Sintflut erreicht Teile der Region doch noch
Um 15 Uhr hat eine erste wuchtige Gewitterzelle – möglicherweise eine Superzelle – Bern erreicht. Eine Stunde später war sie auf den Radarbilder bereits im Raum Reusstal zu sehen. Und diese Zelle hatte es in sich: Es gab Starkregen und teilweise auch Hagel.
Da die Gewitterzelle mit einer ordentlichen Geschwindigkeit durchs Mittelland rauschte, musste angenommen werden, dass sie gegen 17 Uhr die Region erreichen könnte. Doch eine Stunde später machte es den Eindruck, als ob sie vom Albis ausgebremst wird.
Nur kurze Zeit später hat die Gewitterlinie dann doch zumindest Teile der Region erwischt. Vor allem der Raum Dübendorf/Hegnau/Effretikon sowie die Stadt Zürich wurde etwa um 18 Uhr mit Wucht getroffen.
Auch über der Autobahn hat sich auf der Höhe von Hegnau um diese Zeit eine dicke Regenwolke entladen, wie dieses Video einer Leser-Reporterin zeigt.
In anderen Teilen des Oberlands ist die Stimmung noch nicht ganz so weltuntergangsmässig. Seegräben ist laut einem Leser-Reporter nur mit einem Steifschuss, etwas Donnergrollen und einigen Tropfen davon gekommen. Offenbar hat der leichte Föhn dafür gesorgt, dass das Gewitter etwas nördlicher durchgezogen ist.
In Bäretswil regnete und donnerte es in eher harmloser Weise, wie in diesem Video zu sehen ist.
Am späteren Sonntagabend zieht eine weiter Gewitterlinie aus dem Raum Bern in Richtung Region. Es lohnt sich daher in jedem Fall, stets einen Blick in Richtung Himmel zu richten.
Warn-Level 3
Dass es am Sonntag verschiedenorts in der Schweiz zu Unwettern gekommen ist, erstaunt nicht. Der Europäischen Wetterdienstes European Storm Forecast (Estofex) hatte am Sonntagmorgen eine Warnung herausgegeben, die er für die Schweiz so gut wie nie macht: So hat er für grosse Teile der Schweiz – darunter auch das Oberland – sowie für Baden-Württemberg und Bayern den Warnlevel 3 herausgegeben.
Auf der renommierten Website www.meteoradar.ch, zu der auch ein Sturmforum gehört, in dem sich Meteologen und Wetterfreaks austauschen, ist ebenfalls von einer in dieser Ausprägung seltenen Schwergewitterlage die Rede. Hier wurde sogar darauf hingewiesen, dass in dieser Wetterlage selbst Tornados denkbar sind – in der Schweiz ein nicht oft auftretendes Phänomen.
