Dass es in Uster einmal mehrere Metallgiessereien gegeben hat, sehen aufmerksame Spaziergänger an verschiedenen Stellen der Stadt. Auf Strassen und Gehwegen sind immer noch Schachtdeckel eingelassen, deren Oberfläche ehemalige Firmennamen zieren: «Gebr. Weber Uster», «J.Rüegg Uster» oder «Brunner & Co Uster». Der Historiker Michael Köhler kennt die Industriegeschichte von Uster und weiss, wo einige der Giessereien standen.
In der Braschlergasse hinter dem Stadthaus zwischen Bioladen Öpfelbaum und «Metro Supermarket Erhalac» deutet Köhler auf einen Neubau. «Dort standen einst die Gebäude der 1861 gegründeten Giesserei Weber, die ab 1928 Weber-Brunner und ab 1935 Brunner & Co hiess – eine der grösseren Giessereien in Uster », sagt er.
Am 4. Juli 1955 sei die Giesserei fast vollständig niedergebrannt. «Zunächst glaubte man, der Vorfall gehört in eine Reihe von Scheunenbrandstiftungen, die im damaligen Juli die Stimmung in Uster sehr aufheizten .» Allerdings habe dieses Feuer nicht dem Brandstifter angerechnet werden können, sagt Köhler. Tatsache sei aber, dass mit dem Unglück das Ende der Giesserei Brunner & Co. besiegelt war.

