiese tummeln sich normalerweise Bädegäste. Am Donnerstagnachmittag vergnügen sich hier Schwäne., Bänke und Tische sind unter Wasser. , Auch der Aaspitz in Mönchaltorf steht unter Wasser und kann von der Schifffahrt nicht bedient werden., Be der Silberweid soll man gar nicht auf die Idee kommen, die Unterführung zu nutzen., In Maur hat die Schifffahrt-Genossenschaft Greifensee extra einen Holzsteg als Ersatz gebaut., Auch ein Wanderweg in der Gemeinde Greifensee ist überflutet., Überall Teiche auf Feldern, wie hier in Fällanden.

Mirjam Müller

Fische auf Kiesplätzen, Polizeipatrouillen und eine alarmbereite Feuerwehr

Das Wasser steht hoch beim Schiffssteg Uster. Der Pegel des Greifensees ist innert einer Woche um etwa 80 Zentimeter gestiegen und am Donnerstag wurde die zweithöchste Gefahrenstufe ausgerufen. Wenig verwunderlich, dass der Steg vom Kursschiff nicht mehr angefahren wird und somit die Verbindung nach Maur derzeit unterbrochen ist. Wo sich sonst gelangweilte Passanten auf den Bänken verweilen und ihre Füsse in den Kiesboden drehen, schwimmen nun Jungfische über den überschwemmten Platz. Nebenan auf der Surferwiese treiben ein Dutzend Schwäne auf der neu gewonnenen Wasserfläche.

Ein Passant mit Regenjacke schaut sich den überfluteten Vorplatz an. Der Mann aus Wetzikon, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will, sagt: «So viel Wasser habe ich hier seit dem Hochwasser im Jahr 1999 nicht mehr gesehen.» Er sei heute nicht zufällig hier. Seit er 2001 mit Fischen angefangen habe, sei er vermehrt an Seen anzutreffen. Nun wolle er noch ein bisschen dem Greifensee entlang laufen, bevor er wieder umkehre.

Auch eine Frau aus Forch steht hier und schaut sich die Schwäne an. «Die haben nun mehr Wohnraum und auch mehr Futter», sagt sie. «Gewaltig» sei der aktuelle Pegel am Greifensee.

Schwimmerin im Greifensee

Während der Schiffsteg in Niederuster für Spaziergänger noch einigermassen zugänglich ist, ist der Weg zum Mönchaltorfer Aaspitz mit einem Band abgesperrt. Der Platz rund um die Anlegestelle kann nur von weitem ausgemacht werden. Sie ist komplett unter Wasser. Und auch die Mönchaltorfer Aa, die dort in den Greifensee fliesst, ist rappelvoll.

Die Schiffe können derzeit nur noch in Maur anlegen. Dort hat die Schifffahrts-Genossenschaft Greifensee einen provisorischen Holzsteg gebaut. Denn auch hier sind Teile der Uferpromenade unter Wasser.

«Die abgesperrten Gebiete sollten nicht betreten werden.»

Andreas Baumgartner, Kommandant Stadtpolizei Uster

Das gleiche Bild in Greifensee, wo der Gehweg vor der Schiffsanlegestelle teilweise unter Wasser liegt. Dennoch lässt es sich eine Frau nicht nehmen, ein paar Züge zu schwimmen, bevor sie sich unter Wasser an etwas festhält, was vor ein paar Tagen wohl noch als Bootssteg sichtbar gewesen ist.

Polizei mahnt zur Vorsicht

Auf einem schmalen Gehweg in Niederuster fährt ein Fahrzeug der Stadtpolizei Uster, die wegen der erhöhten Gefahrenstufe Patrouille fahren. Kommandant Andreas Baumgartner steht für eine Medienorientierung ebenfalls am Greifenseeufer. Mit der aktuellen Gefahrenstufe sei für die Bevölkerung erhöhte Vorsichtig geboten, sagt er. Besonders im Gebiet zwischen Riedikon und der Ara in Uster. «Die abgesperrten Gebiete sollten nicht betreten werden. Nur so kann die Gefahr minimiert werden.»

Bis jetzt hielten sich die Leute dran, sagt Baumgartner. Deswegen sei es auch zu keinen Zwischenfällen oder Unfällen gekommen. Die Stadtpolizei werde aber weiterhin patrouillieren, auch nachdem der Wasserpegel wieder zu sinken beginne. Baumgartner rechnet damit, dass die Einsatzkräfte dies noch zwei bis drei Wochen entlang des Seeufers tun müssten.

«Gewisse Bereiche zwischen Seebadi und Riedikon mussten abgesperrt werden.»

Sascha Zollinger, Kommandant Feuerwehr Uster

Eine gute Nachricht zeichnet sich dagegen für den «Internationalen Uster Triathlon» ab, der am kommenden Wochenende stattfindet. Dieser startet mit einer Seeüberquerung vom Strandbad Uster aus. Gemäss Baumgartner finde der Grossanlass nach jetzigem Stand statt. Definitiv entschieden werde über die Durchführung des zweitägigen Triathlons am Freitagmorgen.

Feuerwehr schützt besondere Gebäude

Auch Sascha Zollinger, Ustermer Feuerwehrkommandant, ist vor Ort. Für seine Truppe ist es trotz der neuen Alarmstufe bisher vergleichsweise ruhig geblieben. Die Feuerwehr kontrolliere mit der Stadtpolizei die Uferabschnitte und sperre, wo notwendig das Gelände ab. «Gewisse Bereiche zwischen Seebadi und Riedikon mussten abgesperrt werden. Insgesamt sind das ein paar hundert Meter», sagt Zollinger.

Für die kommenden Tage müsse die Wettersituation weiterhin beobachtet werden und die Kontrollen beibehalten werden, meint Zollinger. Dabei gelte es die Gebäude in Seenähe zu schützen und im Auge zu behalten. Dies seien etwa die Seebadi, Schiffsteg mit Kioskgebäude und das Gebäude der Seerettung.

Obwohl momentan keine Feuerwehrleute im Einsatz stünden, seien Material und Personal bereit für einen Alarm. Denn der Pegel soll noch weiter steigen. Nach den heutigen meteorologischen Prognosen erwartet Zollinger, dass der Höchststand am Samstagnachmittag erreicht wird.

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