«Wir hätten die Übertragung unterbrechen müssen»
Barbara Thalmann, nach 40 Minuten « Stadtrat im Dialog » gab es eine Tonstörung. Was ist passiert?
Barbara Thalmann: Die Ursache konnte trotz intensiver Untersuchungen bisher nicht eruiert werden. Die beauftragte Firma hat während der Pandemie zahlreiche Live-Streams für Uster und andere Gemeinden durchgeführt und wurde dabei nie mit einer vergleichbaren Störung konfrontiert.
Kommentare auf Youtube und Facebook haben auf die Tonprobleme hingewiesen, doch die Stadträte haben ihre Reden dennoch fortgesetzt. Wieso haben Sie die Veranstaltung nicht unterbrochen?
Der Tontechniker machte sich an die Behebung der Störung. Es bestand deshalb die Hoffnung, dass der Anlass wie geplant weitergeführt werden konnte. Rückblickend war dies aber ein Fehler: Wir hätten die Übertragung nach spätestens fünf Minuten unterbrechen müssen.
Auf dem offiziellen Youtube-Kanal der Stadt wurden offenbar Kommentare gelöscht, wieso?
Es wurden keine Kommentare gelöscht. Die aufgrund der Tonstörung nun gekürzte Aufzeichnung kann den Live-Chat jedoch nicht mehr anzeigen. Die Kommentare wurden aber erfasst und werden nun ebenfalls schriftlich beantwortet.
Wie viele Fragen sind im Vorfeld des Anlasses eingegangen?
Rund 40. Während der Veranstaltung kamen weitere 12 Fragen hinzu. Von den total 52 Fragen konnte der Stadtrat 23 während des Live-Streams beantworten. Die letzten vier Fragen fielen der Tonstörung zum Opfer. Diese und alle noch unbeantworteten Fragen werden von den zuständigen Stadträtinnen und Stadträten individuell beantwortet.
Eine Wiederholung des Anlasses ist kein Thema?
Für den Stadtrat steht der Dialog mit der Bevölkerung im Zentrum. Dazu hat die Stadt das neue Social-Media-Format «Fragen rund um Uster» lanciert. Wir nehmen zudem Fragen und Anregungen weiterhin über das Formular auf der städtischen Webseite «Feedback an den Stadtrat» und den Briefkasten beim Stadthaus entgegen. Bezüglich «Stadtrat im Dialog» hoffen wir, dass die Veranstaltung das nächste Mal wieder vor Ort stattfinden kann.
Wie viele Zuschauer haben den Stream verfolgt?
Auf Facebook und Youtube waren es je circa 20 Personen. Aus der Erfahrung vom letzten Jahr wissen wir aber, dass zahlreiche Bürgerinnen und Bürger die Fragerunde im Nachhinein anschauen. Der letztjährige Live-Stream erreichte total 1000 Zuschauerinnen und Zuschauer.
Wie teuer kommt der gestrige Live-Stream die Stadt Uster?
Die Offerte bewegt sich im üblichen Rahmen von ca. 2000 Franken. Nach der Störung wird die Stadt nun aber ein kritisches Gespräch mit der beauftragten Firma führen.
Will die Stadt, falls es die Lage erfordert, weiterhin an einer Video-Übertragung festhalten?
Live-Streaming hat sich während der Pandemie zu einem möglichen Instrument für den Dialog mit der Bevölkerung entwickelt und wurde mehrerer Male erfolgreich angewendet. Es wäre deshalb falsch, wegen dieser einen Störung auf dieses Instrument grundsätzlich zu verzichten. Die Veranstaltung «Stadtrat im Dialog» ist aber als Live-Event konzipiert, zu dem auch der Austausch zwischen der Bevölkerung und dem Stadtrat beim anschliessenden Apero gehört. Der Stadtrat hofft, dass die pandemische Lage im nächsten Jahr wieder einen Live-Event zulassen wird.
