Das Wasser steht hoch beim Schiffssteg Uster. Der Pegel des Greifensees ist innert einer Woche um etwa 80 Zentimeter gestiegen und am Donnerstag wurde die zweithöchste Gefahrenstufe ausgerufen. Wenig verwunderlich, dass der Steg vom Kursschiff nicht mehr angefahren wird und somit die Verbindung nach Maur derzeit unterbrochen ist. Wo sich sonst gelangweilte Passanten auf den Bänken verweilen und ihre Füsse in den Kiesboden drehen, schwimmen nun Jungfische über den überschwemmten Platz. Nebenan auf der Surferwiese treiben ein Dutzend Schwäne auf der neu gewonnenen Wasserfläche.
Ein Passant mit Regenjacke schaut sich den überfluteten Vorplatz an. Der Mann aus Wetzikon, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will, sagt: «So viel Wasser habe ich hier seit dem Hochwasser im Jahr 1999 nicht mehr gesehen.» Er sei heute nicht zufällig hier. Seit er 2001 mit Fischen angefangen habe, sei er vermehrt an Seen anzutreffen. Nun wolle er noch ein bisschen dem Greifensee entlang laufen, bevor er wieder umkehre.
Auch eine Frau aus Forch steht hier und schaut sich die Schwäne an. «Die haben nun mehr Wohnraum und auch mehr Futter», sagt sie. «Gewaltig» sei der aktuelle Pegel am Greifensee.
Schwimmerin im Greifensee
Während der Schiffsteg in Niederuster für Spaziergänger noch einigermassen zugänglich ist, ist der Weg zum Mönchaltorfer Aaspitz mit einem Band abgesperrt. Der Platz rund um die Anlegestelle kann nur von weitem ausgemacht werden. Sie ist komplett unter Wasser. Und auch die Mönchaltorfer Aa, die dort in den Greifensee fliesst, ist rappelvoll.

