Fast schon drohend stehen sie da, die Bauvisiere: an den Gebäudekanten, auf der grossen Wiese, neben dem Spielplatz mit der Pergola. Sie überragen die Wohnsiedlung zwischen der Kirchbachstrasse und dem Lerchenweg teilweise um das Doppelte – und machen unmissverständlich klar, dass hier bald nichts mehr so sein wird, wie es einst war.
Tatsächlich sollen die sieben in die Jahre gekommenen Gebäude mit ihren 94 Wohnungen im Herbst kommenden Jahres abgerissen werden, der Baubeginn ist für den 3. Oktober 2022 vorgesehen. Ersetzt werden die Häuser durch zwei grosse, sechs Stockwerke hohe Baukörper mit 108 Mietwohnungen. Bauherrin ist die Pensionskasse der Zürcher Kantonalbank.
Sanierung «nicht möglich»
Durch den Neubau geht viel günstiger Wohnraum verloren. Eine Dreizimmerwohnung ist hier aktuell noch für 1000 bis 1500 Franken zu haben. Die Wohnungen sind für heutige Verhältnisse klein, aber ruhig und dennoch zentral gelegen.
Foutiert sich die Staatsbank respektive deren Pensionskasse mit dem Projekt um ihre soziale Verantwortung? Nein, findet ZKB-Sprecher Alexander Wolski: Eine Sanierung der rund 60 Jahre alten Liegenschaft sei aufgrund der Bausubstanz nicht mehr möglich. «Die Grundrisse, verbaute Materialien und die Bauphysik entsprechen nicht mehr den heutigen Normen und ökologischen Anforderungen.» Die neuen Wohnungen hingegen verfügten über den Minergie-P-Standard und seien für das Quartier «ein Zugewinn».

