Wie selbstverständlich watscheln zwei Enten auf der Greifenseer Strasse Im Langacher und zwingen Autofahrer zum Anhalten. Auf dem Areal, wo auch das Unternehmen Mettler-Toledo steht, fühlen sich Vögel offenbar wohl. So auch das Storchenpaar das seit Frühjahr auf der Wiese hinter der Wohnsiedlung brütet und auf einem Baum ihr Nest gebaut hat.
Jäh unterbrochen wird das geruhsame Zusammensein der Storchenfamilie, als sich ein Achtertrupp Feuerleute mitsamt Leiter nähert. Denn die beiden Jungstörche sollen beringt werden. Jetzt zeigt sich wie zerbrechlich der Familienbund der Vögel ist, die Eltern nehmen Reissaus und beobachten von einem nah gelegenen Baum, wie die Feuerwehr Greifensee die Leiter an den etwa 15 Meter hohen Baum anbringt, wo ihre Jungen im Nest liegen.
Zu kleiner Storch
Für Storchen-Rangerin Maria Rohrer ist das Verhalten der Störche keine Überraschung. «Bei Gefahr flüchten die Eltern und lassen ihre Brut allein», sagt sie. Danach krabbelt die Storchen -R angerin mit einem Seil gesichert bis zum Horst empor. Nach wenigen Minuten kommt sie zurück und zieht die blauen Handschuhe aus. «Einer ist zu klein, dem konnte ich keinen Ring anlegen.». Weil die Länge des Unterschenkelknochens des Vogels noch zu kurz sei, könne ein zu früh angebrachter Ring die Beweglichkeit des Jungstorches einschränken und den Wachstumsprozess stören.
«Es besteht die Gefahr, dass sie so ungeschützt zur Beute von Greifvögeln werden.»
Maria Rohrer, Storchen-Rangerin

