Offenbar erwartet der Seegräbner Gemeinderat an der Gemeindeversammlung vom 22. Juni viele Leute. So lädt er bereits zum zweiten Mal in die Wetziker Mehrzweckturnhalle Zentrum, weil es dort genug Platz hat für eine Zusammenkunft unter Corona-Bedingungen.
Ganz falsch liegen dürfte er mit dieser Annahme nicht, stehen doch zwei Geschäfte auf der Traktandenliste, die wohl zu reden geben werden. Da ist zunächst die Abrechnung über die Sanierung und Erweiterung der Primarschulanlage. Und die hat es in sich, schliesst die Rechnung doch mit Mehrkosten von einem satten Drittel gegenüber dem Kostenvoranschlag ab. Konkret wurde mit Aufwendungen von 2,31 Millionen Franken gerechnet. Nun sind es 3,08 Millionen geworden. Unter dem Strich ein Plus von genau 774‘084 Franken und 55 Rappen.
Ein Teil dieser Mehrkosten sind gebundene Ausgaben, vor allem Brandschutzmassnahmen. Deshalb beantragt der Gemeinderat auch nur die Genehmigung der ungebundenen Kosten von 2,43 Millionen Franken und eines Nachtragkredites von 630‘000 Franken.
Strukturmängel nicht genau untersucht
Obwohl es bei der alten Turnhalle, die umgebaut seit einer Weile als Buechwäidsaal fast täglich gebraucht wird, statische Strukturmängel gab, die entsprechend höhere Kosten auslösten, genehmigte der Gemeinderat mehrere Zusatzaufträge. Diese waren nicht im Baukredit vorgesehen. Dass fröhlich solche Mehrausgaben durchgewinkt wurden, beruhte auf einem Irrtum. So war der Projektausschuss zu jenem Zeitpunkt davon ausgegangen, dass dank Minderkosten und Vergabeerfolgen noch genug Platz für Wünsche wie mehr Multimediainfrastruktur, einen Veloständer oder eine bessere Ausstattung der Küche sei.

