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Politik

Erste Hürde für neuen Werkhof ist geschafft

Bauma will die Sammelstelle und später auch den Werkhof an den Dorfrand verlagern. Dafür muss die Gemeinde eine Landparzelle erwerben. Die Stimmberechtigten haben diese Pläne ohne Bedenken gutgeheissen.

Die Parzelle, welche die Gemeinde kaufen möchte, liegt an der Bäretswilerstrasse., Sie grenzt direkt ans Siedlungsgebiet.

Fotos: Annabarbara Gysel

Erste Hürde für neuen Werkhof ist geschafft

Pünktlich mit dem Glockenschlag der Kirche eröffnete Gemeindepräsident Andreas Sudler (parteilos) am Montagabend die Baumer Gemeindeversammlung. Die traktandierten Themen versprachen einen kurzen und reibungslosen Ablauf. 57 Stimmberechtigte waren anwesend, um über diese zu befinden.

«Trotz schönem Wetter und Fussball-EM haben doch einige Leute den Weg in die Kirche gefunden und wir müssen den Anlass nicht alleine bestreiten», sagte Sudler in seiner Begrüssung. Nach der Vorstellung des geltenden Corona-Schutzkonzepts und der Bitte, die Maskenpflicht sowie die Abstandsregel jederzeit einzuhalten, übergab er an seinen Ratskollegen Flavio Carraro (parteilos).

Besser als «schwarze Null»

Dem Finanzvorsteher oblag es, das erste Traktandum vorzustellen: Die Jahresrechnung 2020. Er zeigte sich sichtlich erfreut über das Ergebnis. «Wir haben etwas mehr Geld eingenommen, als geplant», meinte er. Die Erfolgsrechnung schliesse mit einem Plus von 1,81 Millionen viel besser ab als erwartet. «Eigentlich war eine schwarze Null budgetiert.»

Das grosse Plus führte Carraro vor allem auf die Mehrerträge bei den ordentlichen Steuern und der Grundsteuern zurück. Diese belaufen sich gesamthaft auf etwa 1,3 Millionen Franken. Auch der Verkauf von Waldungen an die neu gegründete Waldkooperation hat mit 0,28 Millionen Franken positiv zu Buche geschlagen.

«Die Pandemie hat nicht das Schreckensszenario für 2020 ausgelöst.»

Flavio Carraro (parteilos), Finanzvorsteher Gemeinde Bauma

Diese Beträge hätten die Umsatzeinbussen von rund einer viertel Million Franken beim Hallenbad und dessen Bistro wieder wettgemacht, so der Finanzvorsteher. Der Verlust habe sich durch die Corona-bedingte, monatelange Schliessung ergeben. Generell hielt Carraro fest, dass es bei allen Ressorts wegen der Pandemie nicht zu Mehr- sondern zu Minderausgaben gekommen ist.

Folgen kommen verzögert

«Die Pandemie hat nicht das Schreckensszenario für 2020 ausgelöst», sagte er. Jedoch warnte er davor, verfrüht aufzuatmen: «Gemeindefinanzen sind in der Regel eine träge Sache. Folgen sieht man meist verzögert. Das wird wahrscheinlich auch hier der Fall sein.»

Bevor das Traktandum zur Abstimmung kam, meldeten sich noch zwei Votanten zu Wort. So wollte Werner Berger, Präsident der IG Pro Bauma, Genaueres zu den in der detaillierten Jahresrechnung erwähnten Verpflichtungskrediten wissen. Diese seien teils älteren Datums, meinte er. «Bis wann ist damit zu rechnen, dass wir mit so alten Pendenzen aufräumen können?»

Andreas Sudler erwiderte, dass sich der Gemeinderat bewusst sei, dass noch nicht alles abgerechnet sei. Teilweise warte man noch auf Antwort vom Kanton. Er zeigte sich aber zuversichtlich, dass ein Teil der Pendenzen dieses und nächstes Jahr abgearbeitet werde.

Vertrag bereits beurkundet

Daniel Bühler hingegen fragte, ob eine Gemeinde bei zu hohem Eigenkapital mit Negativzinsen rechnen müsse und wie damit umgegangen werde. «Wir haben auch als Gemeinde das Problem, dass wir mit Bargeld aufpassen müssen», erklärte Flavio Carraro. Deswegen werde darauf geachtet, grosse Einnahmen schnell wieder anderweitig «unterzubringen».

Im Anschluss an diese kurze Diskussion hiessen die anwesenden Stimmberechtigten die Jahresrechnung einstimmig gut. Das zweite Traktandum bezog sich auf den geplanten Kauf der Industrieparzelle «Langmatt». Die dafür notwendige Summe überschreitet 1 Million Franken, weswegen sie in die Zuständigkeit der Gemeindeversammlung fällt.

Andreas Sudler erklärte, dass am vergangenen Freitag bereits der Kaufvertrag beurkundet worden sei. So könne das Grundstück direkt an die Gemeinde übertragen werden, falls die Stimmberechtigten dem Kauf zustimmten. «Bei einer Ablehnung würde der Vertrag natürlich nichtig.»

Letzte gute Gelegenheit

Das Grundstück liegt im Anschluss an das Siedlungsgebiet südwestlich vom Dorfzentrum an der Bäretswilerstrasse. Es ist heute im Besitz der Wolfensberger Beteiligungen AG. Sie plant einen Verkauf und ist bereit, die knapp 11‘000 Quadratmeter grosse Parzelle für 1,7 Millionen Franken an die Gemeinde abzutreten.

«Der Gemeinderat stuft den Verkaufspreis als fair ein», sagte Sudler. Er entspreche dem gleichen Preis, zu welchem die Eigentümer das Land einst von der Wolfensberger Giesserei erstanden hätten. Ausserdem handle es sich vermutlich um die letzte Gelegenheit, eine grössere Landreserve an strategisch bester Lage zu erwerben.

«Jetzt sind die Weichen gestellt, damit es in Zukunft eine Verbesserung beim Werkhof geben wird.»

Andreas Sudler (parteilos), Gemeindepräsident Bauma

«Die Gemeinde hat grosses Interesse daran, diese Parzelle kommunal zu nutzen», betonte der Gemeindepräsident. Eine zentrale Wertstoffsammelstelle aber auch ein neuer Werkhof wären darauf realisierbar – zonenkonform mitten in der Gemeinde, aber am Rand des Siedlungsgebiets.

Meinungen waren gemacht

Aus der Bevölkerung gab es keine Voten zum Traktandum. «Ich nehme an, die Meinungen sind längst gemacht», meinte Sudler dazu. Die Rechnungsprüfungskommission (RPK) befürwortete das Vorhaben. Sie riet der Versammlung, den Gemeinderat zum Kauf der Parzelle zu ermächtigen. Die anwesenden Stimmberechtigten folgten dieser Empfehlung einstimmig.

«Mir fällt ein Stein vom Herzen und ich denke anderen auch», gestand der Gemeindepräsident. «Jetzt sind die Weichen gestellt, damit es in Zukunft eine Verbesserung beim Werkhof geben wird.»

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